09 März 2007

Okay: Rackern wir bis 67

Ganz ehrlich: Es stört mich in der Theorie nicht, daß ich künftig arbeiten soll, bis ich 66 Jahre und zehn Monate alt bin. Ich ging in meiner bisherigen Lebensplanung nicht davon aus, überhaupt eine Rente zu erhalten. (Daß ich als Jugendlicher nicht mal glaubte, das Ende der 80er Jahre zu erleben, ist für die jüngeren Leser dieses Blogs sicher albern – aber für mich war der »No Future«-Kram schon eine gewisse Realität.)

Mich stört vor allem die unglaubliche Borniertheit der gewählten Volksvertreter, die da in ihrem abgehobenen Zirkel namens Parlament eine neue Torheit beschließen. »Es gibt keinen Grund, den Menschen in Deutschland Angst zu machen«, sagt SPD-Minister Müntefering allen Ernstes.

Schon klar, Münte, daß Du Dir keine Sorgen machen mußt. Deine Rente ist ja sicher. Und wer im Parlament rumsitzt und ein Schweinegeld mit Schwätzen und Labern verdient, der arbeitet sich normalerweise auch nicht kaputt.

Daß der normale Arbeitnehmer heutzutage mit Mitte bis Ende 50 aus dem Berufsleben gedrängt wird (schon klar: damit auch Jüngere arbeiten können), weiß ein Mitglied des Bundestages ja nicht. Das leuchtet mir ein. Und daß man dann offensichtlich zehn Jahre in einer Endlosspirale aus Hartz 4 und sonstiger Arbeitslosigkeit vor sich hindümpeln muß, bis einen die Rente ereilt, ist sicher nur eine »No Future«-Legende der heutigen Generation.

Aber mal ganz ehrlich: Es glaubt doch niemand ernsthaft, daß diese »Maßnahme« (um Politikerdeutsch) zu benutzen auch nur andeutungsweise was nützt. Mich schüttelt's nur noch, wenn ich diesen Unfug lese, höre und sehe.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Klar, bringen wird es der Wirtschaft nichts, im Gegenteil, es treibt die Personalkosten in die Höhe! Außerdem werden dadurch die Sozialkosten drastisch steigen! Ein typisches Eigentor!!!

Anonym hat gesagt…

jupp, typischer Aktionismus. Denn was augenscheinlich ist, die Mitarbeiter werden abgebaut, dadurch ergeben sich Rekordgewinne! Ich kann nicht verstehen, dass an einem überholten Sozialsystem festgehalten wird wo doch jedem klar ist, dass es nicht funktioniert. Aber na ja, wie du schon sagst, ich werde bestimmt auch nicht bis 67 arbeiten, entweder ich bin vorher abgenibbelt oder ich muss noch länger ran....

Anonym hat gesagt…

Fehlt nur noch das die Politiker behaupten, das die Wähler gar »nicht das Abstraktionsvermögen haben«* um diese »Maßnahme« zu verstehen. *g*
Naja, ich behaupte einfach mal, das man das als Mensch mit »gesundem Menschenverstand« auch nicht haben kann. :-)

*nach einem Zitat aus einem Interview von Robert Feldhoff (SCNR)

Enpunkt hat gesagt…

Den Spruch mit dem Abstraktionsvermögen wird wohl jeder Politiker übernehmen ... Möglicherweise meint er es aber anders als ein gewisser Autor.

Anonym hat gesagt…

Hm, warum sollte die Rente mit 67 nicht funktionieren? Für alle, die nicht bis dahin im Erwerbsleben durchhalten, ist es halt eine faktische Rentenkürzung. So war's doch gedacht, oder?

Anonym hat gesagt…

@stefan hoffmann: Um was sollte es den Politikern sonst gehen? 'Ne Sauerei ist es trotzdem.