18 Februar 2013

Die letzte Nacht in Limbe

Rückblick auf Kamerun im November 1999

Es war der schlimmste Regen seit langem; das erzählten mir die Menschen noch am Abend. Das Wasser prasselte ununterbrochen auf das Blechdach herunter, und ich stand mit den Einheimischen unter dem Dach, hielt meine Bierflasche in den Händen und starrte in den Regen hinaus. Es sah aus, als ob die Welt unterginge: Von Limbé, der kleinen Stadt an der Kamerunküste, sah ich nichts mehr, und der Blick aufs Meer verschwand in einem See aus Grau.

Ich ging ins Bett, und als ich am nächsten Morgen aufwachte, lag ich noch einen Moment im Bett, stellte fest, dass es nicht mehr regnete, aber eine ungeheure Schwüle ins Zimmer drang. Ich entschloss mich, auf den Trip in den tropischen Regenwald zu verzichten und direkt in die Hauptstadt Douala zu fahren.

Als ich zum Fenster ging, um es zu öffnen, stellte ich fest, dass ich in einem See stand. Die ganze Nacht über war Wasser ins Zimmer gelaufen und hatte gut die Hälfte des leicht abschüssigen Raumes unter Wasser gesetzt. Mein Pappkarton, in dem ich die Medizin verstaut hatte, stand einen Zentimeter tief im Wasser, die auf dem Boden gelegten Bücher hatten sich komplett vollgesogen.

Sogar die Handtücher, die saubere Hose und die saubere Unterwäsche tropften; ich hatte sie auf das breite Fensterbrett gelegt. Frustriert betrachtete ich die schmutzige Kleidung, die bereits auf einem Haufen für die Wäsche lag; die war immerhin trocken.

Da bleibt mir nichts anderes übrig, als schmutzig weiterzureisen, dachte ich. Immerhin schien die Sonne, es konnte also alles noch gut werden ...

Kommentare:

ertrus55 hat gesagt…

Das Zimmer hat die Schwüle getrunken, oder die Schwüle ist ins Zimmer gedrungen?
Wie war das mit der Rechtschreibkontrolle?

Enpunkt hat gesagt…

Arrrrgl; das ist echt ein Freudscher Vertipper. Danke für den Hinweis, ich hab's eben auf »drang« geändert.

Da nutzt aber auch keine Rechtschreibkontrolle; das war eine Nicht-Selbst-Lektoriert-Hirnausfalls-Nichtkontrolle.