19 März 2014

Gutmütigkeitsgrenzen

Wenn ich längere Strecken mit der Bahn zu fahren habe, versuche ich stets, mir einen Platz in einem »Ruheabteil« zu besorgen. Dort sind sogar Hinweise angebracht, die darauf hinweise, dass man in diesem Wagen seine Ruhe haben möchte; Telefonate sind ausdrücklich nicht erwünscht.

Nur hält sich eben niemand daran. Heute telefonierte es ständig in meiner Nachbarschaft. Mir macht das nicht so viel aus, ich kann einigermaßen abschalten, und zwischendurch schlief ich sogar – aber eigentlich soll dieser Bereich doch dazu dienen, dass Ruhe herrscht. Wer unbedingt telefonieren möchte, kann sich ja sein Mobiltelefon schnappen – klein genug sind die Dinger ja – und damit auf den Gang hinaus treten.

Nur ... was mache ich? Bisher habe ich es in meiner unendlichen Gutmütigkeit erduldet, vielleicht auch deshalb, weil bislang keiner dieser Dauertelefonierer neben mir saß. Aber was macht man da? Aufstehen und zu der Person hinübergehen, sie anschnauzen und dafür in Kauf nehmen, dass man für einen regelbesessenen Spießer gehalten wird? Ich bin einigermaßen ratlos – ernsthaft!

Kommentare:

Frank Böhmert hat gesagt…

Klar doch: Spießer sein - und die Zugfahrt genießen.

Ich sage bei solchen Gelegenheiten einfach laut, freundlich und deutlich in den Raum: "Können Sie bitte Ihr Handy auslassen, Sie sitzen hier in der Ruhezone." Ich stehe nicht einmal auf dazu.

Hat bis jetzt immer funktioniert.

Alexander Levin hat gesagt…

Ich habe generell nicht das Gefühl, dass diese Unterteilung in Ruhebereich und Unruhebereich bei überfüllten Zügen und nicht vorhandenen Wägen so viel Sinn macht. Ich gehe für längere Telefonate immer auf den Gang. Es würde ja in vielen Fällen schon reichen, wenn die Leute lernen würden, dass sie mit ihrem Telefon nicht lauter reden müssen, als mit ihrem Nachbarn. Und um zu deiner Frage zu kommen: Besinne dich auf deine regionalen Wurzeln. ;-)