13 März 2011

Mein persönliches Dschungelbuch


Bevor ich das »Dschungelbuch« von Rudyard Kipling in der Version eines »richtigen Buches« las und auch lange, bevor ich den wunderbaren Zeichentrick-Film von Walt Disney sah, kannte ich bereits Mogli, die Wölfe, die schrägen Affen oder Balu den Elefanten. Und schuld daran waren meine Eltern und die Firma Kaba.

Das kam nämlich so: Als Kind trank ich gerne Kaba, das Schokoladengetränk, das mit dem unschlagbaren Slogan »der Plantagentrank« für sich warb. Meine Mutter kaufte fleißig Kaba, und ich trank Tasse um Tasse; meine Schwester ebenfalls.

In jenen Tagen waren Sammelpunkte bei allen möglichen Produkten völlig normal, die man ausschnitt und irgendwann einschickte. Wir waren Schwaben und sparsam, also sammelten wir eifrig mit. Für die Kaba-Sammelpunkte gab es »Dschungelbuch«-Hefte, zwanzig Seiten starke Hefte im Querformat, farbig gedruckt und mit Abbildungen aus dem Zeichentrickfilm versehen.

Es muss Ende der 60er Jahre gewesen sein, als meine Mutter mir diese Hefte schenkte. Diese Ausgaben blätterte ich unglaublich oft durch, ich las sie, und ich malte in ihnen herum; sie haben »Gebrauchsspuren«, wie man so schön sagt.

Und irgendwie überdauerten sie die Jahrzehnte, zumindest sieben von den insgesamt acht erschienenen Heften. Seit ich sie wiederfand, hatte ich sie oft in den Händen, lächelte bei den Bildern und bei den kindlichen Zeichnungen und versuchte mir vorzustellen, wie das ganze 1968 oder 1970 auf mich gewirkt haben musste.

Ich lernte Bären und Wölfe, Affen und Schlangen buchstäblich durch die Augen von Mogli kennen. Als Junge wollte ich Abenteuer wie dieser Mogli erleben – und wäre natürlich viel zu ängstlich dafür gewesen. Die »Dschungelbuch«-Geschichten schenkten mir einen phantastischen Blick in eine phantastische Welt, und das fand ich als Kind stark.

Als Erwachsener denke ich gern daran zurück; ich glaube, dass ich diese Büchlein auch weitere Jahrzehnte aufbewahren werde ...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Balu der Elefant...hehehe

Enpunkt hat gesagt…

Seufz. Balu ist natürlich kein Elefant, sondern ein Bär. Aber die Elefanten fand ich trotzdem toll.