18 April 2016

Punk in der Scheune

Karl Nagel ist ein Phänomen: Der Mann ist auch schon Mitte fünfzig, und er sprang am Sonntagabend, 17. April 2016, auf der Bühne herum, als sei er zwanzig oder gar dreißig Jahre jünger. Vor allem angesichts eines doch eher müde und verfroren wirkenden Publikums war das eine enorme Leistung.

Seien wir fair – ich musste mich auch aus dem Haus und auf die Straße quälen. Das Wetter am Sonntag war feucht und kalt, und ich hatte keine so richtig große Lust auf ein Punk-Konzert. Aber die Aussicht, mir die Ohren freiblasen zu lassen und einige alte Bekannte mal wieder zu treffen, riss dann doch alles heraus,

8 Jahre KEIN HASS DA – 2016 geht’s weiter!
Bis ich aber in Jöhlingen eintraf, einer Landgemeinde bei Karlsruhe, war es schon fast zu spät. Ich hatte Blutwurst verpasst, die Lokalhelden aus dem Raum Karlsruhe, aber als ich eintraf, legten gerade Kein Hass Da los. Die Scheune, in der alles stattfand, erwies sich als eine echte Scheune: recht staubig, ein wenig verfallen und angegammelt, damit ideal geeignet für ein Punkrock-Konzert.

Viel Publikum hatte sich nicht eingefunden, vielleicht zwei Dutzend waren es. Kein Hass Da ließen es trotzdem knallen: Die Band ist richtig gut, die Musiker wissen genau, was sie tun, und Karl Nagel tobt auf der Bühne herum, dass es eine wahre Pracht ist. Man muss natürlich in gewisser Weise die alten Bad Brains mögen, um Kein Hass Da wirklich zu verstehen.

Aber auch jemand, der das Original nicht kennt, dürfte seine Freude an der Band haben. Mir machte der Abend viel Spaß. Pünktlich um halb zehn Uhr kam die Polizei und nervte – es hat sich seit den 80er-Jahren noch nicht so viel geändert. Aber das konnte einen schönen Punkrock-Abend dann auch nicht mehr trüben ...

Kommentare:

Christina hat gesagt…

Den Polizeieinsatz stelle mir lustig vor! Ich nehme mal an, dass die Polizisten jünger waren als die meisten Konzertbesucher. :-)

Enpunkt hat gesagt…

Sagen wir: Der männliche Polizist dürfte so in etwa mein Jahrgang gewesen sein, seine Kollegin deutlich jünger. Und da im Konzert zumindest eine Person »nur« 31 Jahre alt war ...