06 September 2011

Lesenswerte Seminararbeit zu Tolkien und Co.

Im Lauf der Jahre und Jahrzehnte hat unsereins viele sehr schlechte Texte von sogenannten Wissenschaftlern gelesen und gesehen. Bei vielen hat es mich gegruselt, bei manchen habe ich aufgehorcht. Und als richtig gut lesbar empfand ich »Mittelerde – ein Konzept der Moderne«, das 2005 als Hausarbeit bei der Universität Tübingen eingereicht wurde.

Seit 2006 liegt das ganze als rund 50 Seiten starkes Büchlein im Rahmen der »Schriftenreihe und Materialien der Phantastischen Bibliothek Wetzlar« vor; ich habe es dieser Tage endlich mal gelesen. Und ich habe das, was die junge Wissenschaftlerin Linda Waack verfasst hat, mit großem Interesse durchgeschmökert.

Den »Herrn der Ringe« las ich – soweit ich mich richtig erinnere – dreimal, alles im Alter von 17 bis 22 Jahren. Danach geriet vieles in Vergessenheit, wurde durch die Verfilmungen aber wieder hervorgehoben und seither in vielen Gesprächen vertieft.

Schon als jugendlicher Leser hatte ich viele Aspekte der Tolkien-Trilogie als Parallelen zum Zweiten Weltkrieg interpretiert, und genau darum geht es jetzt auch in dieser Schrift. Der Untertitel verrät es genauer: »Die Zwischenkriegszeit im Spiegel von J.R.R. Tolkiens ›Der Herr der Ringe‹«.

Ausgewertet wurden unter anderem Briefwechsel zwischen Tolkien und seinem Sohn; die Arbeit geht auf den Zweiten Weltkrieg ebenso ein wie auf ästhetische Überlegungen und dergleichen. Das ganze ist stets – wie es sich gehört – mit vielen Zitaten belegt, die in den Fußnoten ins Deutsche übersetzt werden.

Alles in allem eine saubere Arbeit, die ich unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten nicht bewerten mag. Als Fantasy-Fan habe ich sie mit wachsendem Interesse durchgeschmökert. Und das ist dann vielleicht ein echter Tipp für andere Freunde dieser klassischen Fantasy-Trilogie ...

1 Kommentar:

Erik N. hat gesagt…

Hmmm... würde mich echt interessieren, worauf die Dame dabei kommt. Vor allem, weil Tolkien im Vorwort zum Buch ja ausdrücklich betont, es gebe in seinem Werk keine Allegorie, jedenfalls keine beabsichtigte...