Eigentlich hatte ich nichts vorbereitet, trotzdem wurde die Radiosendung am Sonntag, 1. Januar 2012, ganz ordentlich. Zumindest nach meinem Geschmack, denn die Mischung machte es wohl aus.
Ich fischte, weil ich kein Konzept für eine Sendung hatte, eine halbe Stunde lang in meinen CD-Kisten herum. Dann radelte ich ins Querfunk-Studio und konzentrierte mich während der Sendung vor allem auf Bands aus Deutschland, die in den 90er-Jahren aktiv waren.
So kamen unter anderem Wizo und die Terrorgruppe aus den Lautsprechern. Während die beiden Bands mit ihrem melodischen Punk gut zusammenpassten, war es bei Beat Down (Prügel-Hardcore) und Across The Border (Folk-Punk) aus dem Raum Karlsruhe nicht leicht, eine gemeinsame Linie zu finden.
Zur allgemeinen Verwirrung trug ich womöglich bei, in dem ich Bands wie Recharge aus Hannover (knüppelnder Hardcore-Punk) und Bullocks (quietschender Melodie-Punk) aus Düsseldorf brachte; dazu die Toten Hosen (okay, Stücke aus den 80er-Jahren) oder Steakknife (knalliger Punkrock) aus Saarbrücken und so.
Zumindest mir machte meine Radiosendung Spaß. Ob und wie es anderen Leuten beim Anhören gefiel, weiß ich nicht.
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
02 Januar 2012
01 Januar 2012
Ballern bei Bismarck
Zum ersten Mal in all den Jahren feierte ich das Neue Jahr in Ettlingen; das ist eine kleine, sehr hübsche Stadt zwischen Karlsruhe und Rastatt, am Rand des Schwarzwaldes gelegen. Das Regenwetter hörte pünktlich auf, wir gingen hoch zum sogenannten Panoramaweg, passierten eine Bismarck-Statue und standen dann unterhalt des Bismarck-Turmes.
Von diesem Punkt aus hatten wir einen schönen Blick auf die Straßen von Ettlingen, auf die umliegenden Gemeinden und sogar auf den Rand von Karlsruhe. Als das Feuerwerk zum Jahreswechsel startete, gab das ein eindrucksvolles Bild: Hinter uns wurde vom Bismarck-Turm ins Tal geballert, aus den Kleingärten zu unseren Füßen wurde zurückgeschossen; wir hielten mit einigen Raketen eher zaghaft dagegen und beschränkten uns vor allem auf das Sekttrinken und Zugucken.
Alles in allem ein sehr gelungener Jahreswechsel. Nach dem katastrophalen Jahr 2011, das für mich außer Arbeit-Arbeit-Arbeit wenig bereitzuhalten hatte, kann es 2012 ja auch nur besser werden ...
Von diesem Punkt aus hatten wir einen schönen Blick auf die Straßen von Ettlingen, auf die umliegenden Gemeinden und sogar auf den Rand von Karlsruhe. Als das Feuerwerk zum Jahreswechsel startete, gab das ein eindrucksvolles Bild: Hinter uns wurde vom Bismarck-Turm ins Tal geballert, aus den Kleingärten zu unseren Füßen wurde zurückgeschossen; wir hielten mit einigen Raketen eher zaghaft dagegen und beschränkten uns vor allem auf das Sekttrinken und Zugucken.
Alles in allem ein sehr gelungener Jahreswechsel. Nach dem katastrophalen Jahr 2011, das für mich außer Arbeit-Arbeit-Arbeit wenig bereitzuhalten hatte, kann es 2012 ja auch nur besser werden ...
31 Dezember 2011
Starker Abschied
Ein Jahr lang wirbelte Manfred Müller aus Köln durch die Redaktion des »Fandom Observer«; das hat dem Fanzine richtig gut getan. Mit der Nummer 270, die er im Dezember 2011 veröffentlichte, hat er seinen endgültigen Abschied erklärt. Wenn man bedenkt, dass er 1992 seine erste Ausgabe dieses Fanzines gestaltete, ist das in Ordnung.
Vor allem, wenn man bedenkt, welche interessante Ausgabe er zuletzt publiziert hat. Natürlich kann nicht jeder Beitrag gelungen sein, aber die Vielfalt überzeugt. Neben den üblichen Bestandteilen des Heftes – die vielen Rezensionen von Fanzines und Büchern sowie die Vorstellungen von Filmen – gibt es schließlich haufenweise Reportagen, Artikel und Interviews.
Man kann als kritischer Leser zwar darüber schmunzeln, dass die Dame, die den Autor Tommy Krappweis interviewte, so richtig gar keine Ahnung von Fantasy zu haben scheint, wird dafür aber mit einem gelungenen Interview mit der Autorin Gesa Schwartz belohnt. Es gibt Nachrufe auf H.G. Francis und Viktor Farkas sowie einen Bericht vom MuCon in München – und ruckzuck ist eine sehr gelungene Ausgabe gelesen.
Es ist sehr schade, dass Manfred Müller als Redakteur des »Fandom Observer« aufhört. Man kann es verstehen. Dummerweise hat er die Messlatte für seine Kollegen in den nächsten Monaten sehr hoch gelegt ...
Vor allem, wenn man bedenkt, welche interessante Ausgabe er zuletzt publiziert hat. Natürlich kann nicht jeder Beitrag gelungen sein, aber die Vielfalt überzeugt. Neben den üblichen Bestandteilen des Heftes – die vielen Rezensionen von Fanzines und Büchern sowie die Vorstellungen von Filmen – gibt es schließlich haufenweise Reportagen, Artikel und Interviews.
Man kann als kritischer Leser zwar darüber schmunzeln, dass die Dame, die den Autor Tommy Krappweis interviewte, so richtig gar keine Ahnung von Fantasy zu haben scheint, wird dafür aber mit einem gelungenen Interview mit der Autorin Gesa Schwartz belohnt. Es gibt Nachrufe auf H.G. Francis und Viktor Farkas sowie einen Bericht vom MuCon in München – und ruckzuck ist eine sehr gelungene Ausgabe gelesen.
Es ist sehr schade, dass Manfred Müller als Redakteur des »Fandom Observer« aufhört. Man kann es verstehen. Dummerweise hat er die Messlatte für seine Kollegen in den nächsten Monaten sehr hoch gelegt ...
23 Dezember 2011
Ich bin blau

Wenn es ein Bild gibt, das für das Jahr 2011 und die andauernde Anspannung in den letzten zwölf Monaten steht, dann ist es eines, das auf dem PERRY RHODAN-WeltCon aufgenommen wurde: Ich stehe auf der Bühne, das Scheinwerferlicht lässt mich blau erscheinen, und schaue sehr ernst ins Publikum.
Ein gleichermaßen schönes wie passendes Bild. Finde zumindest ich.
22 Dezember 2011
Allerlei Romane rezensiert
Seit dem PERRY RHODAN-WeltCon 2011 habe ich es tatsächlich geschafft, wieder einige Romane zu lesen und auch zu rezensieren. Diese Besprechungen erschienen auf der PERRY RHODAN-Homepage, und ich verweise gerne auf einige der aktuelleren.
So kam im Dezember unter dem Titel »Ein Blick in das französische Herz der Finsternis« die Besprechung eines Simenon-Romans. »Tropenkoller« fand ich stark, vielleicht weil er auch in Afrika spielt, aber ich bin mir sicher, dass ich hier keine Mehrheitsmeinung vertrete.
Als »SF-Krimi mit phantasievoller Prämisse« bezeichnete ich den Roman »Die Stadt und die Stadt« des britischen Schriftstellers China Miéville; den lernte ich übrigens mal bei einem WeltCon in Chicago ein wenig kennen, wenn ich mich düster erinnere. Sein Roman ist sehr phantasievoll und nicht unbedingt etwas für die Puristen.
Stark fand ich die dritte Ausgabe von »Omen«, die von Frank Festa herausgegeben und verlegt wurde. Das Phantastik-Journal kommt als schön aufgemachtes Paperback in den Handel - ich bezeichnete es als »Pflichtlektüre für Fans von Horror und Dunkler Phantastik«.
Ein komplett »Lesenswertes Sachbuch für Science-Fiction-Fans« ist ein Sachbuch, das den hübschen Titel »Abschied von Weltraumopern« trägt und Beiträge von Rainer Eisfeld aus dem vergangenen Vierteljahrhundert zusammenfasst. Wer sich für Hintergründe der Science Fiction interessiert, ist hier bestens beraten.
Hab' ich in meinem Blog eigentlich schon auf »Eine Jugend im ollen Westberlin« hingewiesen? Falls ja, ist das nicht schlimm - auf diesen Roman weise ich gerne zweimal hin. Falls nein, ist das unverzeihlich. Unter dem Titel »Bloß weg hier« veröffentlichte Frank Böhmert einen richtig gut zu lesenden Roman, dem ich viele Leser wünsche.
So kam im Dezember unter dem Titel »Ein Blick in das französische Herz der Finsternis« die Besprechung eines Simenon-Romans. »Tropenkoller« fand ich stark, vielleicht weil er auch in Afrika spielt, aber ich bin mir sicher, dass ich hier keine Mehrheitsmeinung vertrete.
Als »SF-Krimi mit phantasievoller Prämisse« bezeichnete ich den Roman »Die Stadt und die Stadt« des britischen Schriftstellers China Miéville; den lernte ich übrigens mal bei einem WeltCon in Chicago ein wenig kennen, wenn ich mich düster erinnere. Sein Roman ist sehr phantasievoll und nicht unbedingt etwas für die Puristen.
Stark fand ich die dritte Ausgabe von »Omen«, die von Frank Festa herausgegeben und verlegt wurde. Das Phantastik-Journal kommt als schön aufgemachtes Paperback in den Handel - ich bezeichnete es als »Pflichtlektüre für Fans von Horror und Dunkler Phantastik«.
Ein komplett »Lesenswertes Sachbuch für Science-Fiction-Fans« ist ein Sachbuch, das den hübschen Titel »Abschied von Weltraumopern« trägt und Beiträge von Rainer Eisfeld aus dem vergangenen Vierteljahrhundert zusammenfasst. Wer sich für Hintergründe der Science Fiction interessiert, ist hier bestens beraten.
Hab' ich in meinem Blog eigentlich schon auf »Eine Jugend im ollen Westberlin« hingewiesen? Falls ja, ist das nicht schlimm - auf diesen Roman weise ich gerne zweimal hin. Falls nein, ist das unverzeihlich. Unter dem Titel »Bloß weg hier« veröffentlichte Frank Böhmert einen richtig gut zu lesenden Roman, dem ich viele Leser wünsche.
21 Dezember 2011
Tiefster Wald
Im Dezember 2011 besprach ich für den Fandom Observer den Roman »Die Alchemie der Unsterblichkeit« der Autorin Kerstin Pflieger. Die Besprechung fiel sehr kritisch aus; das liegt sicher daran, weil die Autorin sowohl meine aktuelle Heimat Karlsruhe als auch meine ehemalige Heimat, den Schwarzwald, in einem historisch-phantastischen Roman verwurstet hat.
Jetzt kündigt der Fantasy-Newsletter des Goldmann-Verlags das neue Werk der Autorin an. Ich zitiere: »... entführt Kerstin Pflieger ihre Leser erneut ins tiefste Schwarzwald des 18. Jahrhunderts«. Aha. Ganz ernsthaft: Da muss man doch nicht mehr wissen.
Jetzt kündigt der Fantasy-Newsletter des Goldmann-Verlags das neue Werk der Autorin an. Ich zitiere: »... entführt Kerstin Pflieger ihre Leser erneut ins tiefste Schwarzwald des 18. Jahrhunderts«. Aha. Ganz ernsthaft: Da muss man doch nicht mehr wissen.
Schwarzenbacher Talsperre
Schaue ich mir Bilder aus der Vergangenheit meiner Eltern an, fällt es mir schwer, diese Bilder mit meinen Erinnerungen in Einklang zu bringen. Ein schönes Beispiel ist eine kleinformatige Fotografie, die laut handschriftlicher Notiz meiner Mutter den 3. Mai 1951 dokumentiert; das war ein Donnerstag.
Sie war damals 21 Jahre alt, hat lange Haare und trägt eine Jacke, die offensichtlich gegen schlechtes Wetter schützen soll; dazu einen langen Rock. Mein Vater, damals gerade 26 Jahre alt geworden und seit nicht einmal drei Jahren aus der Kriegsgefangenschaft zurück, fällt vor allem durch eine Mütze auf, die wie eine Baseballkappe aussieht, deren Schirm man nach hinten gedreht hat.
Laut Notiz war es ein Ausflug an die Schwarzenbacher Talsperre, einige Dutzend Kilometer von unserem Dorf entfernt und im Nordschwarzwald gelegen. Im Hintergrund sieht man die Sperranlagen; alles sieht eher grau und kühl aus. Die beiden, die dicht beieinander stehen, machen den Eindruck, als hätten sie mit dem kleinen Motorrad meines Vaters einen Ausflug unternommen.
Sie wirken glücklich: arme Leute, die sich einen gemeinsamen Ausflug leisten konnten. Fast auf den Tag genau heirateten sie drei Jahre später.
Sie war damals 21 Jahre alt, hat lange Haare und trägt eine Jacke, die offensichtlich gegen schlechtes Wetter schützen soll; dazu einen langen Rock. Mein Vater, damals gerade 26 Jahre alt geworden und seit nicht einmal drei Jahren aus der Kriegsgefangenschaft zurück, fällt vor allem durch eine Mütze auf, die wie eine Baseballkappe aussieht, deren Schirm man nach hinten gedreht hat.
Laut Notiz war es ein Ausflug an die Schwarzenbacher Talsperre, einige Dutzend Kilometer von unserem Dorf entfernt und im Nordschwarzwald gelegen. Im Hintergrund sieht man die Sperranlagen; alles sieht eher grau und kühl aus. Die beiden, die dicht beieinander stehen, machen den Eindruck, als hätten sie mit dem kleinen Motorrad meines Vaters einen Ausflug unternommen.
Sie wirken glücklich: arme Leute, die sich einen gemeinsamen Ausflug leisten konnten. Fast auf den Tag genau heirateten sie drei Jahre später.
20 Dezember 2011
Frau Doktor mit der Abschiedsplatte
Die zehnköpfige Band Frau Doktor sah ich im Lauf der Jahre zwei-, dreimal und fand die Mischung aus Ska und ein wenig Punk und anderen Klängen stets sehr gut. Mit der CD »Grenzen der Gemütlichkeit«, die im September 2010 erschienen ist, liegt gewissermaßen das Abschiedswerk der Band aus Wiesbaden vor, die mehr als ein Dutzend Jahre durch die Lande tourte.
Wie es sich für das Label gehört, ist die CD schön gestaltet, und die 19 Stücke sind auch durchweg gelungen. Sie enthält 15 Stücke, die man von anderen Platten her kennt, ebenso aber einige neue.
Manche davon sind ein wenig sehr dudelig oder pendeln mir zu sehr in den Reggae hinüber. Dafür krachen einige andere um so mehr. Und nachdem ich mir die ruhigeren Stücke mehrfach angehört hatte, gefielen mir diese ebenfalls.
Schade, dass sich die Band aufgelöst hat. Mit der CD hinterlässt sie zumindest ein gelungenes Denkmal.
Wie es sich für das Label gehört, ist die CD schön gestaltet, und die 19 Stücke sind auch durchweg gelungen. Sie enthält 15 Stücke, die man von anderen Platten her kennt, ebenso aber einige neue.
Manche davon sind ein wenig sehr dudelig oder pendeln mir zu sehr in den Reggae hinüber. Dafür krachen einige andere um so mehr. Und nachdem ich mir die ruhigeren Stücke mehrfach angehört hatte, gefielen mir diese ebenfalls.
Schade, dass sich die Band aufgelöst hat. Mit der CD hinterlässt sie zumindest ein gelungenes Denkmal.
19 Dezember 2011
Menü der Elemente
Für die Nachwelt muss ich das einfach aufschreiben, wenngleich es schon einige Tage her ist: Am Sonntag, 11. Dezember 2011, waren wir zum »Menü der Elemente« im Restaurant »fünf« in der Nordstadt von Karlsruhe. Dort sind wir öfter, und wenn es spezielle Themen-Menüs gibt, freut es mich.
Ganz klar: Ich nahm die vegetarische Variante des Menüs. Wer Fleisch mochte, bekam irgendwelches Wild. Das gebotene Element war »Erde« - kein Wunder, dass es viele Wurzelgemüse-Sachen gab.
Als Vorspeise - oder Amuse bouche - gab es Kartoffelbrot im Blumentopf mit Gelbwurz-Saté-Sauce. Es war eine winzige Portion, aber eine völlige Köstlichkeit.
Dann kam die Suppe: eine Schwarzwurzel-Schaumsuppe mit Rote-Beete-Chips. Dazu erhielt ich einen trockenen Grauburgunder aus der Pfalz. Eine wunderbare Kombination.
Der Höhepunkt und das Hauptgericht: getrüffelter Topinamburflan mit Pilz-Kastanienragout im Wurzelgemüse-Körbchen. Das Ragout war unglaublich lecker, und dazu gab es einen Corvina Garda aus der Cantina di Custoza - in der hatte ich selbst schon einmal Wein gekauft.
Auf der Zunge schmelzen ließ ich mir den Nachtisch: Ingwerparfait mit Erdmandelkaramell und Saatenflorentiner. Ich genehmigte mir noch einen Espresso sowie als krönenden Abschluss einen Grappa.
Das mag zwar alles ein wenig dekadent klingen - aber ich fand alles total klasse und lecker. Zudem mag ich das Restaurant und die Leute, die dort arbeiten; da passt dann alles zusammen.
Ganz klar: Ich nahm die vegetarische Variante des Menüs. Wer Fleisch mochte, bekam irgendwelches Wild. Das gebotene Element war »Erde« - kein Wunder, dass es viele Wurzelgemüse-Sachen gab.
Als Vorspeise - oder Amuse bouche - gab es Kartoffelbrot im Blumentopf mit Gelbwurz-Saté-Sauce. Es war eine winzige Portion, aber eine völlige Köstlichkeit.
Dann kam die Suppe: eine Schwarzwurzel-Schaumsuppe mit Rote-Beete-Chips. Dazu erhielt ich einen trockenen Grauburgunder aus der Pfalz. Eine wunderbare Kombination.
Der Höhepunkt und das Hauptgericht: getrüffelter Topinamburflan mit Pilz-Kastanienragout im Wurzelgemüse-Körbchen. Das Ragout war unglaublich lecker, und dazu gab es einen Corvina Garda aus der Cantina di Custoza - in der hatte ich selbst schon einmal Wein gekauft.
Auf der Zunge schmelzen ließ ich mir den Nachtisch: Ingwerparfait mit Erdmandelkaramell und Saatenflorentiner. Ich genehmigte mir noch einen Espresso sowie als krönenden Abschluss einen Grappa.
Das mag zwar alles ein wenig dekadent klingen - aber ich fand alles total klasse und lecker. Zudem mag ich das Restaurant und die Leute, die dort arbeiten; da passt dann alles zusammen.
18 Dezember 2011
Letztes Seminar für 2011
Nach drei Tagen in Wolfenbüttel ist die Erschöpfung jedesmal groß. Das liegt nicht nur daran, dass es durchaus anstrengend sein kann, sich mit den Texten anderer Autoren zu beschäftigen, intensiv mit den Autoren zu diskutieren und vor allem auch immer einigermaßen schlaue Sachen zu sagen. Es liegt unter anderem daran, dass es nachts sehr spät wird und ich auf im Schnitt vier bis fünf Stunden Schlaf komme.
Es wäre selbstverständlich klüger, als Dozent in einem solchen Seminar bereits um elf Uhr abends ins Bett zu gehen und morgens um sieben Uhr dann sportlich-fit aufzustehen. Das schaffte ich leider in all den Jahren nie, allen guten Vorsätzen zum Trotz. Es wird stets drei Uhr, und es bleibt stets eben nicht bei nur einem Bier.
Dafür machte es dann doch sehr viel Spaß: engagierte Teilnehmer, lebhafte Diskussionen, viele Verbesserungen bei den Kurzgeschichten - mir gefiel, was ich sah, und mir gefiel, was sich veränderte. Die Feedback-Runde mit den Teilnehmern machte mir klar, dass es den misten ebenfalls gefallen hatte - das Seminar schien gut angekommen zu sein.
Spannend ist jetzt vor allem folgendes: Von welchen Autoren wird man in nächster Zeit mehr hören? Aus früheren Seminaren haben es längst einige geschafft - sicher nicht wegen der Seminare allein. Aber sie haben Bücher in renommierten Verlagen veröffentlicht, und die waren stets gut lesbar.
Es wäre selbstverständlich klüger, als Dozent in einem solchen Seminar bereits um elf Uhr abends ins Bett zu gehen und morgens um sieben Uhr dann sportlich-fit aufzustehen. Das schaffte ich leider in all den Jahren nie, allen guten Vorsätzen zum Trotz. Es wird stets drei Uhr, und es bleibt stets eben nicht bei nur einem Bier.
Dafür machte es dann doch sehr viel Spaß: engagierte Teilnehmer, lebhafte Diskussionen, viele Verbesserungen bei den Kurzgeschichten - mir gefiel, was ich sah, und mir gefiel, was sich veränderte. Die Feedback-Runde mit den Teilnehmern machte mir klar, dass es den misten ebenfalls gefallen hatte - das Seminar schien gut angekommen zu sein.
Spannend ist jetzt vor allem folgendes: Von welchen Autoren wird man in nächster Zeit mehr hören? Aus früheren Seminaren haben es längst einige geschafft - sicher nicht wegen der Seminare allein. Aber sie haben Bücher in renommierten Verlagen veröffentlicht, und die waren stets gut lesbar.
17 Dezember 2011
Kurzgeschichten-Seminar
Wieder einmal bin ich in Wolfenbüttel an der Bundesakademie für kulturelle Bildung, diesmal zusammen mit Uwe Anton als Co-Dozent. Die Teilnehmer sind kritisch und agil, die Gespräche sind auch in den Pausen anstrengend und ergiebig zugleich. Das Thema ist die SF-Kurzgeschichte, wobei wir die Genre-Grenzen nicht zu eng fassen wollen.
Los ging es am Freitag abend, 16. Dezember; der Samstag ist traditionell der anspruchsvollste Tag. Die Teilnehmer bekommen Textaufgaben; es wird intensiv an bereits erarbeiteten Texten gearbeitet, und es gibt ständig Rückmeldungen.
Unter anderem ging es uns darum, den Teilnehmern zu zeigen, wie man Texte nötigenfalls wie am Reißbrett erstellen kann: Wie kann ich eine Figur anlegen, wie mache ich einen Handlungsschauplatz nachvollziehbar?
Los ging es am Freitag abend, 16. Dezember; der Samstag ist traditionell der anspruchsvollste Tag. Die Teilnehmer bekommen Textaufgaben; es wird intensiv an bereits erarbeiteten Texten gearbeitet, und es gibt ständig Rückmeldungen.
Unter anderem ging es uns darum, den Teilnehmern zu zeigen, wie man Texte nötigenfalls wie am Reißbrett erstellen kann: Wie kann ich eine Figur anlegen, wie mache ich einen Handlungsschauplatz nachvollziehbar?
16 Dezember 2011
Zuglautsprecher
Wieder einmal war ich mit der Bahn unterwegs, und alles klappte. Der Wagen war ordentlich beheizt, der Sturm außerhalb des Zuges interessierte mich nicht, und die Verspätung am Ende der vier Stunden betrug keine halbe Minute. Das finde ich super!
Schräg hinter mir im Großraumwagen, vielleicht vier oder fünf Reihen, saß ein Mann mit eindeutigem schwäbischem Akzent. Wie ich später saß, unterhielt er sich mit einer älteren Dame.
Wobei unterhalten das falsche Wort ist. Er redete ununterbrochen, von Karlsruhe bis Fulda, und die ältere Dame sagte ab und zu mal ein Wort. Und er sprach laut genug, dass es jeder mitbekommen konnte.
Was er für einen stressigen Job habe. Wie sehr er sich als Anwalt mit den Ansprüchen von Hartz-IV-Empfängern herumschlagen müsse. Wie nervig das mit den Mietnomaden sei und welche Schwierigkeiten es da gäbe. Und so weiter und so fort.
Zeitweise musste ich ihm zuhören, zeitweise konnte ich mich gut auf mein Manuskript konzentrieren. Gut ging es, als ich einpennte; wahrscheinlich lullte mich das ununterbrochen heruntergelaberte neoliberale Geschwätz gut ein. Zugfahren kann auf unterschiedliche Weise zum Abenteuer werden.
Schräg hinter mir im Großraumwagen, vielleicht vier oder fünf Reihen, saß ein Mann mit eindeutigem schwäbischem Akzent. Wie ich später saß, unterhielt er sich mit einer älteren Dame.
Wobei unterhalten das falsche Wort ist. Er redete ununterbrochen, von Karlsruhe bis Fulda, und die ältere Dame sagte ab und zu mal ein Wort. Und er sprach laut genug, dass es jeder mitbekommen konnte.
Was er für einen stressigen Job habe. Wie sehr er sich als Anwalt mit den Ansprüchen von Hartz-IV-Empfängern herumschlagen müsse. Wie nervig das mit den Mietnomaden sei und welche Schwierigkeiten es da gäbe. Und so weiter und so fort.
Zeitweise musste ich ihm zuhören, zeitweise konnte ich mich gut auf mein Manuskript konzentrieren. Gut ging es, als ich einpennte; wahrscheinlich lullte mich das ununterbrochen heruntergelaberte neoliberale Geschwätz gut ein. Zugfahren kann auf unterschiedliche Weise zum Abenteuer werden.
15 Dezember 2011
Glam-Achtziger
Die Klamottenmarke »Takko Fashion« ist mir insofern bekannt, dass ich einen Laden von außen kenne: Kaufe ich abends in einem der großen Supermärkte ein, komme ich unweigerlich an einem »Takko« vorbei. Ohne jemals ein Produkt der Firma gekauft zu haben, gelange ich zu dem Eindruck, dass es nicht unbedingt die höchstwertigen Dinge sind, die dort angeboten werden.
Schön ist aber der neue Prospekt der Marke, den ich aus dem heimischem Briefkasten fischte. Unter dem Motto »Get The New Look 2012«, das wieder mal die Vorliebe für schlechte Angliszismen in der deutschen Werbung beweist, werden haufenweise Klamotten präsentiert.
Als »Der wichtigste Trend zum Jahreswechsel« wird ausgewiesen: »Die 80ies sind sieder da!« Über das verschrobene Englisch stolpere ich hinweg, denn dann kommt der nächste Satz: »Und damit jede Menge Glam Rock.«
Aha. Die 80er-Jahre. Der Glam-Rock. Und »die Zeit der großen Party«, denn »ohne Glamour geht nichts«. Der Werbetexter von heute kennt sich eindeutig nicht in der Popkultur aus (Glam-Rock war in den 70ern, ihr Banausen!), kann weder deutsch noch englisch und stolpert stilsicher durch alle Sprachklischees.
Im Prospekt selbst sieht man unter anderem eine junge Dame, die aussieht wie Madonna in der Mitte der 80er-Jahre. Das kann man gut oder schlecht finden - mit Glam hat das nichts zu tun. Aber ich muss das ja auch nicht verstehen.
Schön ist aber der neue Prospekt der Marke, den ich aus dem heimischem Briefkasten fischte. Unter dem Motto »Get The New Look 2012«, das wieder mal die Vorliebe für schlechte Angliszismen in der deutschen Werbung beweist, werden haufenweise Klamotten präsentiert.
Als »Der wichtigste Trend zum Jahreswechsel« wird ausgewiesen: »Die 80ies sind sieder da!« Über das verschrobene Englisch stolpere ich hinweg, denn dann kommt der nächste Satz: »Und damit jede Menge Glam Rock.«
Aha. Die 80er-Jahre. Der Glam-Rock. Und »die Zeit der großen Party«, denn »ohne Glamour geht nichts«. Der Werbetexter von heute kennt sich eindeutig nicht in der Popkultur aus (Glam-Rock war in den 70ern, ihr Banausen!), kann weder deutsch noch englisch und stolpert stilsicher durch alle Sprachklischees.
Im Prospekt selbst sieht man unter anderem eine junge Dame, die aussieht wie Madonna in der Mitte der 80er-Jahre. Das kann man gut oder schlecht finden - mit Glam hat das nichts zu tun. Aber ich muss das ja auch nicht verstehen.
14 Dezember 2011
Schnarch-Metal
Wie sehr man mit wuchtiger Musik ganz schön langweilen kann, das beweist die Band Everblame. Die drei jungen Männer stammen aus Ludwigshafen, werden laut »Intro« als »Hochdruck-Schwergewichts-Alternative« bezeichnet und machen im Prinzip Numetal. Ich habe ihre CD »Frantic« gehört, und ich bin nach dem Anhören einigermaßen ratlos.
Die Herren können spielen, das ist völlig klar. Sie lassen's gelegentlich rummsen, gammeln ansonsten aber in den Stücken herum, als hätten sie die Handbremse bis zum Anschlag angezogen. Das ist so wie mit irgendwelchen Eckenstehern, die gerne fürchterlich hart tun, bei der geringsten Androhung körperlicher Gewalt aber den Schwanz einziehen.
Empfehlenswert ist ein Besuch der Band-Homepage. Es gibt eine Reihe von Texten, bei denen ich mir ein Grinsen nicht verkneifen kann: »Auch live sind sie eigentlich immer unterwegs, denn auf der Bühne liegt das Herzblut von Everblame und dort gehören sie auch hin!«
Was an der Platte »roh, dreckig und voll auf die Zwölf« sein soll, wie das Band-Info behauptet, weiß ich übrigens nicht. Vielleicht bin ich einfach schon zu alt für so langweilige Musik - oder habe einfach zu viel Hardcore in meinem Leben gehört. (Ich werde die CD weiter verschenken; gibt ja genügend Leute, die solche Musik mögen.)
Die Herren können spielen, das ist völlig klar. Sie lassen's gelegentlich rummsen, gammeln ansonsten aber in den Stücken herum, als hätten sie die Handbremse bis zum Anschlag angezogen. Das ist so wie mit irgendwelchen Eckenstehern, die gerne fürchterlich hart tun, bei der geringsten Androhung körperlicher Gewalt aber den Schwanz einziehen.
Empfehlenswert ist ein Besuch der Band-Homepage. Es gibt eine Reihe von Texten, bei denen ich mir ein Grinsen nicht verkneifen kann: »Auch live sind sie eigentlich immer unterwegs, denn auf der Bühne liegt das Herzblut von Everblame und dort gehören sie auch hin!«
Was an der Platte »roh, dreckig und voll auf die Zwölf« sein soll, wie das Band-Info behauptet, weiß ich übrigens nicht. Vielleicht bin ich einfach schon zu alt für so langweilige Musik - oder habe einfach zu viel Hardcore in meinem Leben gehört. (Ich werde die CD weiter verschenken; gibt ja genügend Leute, die solche Musik mögen.)
13 Dezember 2011
Im Weihnachtstrubel
Sich geehrt fühlen
Mit Michael Nagula stehe ich seit 1980 in indirektem Kontakt. Indirekt deshalb, weil wir uns damals nicht kannten, er aber dafür sorgte, dass eine Kurzgeschichte von mir veröffentlicht wurde - und ich mein erstes Honorar als »freier Schriftsteller« erhielt. Im Lauf der Jahrzehnte wurde unser Kontakt ein wenig direkter, und wir arbeiten seit Jahren immer wieder zusammen.
Mit dem zweiten Teil der »PERRY RHODAN-Chronik« hat er nun den Job gehabt, die Jahre 1975 bis 1980 der Science-Fiction-Serie zu beschreiben. Dabei werde ich unversehens zu einem seiner »Protagonisten«; zwar nur als Randgestalt, aber immerhin.
Das Buch selbst habe ich noch gar nicht gelesen, es ist quasi druckfrisch. Aber als jemand, der nicht vor dem »Ego-Googeln« zurückschreckt, schaute ich erst mal, was Michael Nagula über mich schreibt. Nichts schlimmes auf jeden Fall - schauen wir mal, wie sich das in weiteren Teilen der Chronik verhalten wird ...
Mit dem zweiten Teil der »PERRY RHODAN-Chronik« hat er nun den Job gehabt, die Jahre 1975 bis 1980 der Science-Fiction-Serie zu beschreiben. Dabei werde ich unversehens zu einem seiner »Protagonisten«; zwar nur als Randgestalt, aber immerhin.
Das Buch selbst habe ich noch gar nicht gelesen, es ist quasi druckfrisch. Aber als jemand, der nicht vor dem »Ego-Googeln« zurückschreckt, schaute ich erst mal, was Michael Nagula über mich schreibt. Nichts schlimmes auf jeden Fall - schauen wir mal, wie sich das in weiteren Teilen der Chronik verhalten wird ...
12 Dezember 2011
Von Rechts wegen - zitiert
»Kontext: Wochenzeitung« ist eine Internet-Zeitung aus Stuttgart, der man nicht zu nahe tritt, wenn man sagt, sie habe sich aus dem Widerstand gegen Stuttgart 21 entwickelt. Einmal pro Woche liegt die Zeitung in Auszügen als vierseitige Beilage der »taz« bei, und ich lese sie immer wieder gern.
Der Aufmacher-Artikel in der Ausgabe vom 11. Dezember 2011 trägt den Titel »Von Rechts wegen« und ist von besonderem Interesse. Mit einer sauberen Recherche wird dargestellt, wie die sogenannte Terrorzelle aus Jena und Zwickau anscheinend mit »unserer« Region zusammenhängt.
Unter anderem gebe es - so der Artikel - Beziehungen zu Rechtsanwälten in Stuttgart und Rastatt (wo ich ja auch arbeite); ebenso gebe es Verbindungen zu der Skinhead-Band Noie Werte aus Stuttgart. Mit deren Umfeld kam ich in den 90er-Jahren gelegentlich in Berührung - im wahrsten Sinne des Wortes.
Wer immer noch glaubt, dass dieser Nazi-Terror nur aus dem Osten kommt, sollte diesen Artikel auf der Internet-Seite der Zeitung lesen. Es ist keine unbedingt spaßige Lektüre, aber es lohnt sich.
Der Aufmacher-Artikel in der Ausgabe vom 11. Dezember 2011 trägt den Titel »Von Rechts wegen« und ist von besonderem Interesse. Mit einer sauberen Recherche wird dargestellt, wie die sogenannte Terrorzelle aus Jena und Zwickau anscheinend mit »unserer« Region zusammenhängt.
Unter anderem gebe es - so der Artikel - Beziehungen zu Rechtsanwälten in Stuttgart und Rastatt (wo ich ja auch arbeite); ebenso gebe es Verbindungen zu der Skinhead-Band Noie Werte aus Stuttgart. Mit deren Umfeld kam ich in den 90er-Jahren gelegentlich in Berührung - im wahrsten Sinne des Wortes.
Wer immer noch glaubt, dass dieser Nazi-Terror nur aus dem Osten kommt, sollte diesen Artikel auf der Internet-Seite der Zeitung lesen. Es ist keine unbedingt spaßige Lektüre, aber es lohnt sich.
11 Dezember 2011
Phantastische Ermittler
Heute haben Fanzines weniger Auflage als in den 80er-Jahren, kommen dafür aber mit einer ISBN und einer professionellen Gestaltung um die Ecke, nennen sich im Untertitel »Das Magazin für Phantastik« und tun so, als seien sie professionell. Mit dem Inhalt hat das nichts zu tun, doch ich freue mich ernsthaft, wenn hinter der ganzen Optik auch was vernünftiges zu finden ist.
In diesem Fall geht es um das Fanzine »Phase X«, dessen Ausgabe 8 ich zuletzt gelesen habe – und zwar richtig gern. Es erscheint im kleinen Atlantis-Verlag, der sich in den letzten Jahren richtig gemausert hat, ist als schickes Paperback gebunden und hat 124 Seiten Umfang. Der Preis von 6,90 Euro ist völlig angemessen, da gibt es nichts zu meckern.
Das Fanzine wird von Interviews und Artikeln zum Thema »Phantastische Ermittler« geprägt. Klassiker wie der Science-Fiction-Detektiv Dominic Flandry werden ebenso beleuchtet wie der Geisterjäger John Sinclair. Die Interviews sind sachkundig und meist auch unterhaltsam; ich habe sie gern gelesen. Eine bunte Mischung wird serviert, die Science Fiction ebenso umfasst wie Horror oder Fantasy.
Ausgesprochen gelungen ist die Kurzgeschichte »Angelus« der englischen Autorin Nina Allan, die mit den Erwartungen des Lesers spielt. Wenn kleine Magazine – oder Fanzines – wie »Phase X« solche Texte ausgraben und dem Leser hierzulande präsentieren, freue ich mich.
Alles in allem eine gelungene Ausgabe, der Schwerpunkt wurde gut gewählt und vor allem gut getroffen. Lesenswertes Fanzine – und es darf sich meinetwegen weiterhin als Magazin bezeichnen ...
In diesem Fall geht es um das Fanzine »Phase X«, dessen Ausgabe 8 ich zuletzt gelesen habe – und zwar richtig gern. Es erscheint im kleinen Atlantis-Verlag, der sich in den letzten Jahren richtig gemausert hat, ist als schickes Paperback gebunden und hat 124 Seiten Umfang. Der Preis von 6,90 Euro ist völlig angemessen, da gibt es nichts zu meckern.
Das Fanzine wird von Interviews und Artikeln zum Thema »Phantastische Ermittler« geprägt. Klassiker wie der Science-Fiction-Detektiv Dominic Flandry werden ebenso beleuchtet wie der Geisterjäger John Sinclair. Die Interviews sind sachkundig und meist auch unterhaltsam; ich habe sie gern gelesen. Eine bunte Mischung wird serviert, die Science Fiction ebenso umfasst wie Horror oder Fantasy.
Ausgesprochen gelungen ist die Kurzgeschichte »Angelus« der englischen Autorin Nina Allan, die mit den Erwartungen des Lesers spielt. Wenn kleine Magazine – oder Fanzines – wie »Phase X« solche Texte ausgraben und dem Leser hierzulande präsentieren, freue ich mich.
Alles in allem eine gelungene Ausgabe, der Schwerpunkt wurde gut gewählt und vor allem gut getroffen. Lesenswertes Fanzine – und es darf sich meinetwegen weiterhin als Magazin bezeichnen ...
10 Dezember 2011
Was für ein Punkrock!-Kracher
Ich bin völlig baff: Die Ausgabe 14 des Fanzines Punkrock! aus Mannheim und Umgebung ist eine echte Granate – wer sich auch nur ansatzweise für diese Szene und die Musik und all das Drumherum interessiert, sollte das Heft kaufen.
Schon im A5-Format fand ich das Fanzine gut, die Nummer 14 kommt im A4-Format und hat ein prächtiges Layout, das auch die gelungenen Fotos bestens zur Geltung bringt. Beim Inhalt hat die Truppe ebenfalls deutlich zugelegt: Ich habe alles gelesen und mich bestens unterhalten.
Mit Bands wie den Streetpunkern Rejected Youth, den amerikanischen Glatzen Harrington Saints, den Jungpunks von Libery Madness und Hysterese ist schon einmal ein bunter Reigen an Interviews vorhanden – und das sind nur einige der gelisteten Das meiste liest sich sehr gut und sachkundig, häufig auch unterhaltsam.
Selbstverständlich enthält das Heft haufenweise Platten-, Fanzine- und Buchbesprechungen; das kennt man schon, wenngleich sie hier sachkundig und lesenswert sind. Schön finde ich, dass auch Tapes rezensiert werden. Und so kommt in dem Heft ein guter Beitrag zu anderen – sehr schön!
Das hammerharte 100 Seiten umfassende Fanzine kostet nur drei Euro – es enthält keine CD, aber das empfinde ich ja mittlerweile glatt als einen Pluspunkt. Zu bestellen ist es beim Plattenhändler eures Vertrauens oder eben direkt auf der Homepage des Fanzines.
Schon im A5-Format fand ich das Fanzine gut, die Nummer 14 kommt im A4-Format und hat ein prächtiges Layout, das auch die gelungenen Fotos bestens zur Geltung bringt. Beim Inhalt hat die Truppe ebenfalls deutlich zugelegt: Ich habe alles gelesen und mich bestens unterhalten.
Mit Bands wie den Streetpunkern Rejected Youth, den amerikanischen Glatzen Harrington Saints, den Jungpunks von Libery Madness und Hysterese ist schon einmal ein bunter Reigen an Interviews vorhanden – und das sind nur einige der gelisteten Das meiste liest sich sehr gut und sachkundig, häufig auch unterhaltsam.
Selbstverständlich enthält das Heft haufenweise Platten-, Fanzine- und Buchbesprechungen; das kennt man schon, wenngleich sie hier sachkundig und lesenswert sind. Schön finde ich, dass auch Tapes rezensiert werden. Und so kommt in dem Heft ein guter Beitrag zu anderen – sehr schön!
Das hammerharte 100 Seiten umfassende Fanzine kostet nur drei Euro – es enthält keine CD, aber das empfinde ich ja mittlerweile glatt als einen Pluspunkt. Zu bestellen ist es beim Plattenhändler eures Vertrauens oder eben direkt auf der Homepage des Fanzines.
09 Dezember 2011
Drei Sekunden Gegenwart
Am Donnerstag, 8. Dezember 2011, stand seit langem wieder mal ein Kabarett-Abend an. Wir gingen in die »Orgelfabrik« in Karlsruhe-Durlach, die sich für solche Veranstaltungen wegen ihrer tollen Räumlichkeiten absolut anbietet. Sonderlich voll war es nicht; ich schätze, dass nicht mehr als fünfzig, sechzig Leute anwesend waren.
Ich kannte den Kabarettisten nicht, er wurde mir aber wärmstens empfohlen. Claus von Wagner stammt aus Bayern, sein Programm nennt sich »Drei Sekunden Gegenwart«, und man kann es als eine Mischung aus Politik und Persönlichem zusammenfassen.
Logischerweise durften Angriffe auf die gängige Politik und eine Verarschung der Bundeskanzlerin sowie des bayerischen Ministerpräsidenten nicht fehlen. Beide bieten sich für solche Themen geradezu an - Claus von Wagner bekam die unterschiedlichen Verarschungen auch gut hin.
Schön fand ich allerdings den Rahmen des gesamten Programms: Er spielte einen jungen Vater, der in einem Konflikt mit seiner Ex-Freundin steht - die beiden haben sich getrennt, und sie hat die gemeinsame Tochter »behalten«. Er legt sich mit dem Jugendamt und dem Gericht an, er forscht in seiner eigenen Vergangenheit, und er stellt sich bei alledem recht blöd an.
Gleichzeitig ist es oftmals bitter - der junge Vater liebt seine Tochter, ist seiner Ex in jeglicher Hinsicht unterlegen und ärgert sich zu allem Überfluss über haufenweise anderen Kram. Das Kabarett-Programm schwankt deshalb zwischen flachen, aber gut gebrachten Witzen, beinharter Polit-Satire und eher ernsthaften Gedanken über Moral, Familie und Beziehungskram.
Vor allem in der zweiten Hälfte, nachdem uns der Kabarettist »warmgespielt« hatte, kamen wir zeitweise aus dem Lachen nicht mehr heraus. Es gab viel zu Klatschen, und es gab sogar eine kleine Zugabe. Ein gelungener Abend mit einem Kabarettisten, den ich mir echt merken sollte!
Ich kannte den Kabarettisten nicht, er wurde mir aber wärmstens empfohlen. Claus von Wagner stammt aus Bayern, sein Programm nennt sich »Drei Sekunden Gegenwart«, und man kann es als eine Mischung aus Politik und Persönlichem zusammenfassen.
Logischerweise durften Angriffe auf die gängige Politik und eine Verarschung der Bundeskanzlerin sowie des bayerischen Ministerpräsidenten nicht fehlen. Beide bieten sich für solche Themen geradezu an - Claus von Wagner bekam die unterschiedlichen Verarschungen auch gut hin.
Schön fand ich allerdings den Rahmen des gesamten Programms: Er spielte einen jungen Vater, der in einem Konflikt mit seiner Ex-Freundin steht - die beiden haben sich getrennt, und sie hat die gemeinsame Tochter »behalten«. Er legt sich mit dem Jugendamt und dem Gericht an, er forscht in seiner eigenen Vergangenheit, und er stellt sich bei alledem recht blöd an.
Gleichzeitig ist es oftmals bitter - der junge Vater liebt seine Tochter, ist seiner Ex in jeglicher Hinsicht unterlegen und ärgert sich zu allem Überfluss über haufenweise anderen Kram. Das Kabarett-Programm schwankt deshalb zwischen flachen, aber gut gebrachten Witzen, beinharter Polit-Satire und eher ernsthaften Gedanken über Moral, Familie und Beziehungskram.
Vor allem in der zweiten Hälfte, nachdem uns der Kabarettist »warmgespielt« hatte, kamen wir zeitweise aus dem Lachen nicht mehr heraus. Es gab viel zu Klatschen, und es gab sogar eine kleine Zugabe. Ein gelungener Abend mit einem Kabarettisten, den ich mir echt merken sollte!
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