29 September 2009

Guido schwätzt Englisch

Es gab und gibt immer wiede Leute, die sich zu Recht über mein schlechtes Englisch lustig machen. In den späten 80er Jahren gab es einen Science-Fiction-Fan in Süddeutschland, der sich beispielsweise öffentlich darüber mokierte, daß ich praktisch nie aus Deutschland herausgekommen sei; Kunststück, wenn man keine reichen Eltern hat und sich die Reisekohle selbst erarbeiten muß. Aber gut, das ist lange her.

Schlechtes Englisch ist nicht schlimm, finde ich. Wenn sich einer aber mit Sprüchen wie »Arbeit muß sich wieder lohnen« als Experte für Außenpolitik empfiehlt, sollte er doch zumindest über ein wenig mehr verfügen als Schulenglisch unterer Ebene.

So finde ich Guido Westerwelle in seiner neuen Rolle wirklich großartig: Vor laufenden Kameras kanzelt er einen englischsprachigen Reporter ab und belehrt ihn gleich mehrfach darüber, daß man doch in Deutschland bitteschön deutsch zu sprechen habe. (Rein inhaltlich hat er ja irgendwie recht. Aber es spricht nicht von Außenminister-Fähigkeiten, das so patzig zu sagen ...) Das Video auf Spiegel.de ist wunderbar.

Noch schöner allerdings ist ein Youtube-Filmchen, das Westerwelle »live« in einer Diskussionsrunde zeigt. Warum der Mann sich angesichts solcher Defizite keines Dolmetschers bedient, ist mir schleierhaft.

Aber: Weitaus besser ist der Film, schaut man ihn ohne Ton an. Die Westerwelle-Gestik ist schon ziemlich staatsmännisch. Auf internationalen Kabarett-Konferenzen wird Deutschland künftig eine Führungsrolle einnehmen.

Kommentare:

Kongo-Otto hat gesagt…

Hi Klaus,

der Link zu Spiegel geht leider etwas fehl - zu sehen ist nur ein Filmchen über die schwarz-gelben Jubelfeiern, nichts von der Englaisch-Blamage...

Lieb Gruß

Andi.

Enpunkt hat gesagt…

Ah, das ist blöd: Beide Filmchen haben die selbe URL; keine Ahnung, warum das so ist. Man muss offensichtlich ein wenig suchen, habe ich eben gemacht.

Tag-Cloud mit "Guido Westerwelle" anklicken, dann runterscrollen zum 29. September 2009 - da kommt dann das Filmchen unter dem Titel »Westerwelle lässt BBC-Reporter abblitzen«.