19 April 2013

Haarscharf zwischen Thriller und Science Fiction

Warum bei mir manche Romane über Jahre hinweg in Stapeln vergammeln, weiß ich manchmal selbst nicht. Und so stellte ich dieser Tage fest, dass ich den Roman »Der letzte seiner Art« von Andreas Eschbach seit sage und schreibe zehn Jahren besitze, ohne auch nur einmal reingeguckt zu haben.

Also nahm ich ihn mir vor, um ihn erstens an einem Wochenende durchzuschmökern, und mich zweitens zu fragen, weshalb ich diesen packenden Science-Fiction-Thriller so lange nicht beachtet hatte. Aber gute Bücher werden ja bekanntlich nicht schlecht.

Um was geht's in dem Roman? Eigentlich um einen ehemaligen amerikanischen Soldaten. Sein Name: Duane Fitzgerald. Sein Wohnort: ein Kaff in Irland. Dorthin hat er sich zurückgezogen, seit er aus dem Dienst geschieden ist.

Das Besondere an ihm: Fitzgerald ist ein Cyborg, ein Mensch also, der mit allerlei technischen Gimmicks komplett aufgerüstet wurde. Er hätte ein Supersoldat sein sollen, kam aber nie in den Einsatz, und nachdem er ausgemustert wurde, zog er sich nach Irland zurück. Dort muss er – weil man ihm auch den Magen umgestellt hat – eine ganz spezielle Nahrung zu sich nehmen, steht unter ärztlicher Aufsicht und weiß nicht so recht, was er mit seinem Leben anfangen soll.

Dann taucht ein Anwalt in dem Ort auf, der nach ihm sucht, und alles verändert sich. Der Anwalt wird ermordet, die Geheimdienste treten auf den Plan, und Fitzgerald kapiert, dass er jetzt doch in einen Kampf ziehen muss.

»Der letzte seiner Art« ist ein »echter Eschbach«: spannend und durchdacht konzipiert, haarscharf an der Grenze zwischen allgemeinverständlichem Thriller und nachvollziehbarer Science Fiction, sauber recherchiert und bis zum Ende extrem unterhaltsam. Der Autor schildert die Sichtweise des ehemaligen Supersoldaten sehr glaubhaft; in fast jedem Kapitel vermittelt er weitere Erkenntnisse.

Wissenschaftliche Themen fließen gelegentlich ein, der Roman wirkt aber nicht kaputt-recherchiert, sondern schlicht kompetent. Und obwohl er zehn Jahre alt ist, wirkt er vor allem nicht veraltet, sondern immer noch sehr aktuell. Lesenswert, sehr sogar! (Gibt's in verschiedenen Versionen zu kaufen, einfach mal googeln!)

Kommentare:

Miriam Pharo hat gesagt…

Hallo Klaus,

"Der letzte deiner Art" ist einer meiner Lieblingsromane von Andreas Eschbach. Einige monieren das Ende, aber ich finde es nur konsequent. Abgesehen davon, dass Geschichten niemals wirklich enden.

Gruß,

Miriam

Miriam Pharo hat gesagt…

Ich meine natürlich "Der letzte SEINER Art". LOL

Björn Berenz hat gesagt…

Lieber Klaus,

ich habe das Buch damals zu meinen Perry-Zeiten gekauft und auf den Zugfahrten nach Rastatt regelrecht verschlungen. Wahrlich keine schlechten Erinnerungen die ich damit verbinde.

Viele Grüße

Björn