Manche Sachen dauern länger; bei mir ist das häufig die Lektüre aktueller Dinge. Schließlich geht ständig etwas aus dem »Perryversum« vor, da bleibt dann nicht immer die nötige Zeit für privates Schmökern. Aus diesem Grund beendete ich auch dieser Tage erst die Lektüre der vierten Ausgabe von »Pandora«.
Dabei handelt, nein, handelte es sich um ein Magazin für Science Fiction und Fantasy. Einen der Herausgeber kenne ich seit vielen Jahren; es ist der Ex-Freiburger Hannes Riffel, der in Berlin unter anderem für den Otherland-Buchladen (ehemals Ufo-Buchladen) in Kreuzberg verantwortlich ist, wenn er sein Geld nicht gerade als Lektor, Herausgeber und Übersetzer verdient. Der andere Herausgeber ist Jakob Schmidt, den ich nur vom Namen und von seinen teilweise recht intellektuellen Texten her kenne.
Gemeinsam haben die beiden vier Ausgaben von »Pandora« herausgebracht. Die vierte, also diejenige, die ich zuletzt gelesen habe, stammt bereits aus dem Herbst 2009 – das ist ganz schön lange her. Aber ich habe nicht bereut, das Magazin von vorne bis hinten gelesen zu haben.
Magazin? 272 Seiten in einem Format, das ein wenig über dem gängiger Hardcover ist, gesetzt mit Texten, die mehr Inhalt haben als ein 500-Seiten-Buch? Magazin? Na gut, bei dem Begriff geht es ja um Erscheinungsweise und Vertriebsform, trotzdem wirkt das Wort hier ein wenig falsch.
Dafür stimmt der Inhalt hundertprozentig. Neben Buchbesprechungen und Artikeln (unter anderem über Philip K. Dick und Kurd Lasswitz) gibt es vor allem Erzählungen, allesamt sehr gut illustriert.
Ich mochte vor allem den beeindruckenden Kurzroman »Flammen«, der in den »Pandora«-Ausgaben 3 und 4 veröffentlicht wurde und den ich erst jetzt komplett gelesen habe – da geht's um menschliche Kolonisten auf einem fremden Planeten und deren Probleme und Gefühle und vor allem um dramatische Öko-Entwicklungen und gesellschaftliche Hintergründe.
Klingt schwierig, ist aber faszinierend zu lesen. Dazu kommen andere Geschichten, unter anderem von Autoren wie Jeffrey Thomas (dessen »Punktown«-Geschichten ich eh mag) oder Wolfgang Jeschke (der »große alte Mann der deutschen SF«). Eine starke Sammlung von »gehobener« Science Fiction.
Das beeindruckende Buch/Magazin kostete 16,90 Euro – ein Betrag, der wirklich gut angelegt ist. Ich find's schade, dass »Pandora« schon eingestellt wird, und ich kann das Magazin auch im Nachhinein nur jedem empfehlen. Gibt's ja immer noch über die Homepage des Verlages ...
Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
11 Dezember 2010
10 Dezember 2010
Wer zu schnell kürzt ...
Im aktuellen »Fandom Observer« sind gleich drei Buchbesprechungen von mir zu finden. Der Herausgeber hat mich nach Material gefragt, und ich habe geliefert. Bei der heutigen Lektüre der Ausgabe 258 habe ich mich allerdings glatt über schlimmes Deutsch geärgert. Wohlgemerkt in meinen eigenen Rezensionen ...
Des Rätsels Lösung: Ich habe - nach Absprache natürlich - Rezensionen genommen, die ich bereits im Internet publiziert hatte. Für den »Fandom Observer« wurden diese selbstverständlich umgeschrieben und leicht bearbeitet, vor allem um »Rhodanismen« gekürzt. Ich schreibe ja schließlich für ein anderes Publikum.
Das musste schnell gehen, wie so oft. Und beim Kürzen haute es dabei ganze Worte bis halbe Sätze auch an den Stellen weg, wo diese richtig gewesen wären. Die Folge sind einige blöde Holpereien.
Mist. Was lernen wir daraus? Auch unter Zeitdruck sollte man sich genügend Zeit fürs Schreiben nehmen ...
Des Rätsels Lösung: Ich habe - nach Absprache natürlich - Rezensionen genommen, die ich bereits im Internet publiziert hatte. Für den »Fandom Observer« wurden diese selbstverständlich umgeschrieben und leicht bearbeitet, vor allem um »Rhodanismen« gekürzt. Ich schreibe ja schließlich für ein anderes Publikum.
Das musste schnell gehen, wie so oft. Und beim Kürzen haute es dabei ganze Worte bis halbe Sätze auch an den Stellen weg, wo diese richtig gewesen wären. Die Folge sind einige blöde Holpereien.
Mist. Was lernen wir daraus? Auch unter Zeitdruck sollte man sich genügend Zeit fürs Schreiben nehmen ...
Amari mit italienischem Pop
Früher hätte ich gesagt, »Dancefloor-Music« sei pauschal Mist. Doch seit ich Faithless vor vielen Jahren live in Karlsruhe gesehen habe, bekomme ich Stücke wie »God Is A DJ« nicht aus dem Kopf. Das ist meilenweit weg vom Punk, aber dennoch ziemlich klasse.
Entsprechend interessiert ging ich an die italienische Band Amari ran. Von der Kapelle liegt mir die CD »Poweri« vor, die ziemlich abwechslungsreich ist. Mal fiepen und klimpern die Computer, mal wird mit tief hängenden Gitarren tatsächlich gerockt, dass es eine Freude ist. Wer sich ein Stück wie »Girls On Vodka« ausdenkt, kann kein schlechter Mensch sein.
Kurzum: Das hat echt was. Meine Lieblingsband wird Amari aber sicher nicht ...
Entsprechend interessiert ging ich an die italienische Band Amari ran. Von der Kapelle liegt mir die CD »Poweri« vor, die ziemlich abwechslungsreich ist. Mal fiepen und klimpern die Computer, mal wird mit tief hängenden Gitarren tatsächlich gerockt, dass es eine Freude ist. Wer sich ein Stück wie »Girls On Vodka« ausdenkt, kann kein schlechter Mensch sein.
Kurzum: Das hat echt was. Meine Lieblingsband wird Amari aber sicher nicht ...
09 Dezember 2010
Beim Schuster
Nur wenige hundert Meter von meiner Haustür entfernt gibt es eine winzigkleine Schuhmacher-Werkstatt. In einem Raum, der nicht viel größer ist als mein Arbeitszimmer daheim, sitzt ein türkisch sprechender Mann, der schon ein wenig älter wirkt, und leistet für gutes Geld hervorragende Arbeit.
Zu diesem brachte ich kurz vor dem Winter meine Stiefel. »Die sind nicht mehr gut«, sagte ich, zeigte auf die Sohlen und gab sie ihm. »Können Sie die reparieren?«
Er nahm die Schuhe, drehte sie in der Hand, betrachtete die völlig abgelatschte Sohle. »Für Arbeit?«, fragte er dann.
Kurz überlegte ich, ob ich ihm die Wahrheit sagen sollte. Dann nickte ich. »Ja«, log ich. »Die sind für die Arbeit.«
Er nickte, machte sich an die Arbeit, am nächsten Tag waren die Schuhe neu besohlt. Ich hatte kein schlechtes Gewissen angesichts meiner Lüge. Hätte der Mann verstanden, was ich meinte, wenn ich die Wahrheit gesagt hätte?
»Nein, das sind keine Arbeitsschuhe«, hätte ich gesagt. »Das sind meine Tanzschuhe. Für Pogo.«
Zu diesem brachte ich kurz vor dem Winter meine Stiefel. »Die sind nicht mehr gut«, sagte ich, zeigte auf die Sohlen und gab sie ihm. »Können Sie die reparieren?«
Er nahm die Schuhe, drehte sie in der Hand, betrachtete die völlig abgelatschte Sohle. »Für Arbeit?«, fragte er dann.
Kurz überlegte ich, ob ich ihm die Wahrheit sagen sollte. Dann nickte ich. »Ja«, log ich. »Die sind für die Arbeit.«
Er nickte, machte sich an die Arbeit, am nächsten Tag waren die Schuhe neu besohlt. Ich hatte kein schlechtes Gewissen angesichts meiner Lüge. Hätte der Mann verstanden, was ich meinte, wenn ich die Wahrheit gesagt hätte?
»Nein, das sind keine Arbeitsschuhe«, hätte ich gesagt. »Das sind meine Tanzschuhe. Für Pogo.«
08 Dezember 2010
Wetterjammern
Seit Jahren spotte ich über die Menschen, die nur über das Wetter klagen, anstatt es zu akzeptieren - letztlich kann man ohnehin nichts dagegen tun. Nur bin ich in diesen Tagen auch frustriert: Ich hatte mich so schön an die Minusgrade gewöhnt, an die kalte Luft, an den gewissermaßen trockenen Schnee und die Möglichkeiten, sich in ordentlicher Kleidung an der frischen Luft aufzuhalten.
Doch jetzt? Es regnet ununterbrochen, da macht Radfahren keinen Spaß, und das reduziert die Laune schlagartig. Für einen Dezember, der so schön begonnen hat, ist das keine überzeugende Entwicklung. Wenn ich könnte, würde ich diesen Monat aus meiner persönlichen Liste »voten«.
Das schlimmste daran: Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen blühen bei diesen Temperaturen meine Allergien. Die Nase läuft, die Augen tränen. Da freut sich unsereins schon auf den nächsten Kälteeinbruch ...
Doch jetzt? Es regnet ununterbrochen, da macht Radfahren keinen Spaß, und das reduziert die Laune schlagartig. Für einen Dezember, der so schön begonnen hat, ist das keine überzeugende Entwicklung. Wenn ich könnte, würde ich diesen Monat aus meiner persönlichen Liste »voten«.
Das schlimmste daran: Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen blühen bei diesen Temperaturen meine Allergien. Die Nase läuft, die Augen tränen. Da freut sich unsereins schon auf den nächsten Kälteeinbruch ...
07 Dezember 2010
Im Land der Verheißung
Bereits vor zwei Jahren veröffentlichte Dr. Jörg Weigand einen ersten Band unter dem Reihentitel »Phantastischer Oberrhein« im Schillinger-Verlag, Freiburg. Damals war ich mit einer Kurzgeschichte vertreten, und in der Fortsetzung bin ich's ebenfalls. Mit »Land der Verheißung« liegt nämlich die zweite Sammlung mit Kurzgeschichten und Erzählungen vor.
Drin sind diesmal 16 Autoren, darunter der Bestsellerautor Gisbert Haefs - mit so jemandem tauche ich gern im selben Buch auf. Die Gemeinsamkeit ist laut Verlag, dass wir allesamt »am Oberrhein geboren, aufgewachsen oder ansässig sind«. Nun gut ...
Gelesen habe ich das Buch noch nicht; von mir stammt die Kurzgeschichte »Schwarzwaldfahrt«, die im weitesten Sinne phantastisch ist und streng genommen im Landkreis Freudenstadt spielt. Wen's interessiert: Das 202 Seiten starke Buch ist als Hardcover erschienen und kostet 18,80 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-89155-359-6 kann es überall im Buchhandel bestellt werden.
Drin sind diesmal 16 Autoren, darunter der Bestsellerautor Gisbert Haefs - mit so jemandem tauche ich gern im selben Buch auf. Die Gemeinsamkeit ist laut Verlag, dass wir allesamt »am Oberrhein geboren, aufgewachsen oder ansässig sind«. Nun gut ...
Gelesen habe ich das Buch noch nicht; von mir stammt die Kurzgeschichte »Schwarzwaldfahrt«, die im weitesten Sinne phantastisch ist und streng genommen im Landkreis Freudenstadt spielt. Wen's interessiert: Das 202 Seiten starke Buch ist als Hardcover erschienen und kostet 18,80 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-89155-359-6 kann es überall im Buchhandel bestellt werden.
06 Dezember 2010
Nordrhein-Westfalen historisch
Nicht dass ich viel zur Geschichte des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen sagen könnte ... aber ich weiß immerhin genug über die Punkrock-Vergangenheit der Region. Und so machte ich am Sonntag, 5. Dezember 2010, eine Sendung im örtlichen Radio Querfunk, in der es um NRW ging – vor allem unter einem gewissen historischen Blickwinkel.
Das hieß allerdings auch, dass ich durchaus die Ränder anguckte. Male sind klassischer Punk, wie es klassischer nicht sein kann, aber mit Family Five und The Stairs brachte ich eher Mod-Sound; und Billy & The Willies sind nur mit einigem guten Willen in die Punk-Schublade zu stecken – ich mag die Band dennoch.
Rotziger dann die 80er-Jahre-Kapellen Tu Do Hospital, an die sich kaum noch jemand erinnern dürfte, oder Rim Shout, für die das gleiche gilt. Die Idiots aus Dortmund, deren Sänger Sir Hannes immer noch einen Plattenladen besitzt, soweit ich weiß, gehören auf jeden Fall zu den bekannteren Bands der 80er Jahre.
Und dann noch die Lokalmatadore – prollig, aber irgendwie gut – und Hass, die in Sachen Deutschpunk schon ziemlich gut knallten. Die Sendung war somit schön abwechslungsreich und stöberte mehr oder weniger erfolgreich in den 80er und frühesten 90er Jahren.
Das hieß allerdings auch, dass ich durchaus die Ränder anguckte. Male sind klassischer Punk, wie es klassischer nicht sein kann, aber mit Family Five und The Stairs brachte ich eher Mod-Sound; und Billy & The Willies sind nur mit einigem guten Willen in die Punk-Schublade zu stecken – ich mag die Band dennoch.
Rotziger dann die 80er-Jahre-Kapellen Tu Do Hospital, an die sich kaum noch jemand erinnern dürfte, oder Rim Shout, für die das gleiche gilt. Die Idiots aus Dortmund, deren Sänger Sir Hannes immer noch einen Plattenladen besitzt, soweit ich weiß, gehören auf jeden Fall zu den bekannteren Bands der 80er Jahre.
Und dann noch die Lokalmatadore – prollig, aber irgendwie gut – und Hass, die in Sachen Deutschpunk schon ziemlich gut knallten. Die Sendung war somit schön abwechslungsreich und stöberte mehr oder weniger erfolgreich in den 80er und frühesten 90er Jahren.
05 Dezember 2010
Tardi und sein Werk

Seit vielen Jahren - wahrscheinlich seit der Erstausgabe bin ich Abonnent des Comic-Magazins »Reddition«, das an Sach- und Fachkenntnis meiner Ansicht nach unübertroffen ist. Vor allem fasziniert mich seit langer Zeit, wie gut die Schwerpunkthefte gemacht sind; ärgerlich ist nur, dass ich selten dazu komme, sie von vorne bis hinten zu lesen.
Eine Dienstfahrt kann viel ändern, und so las ich im Zug endlich die Ausgabe 52, die bereitsim frühjahr erschienen war. Sie behandelt den französischen Zeichner und Autor Jacques Tardi, dessen »Adele«-Comics im Jahr 2010 auch als Kinofilm »geadelt« wurden. Selbst habe ich von Tardi gar nicht so viel gelesen, weshalb ich die Artikel umso interessanter fand.
Der Mann schrieb und zeichnete Comics, die im Krimi-Milieu spielen oder sich mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzen; sein Stil ist außergewöhnlich und passt in keine Schublade. Das alles bildet das Dossiert wunderbar ab, mit vielen Bildbeispielen, die in mir das Interesse an dem Künstler so richtig wecken.
Ein Klasse-Magazin, das mich mit seinen 76 Seiten und seiner »Bastelbeilage« (kein Scherz!) beeindruckte. Der Preis von acht Euro ist angesichts der optischen wie inhaltlichen Qualität angemessen - man kann das Heft im Comic-Laden kaufen oder direkt bei der Edition Alfons.
04 Dezember 2010
Peter beichtet
Die aktuelle Folge meines PETER PANK-Romans ist erschienen - in der Ausgabe 93 des OX-Fanzines, die dieser Tage aus der Druckerei kam. Angesichts des schrägen Covers bin ich ja mal gespannt, ob man das Heft im regulären Zeitschriftenhandel überhaupt erhalten wird ...
Hin wie her: In der aktuellen Folge 29 meines Fortsetzungsromans, bei dem ich nicht weiß, ob und wie der jemals als Buch zu haben sein wird, geht's immer noch um den Ärger des jungen Helden mit Nazis und anderen Deppen. Der Journalist, den er kennt, erzählt einige Hintergründe, die klar machen, dass nichts so einfach ist, wie Peter Pank es sich vorstellt.
Und ich mache mich schon mal mit dem Umstand vertraut, dass ich in den nächsten Tagen wieder mit dem Schreiben anfangen muss. Ich sollte mal einen Termin so richtig sauber einhalten und nicht erst auf dem letzten Drücker liefern.
Hin wie her: In der aktuellen Folge 29 meines Fortsetzungsromans, bei dem ich nicht weiß, ob und wie der jemals als Buch zu haben sein wird, geht's immer noch um den Ärger des jungen Helden mit Nazis und anderen Deppen. Der Journalist, den er kennt, erzählt einige Hintergründe, die klar machen, dass nichts so einfach ist, wie Peter Pank es sich vorstellt.
Und ich mache mich schon mal mit dem Umstand vertraut, dass ich in den nächsten Tagen wieder mit dem Schreiben anfangen muss. Ich sollte mal einen Termin so richtig sauber einhalten und nicht erst auf dem letzten Drücker liefern.
03 Dezember 2010
Einmal Hamburg und zurück
Dienstreisen kosten viel Zeit, haben aber - wenn ich mit der Bahn unterwegs bin - einen unschlagbaren Vorteil: Endlich habe ich Zeit und Ruhe zum Lesen. Normalerweise zumindest.
So ging es gestern nach Hamburg, die Bahn aus dem Süden hatte insgesamt gerade mal eine Viertelstunde Verspätung und das trotz des Wetters. Der Wagen war voll, neben mir wollte eine ältere Dame immer wieder in ein Gespräch mit mir einsteigen, aber ich kam gut zum Lesen.
Das waren in diesem Fall Manuskripte und andere Arbeitssachen, aber auch die aktuelle Ausgabe der "bild der wissenschaft" und der "Reddition"; zumindest da folgt noch eine Besprechung. So konnte ich am gestrigen Donnerstag, 2. Dezember, in Hamburg einen Termin bei einem unserer Lizenzpartner vereinbaren, der sich als recht gut erwies, und abends noch mit einem anderen Lizenzpartner sehr nett in ein sympathisches Restaurant in Altona gehen.
Am heutigen Freitag, 3. Dezember, dann morgens noch ein Termin bei einer Agentur für Öffentlichkeitsarbeit, dann ging es in die Bahn. Die war diesmal richtig voll, und die Verspätung summierte sich auf insgesamt eine halbe Stunde.
Ich schlief, und ich las, unter anderem eine ältere Ausgabe von "Spektrum der Wissenschaft" (über Quantenphysik, schluck!, aber ein bisschen Bescheid wissen sollte ich ja darüber) und den neuesten Roman von Kinky Friedman. Besprechung folgt, toll war er. Danach begann ich mit der Lektüre des ersten Romans von Paul Di Filippo, der hierzulande erschienen ist (bisher kannte ich von dem Mann nur zwei Novellen) - viel Sex, viel Phantasie.
Dienstreisen bilden. Und sie bringen hoffentlich nicht nur der Firma was, sondern auch mir.
So ging es gestern nach Hamburg, die Bahn aus dem Süden hatte insgesamt gerade mal eine Viertelstunde Verspätung und das trotz des Wetters. Der Wagen war voll, neben mir wollte eine ältere Dame immer wieder in ein Gespräch mit mir einsteigen, aber ich kam gut zum Lesen.
Das waren in diesem Fall Manuskripte und andere Arbeitssachen, aber auch die aktuelle Ausgabe der "bild der wissenschaft" und der "Reddition"; zumindest da folgt noch eine Besprechung. So konnte ich am gestrigen Donnerstag, 2. Dezember, in Hamburg einen Termin bei einem unserer Lizenzpartner vereinbaren, der sich als recht gut erwies, und abends noch mit einem anderen Lizenzpartner sehr nett in ein sympathisches Restaurant in Altona gehen.
Am heutigen Freitag, 3. Dezember, dann morgens noch ein Termin bei einer Agentur für Öffentlichkeitsarbeit, dann ging es in die Bahn. Die war diesmal richtig voll, und die Verspätung summierte sich auf insgesamt eine halbe Stunde.
Ich schlief, und ich las, unter anderem eine ältere Ausgabe von "Spektrum der Wissenschaft" (über Quantenphysik, schluck!, aber ein bisschen Bescheid wissen sollte ich ja darüber) und den neuesten Roman von Kinky Friedman. Besprechung folgt, toll war er. Danach begann ich mit der Lektüre des ersten Romans von Paul Di Filippo, der hierzulande erschienen ist (bisher kannte ich von dem Mann nur zwei Novellen) - viel Sex, viel Phantasie.
Dienstreisen bilden. Und sie bringen hoffentlich nicht nur der Firma was, sondern auch mir.
02 Dezember 2010
Bier und Eis
Auch wenn es am 1. Dezember stürmt und schneit, hält das einen euphorischen Biertrinker nicht davon ab, das Haus zu verlassen. Da im Verkehrsbericht gesagt worden war, man sollte das Auto nur benutzen, wenn es wirklich nötig sei, entschloss ich mich, mit dem Rad zu fahren.
Das stellte sich, nachdem es mich gleich in der Hofeinfahrt fast hingelegt hätte, als erstaunlich unterhaltsam heraus. Sorgsam schlidderte ich über Fahrspuren von Autos und über zugeschneite Gehwege, umschleuderte elegant die Eisplatten, die unter dem Neuschnee verborgen waren, und kam so frisch und munter ins "fünf".
Eine Suppe und ein wenig Bier später ging's auch schon heim - und wieder ging alles glatt. Der Schnee auf der Strecke entlang des Alten Flughafens war jungfräulich weiß, die Luft war klar und frisch, und ich hatte richtig gute Laune. Meinetwegen kann der Winter kommen.
Das stellte sich, nachdem es mich gleich in der Hofeinfahrt fast hingelegt hätte, als erstaunlich unterhaltsam heraus. Sorgsam schlidderte ich über Fahrspuren von Autos und über zugeschneite Gehwege, umschleuderte elegant die Eisplatten, die unter dem Neuschnee verborgen waren, und kam so frisch und munter ins "fünf".
Eine Suppe und ein wenig Bier später ging's auch schon heim - und wieder ging alles glatt. Der Schnee auf der Strecke entlang des Alten Flughafens war jungfräulich weiß, die Luft war klar und frisch, und ich hatte richtig gute Laune. Meinetwegen kann der Winter kommen.
01 Dezember 2010
Schlichter und Dämonenkiller
Wenn es ein Thema in den letzten Tagen gab, das mich auf die Palme brachte, war es die sogenannte Schlichtung im Konflikt um »Stuttgart 21«. Ich schaute ein paarmal zu, bekam über die Nachrichten einiges mit, und ich war gebührend beeindruckt. Und dann nahm ich mir vor, das Thema zu ignorieren - ich ärgerte mich unnötig, und das ist nicht gut für den Kreislauf.
Da höre ich mir dann doch lieber ein cooles Horror-Hörspiel an. In diesem Fall war's die Folge elf von »Dorian Hunter«, produziert vom Zaubermond-Verlag und vertrieben von Universal. In der Folge »Schwestern der Gnade« verschlägt es den Helden der Serie in ein Irrenhaus, in das er sich freiwillig einliefern lässt.
Das Irrenhaus ist gefährlicher, als sich Dorian Hunter vorher vorstellen konnte. Leute werden umgebracht, er kommt in die Zwangsjacke - und das wird zeitweise so fies und gehässig geschildert, dass man einerseits mitleiden kann und andererseits über den so gefesselten Helden grinsen muss.
Ähnlich ging es mir ja mit dem Thema in den letzten Tagen, über das ich mir eigentlich keine Gedanken machen will. Wann immer ich Nachrichten gucke, ärgere ich mich über das Gesindel, das uns regiert; deshalb habe ich die Stuttgart-21-Diskussion bis zum Sommer 2010 so gut wie aus dem Kopf gehabt.
Die Arroganz der Macht und das großkotzige Vorgehen von Bahn und Regierung machte mich - ohnen dass ich es wollte - zum Gegner eines übertriebenen Megaprojekts. An die Schlichtung glaubte ich nie, das erschien mir als geschickter PR-Schachzug der Befürworter: Professionelle Bahnmanager, die einen riesigen Coaching-Stab im Hintergrund haben, treffen auf fach- und sachkundige Amateure, die sich in ihrer Freizeit um Bahnangelegenheiten kümmern; den Farbtupfer dabei geben unfähig wirkende Minister des Landes.
Da lobe ich mir die Kriminalbeamten und sogar die Bösewichte in »Schwestern der Gnade«. Da geht es richtig zur Sache; da wird zwischen dem Nachmittagstee und den leckeren Keksen auch mal über die Ermordung eines Patienten geredet.
Wie immer ist die Produktion äußerst gelungen, werden Musik und Effekte hervorragend eingesetzt. Auch das elfte »Dorian Hunter«-Hörspiel macht Spaß und überzeugte mich auf ganzer Linie.
Ebenso wie die Schlichtung: Die Landesregierung steht bombig da und hat den Segen, dass sie weiterbauen darf. Wer jetzt noch gegen Stuttgarts Großkotzprojekt ist, muss sich endgültig sagen lassen, dass er sich dem demokratisch legitimierten und durch einen Schlichter geadelten Fortschritt in den Weg stellt. Klasse gemacht hat das der Ministerpräsident, das muss man ihm lassen.
Manchmal bin ich mir nicht so ganz im klaren darüber, ob zwischen dem Irrenhaus in »Dorian Hunter« und diversen öffentlichen Gebäuden in Stuttgart wirklich ein so großer Unterschied besteht ...
Da höre ich mir dann doch lieber ein cooles Horror-Hörspiel an. In diesem Fall war's die Folge elf von »Dorian Hunter«, produziert vom Zaubermond-Verlag und vertrieben von Universal. In der Folge »Schwestern der Gnade« verschlägt es den Helden der Serie in ein Irrenhaus, in das er sich freiwillig einliefern lässt.
Das Irrenhaus ist gefährlicher, als sich Dorian Hunter vorher vorstellen konnte. Leute werden umgebracht, er kommt in die Zwangsjacke - und das wird zeitweise so fies und gehässig geschildert, dass man einerseits mitleiden kann und andererseits über den so gefesselten Helden grinsen muss.
Ähnlich ging es mir ja mit dem Thema in den letzten Tagen, über das ich mir eigentlich keine Gedanken machen will. Wann immer ich Nachrichten gucke, ärgere ich mich über das Gesindel, das uns regiert; deshalb habe ich die Stuttgart-21-Diskussion bis zum Sommer 2010 so gut wie aus dem Kopf gehabt.
Die Arroganz der Macht und das großkotzige Vorgehen von Bahn und Regierung machte mich - ohnen dass ich es wollte - zum Gegner eines übertriebenen Megaprojekts. An die Schlichtung glaubte ich nie, das erschien mir als geschickter PR-Schachzug der Befürworter: Professionelle Bahnmanager, die einen riesigen Coaching-Stab im Hintergrund haben, treffen auf fach- und sachkundige Amateure, die sich in ihrer Freizeit um Bahnangelegenheiten kümmern; den Farbtupfer dabei geben unfähig wirkende Minister des Landes.
Da lobe ich mir die Kriminalbeamten und sogar die Bösewichte in »Schwestern der Gnade«. Da geht es richtig zur Sache; da wird zwischen dem Nachmittagstee und den leckeren Keksen auch mal über die Ermordung eines Patienten geredet.
Wie immer ist die Produktion äußerst gelungen, werden Musik und Effekte hervorragend eingesetzt. Auch das elfte »Dorian Hunter«-Hörspiel macht Spaß und überzeugte mich auf ganzer Linie.
Ebenso wie die Schlichtung: Die Landesregierung steht bombig da und hat den Segen, dass sie weiterbauen darf. Wer jetzt noch gegen Stuttgarts Großkotzprojekt ist, muss sich endgültig sagen lassen, dass er sich dem demokratisch legitimierten und durch einen Schlichter geadelten Fortschritt in den Weg stellt. Klasse gemacht hat das der Ministerpräsident, das muss man ihm lassen.
Manchmal bin ich mir nicht so ganz im klaren darüber, ob zwischen dem Irrenhaus in »Dorian Hunter« und diversen öffentlichen Gebäuden in Stuttgart wirklich ein so großer Unterschied besteht ...
30 November 2010
Bei den ollen Youth Brigade
Seit ziemlich genau dreißig Jahren gibt es die kalifornische Punk-Band Youth Brigade; die Brüder Stern und ihre Mitmusiker hatten in diesen Jahren aber viele Unterbrechungen in der »Karriere«, was auch daherkam, dass sie alle ein normales Leben mit Job und Familie führen. In den 90er Jahren sah ich die Band zweimal - einmal in Karlsruhe, einmal in Berlin - und war deshalb sehr gespannt auf ihren Auftritt in der »Alten Hackerei« in Karlsruhe.
Dieser war am Montag, 29. November 2011, der Laden war ordentlich gefüllt, was in diesem Fall heißt, dass vielleicht 100 bis 120 Leute anwesend waren. Die ideale Menge für ein gutes Punk-Konzert, denn der Funke sprang so schnell über. Kein Wunder bei den Qualitäten der Band, die sich auf die Bühne stellte und ohne viel Federlesens loslegte.
Der Sänger, ein deutlich angegrauter Typ mit dynamischem Auftreten, schmetterte die Klassiker der Band ebenso energisch ins Publikum wie neue Stücke. Dazwischen gab's flotte und vor allem knappe Ansagen in verständlichem Englisch, und so steigerte sich die Stimmung rasch.
Ich hatte mich vorne am Bühnenrand platziert, weshalb ich die blöde Brille ablegen konnte. So bekam ich alles gut mit, konnte mich auch ein wenig bewegen und bemerkte irgendwann, dass ich ein Grinsen im Gesicht hatte, als hätte man es mir für Stunden festgetackert.
Es war ein großartiges Konzert - mit einer großartigen Band und einem euphorischen Publikum -, bei dem sich die Stimmung von der Band zum Publikum und zurück spiegelte, inklusive Pogo und Stagediving. Der Arschloch-Faktor war supergering, und dass es draußen Minusgrade bei Schnee hatte, bekam bei den Sauna-Temperaturen in der »Alten Hackerei« niemand mit. Saugut!
Dieser war am Montag, 29. November 2011, der Laden war ordentlich gefüllt, was in diesem Fall heißt, dass vielleicht 100 bis 120 Leute anwesend waren. Die ideale Menge für ein gutes Punk-Konzert, denn der Funke sprang so schnell über. Kein Wunder bei den Qualitäten der Band, die sich auf die Bühne stellte und ohne viel Federlesens loslegte.
Der Sänger, ein deutlich angegrauter Typ mit dynamischem Auftreten, schmetterte die Klassiker der Band ebenso energisch ins Publikum wie neue Stücke. Dazwischen gab's flotte und vor allem knappe Ansagen in verständlichem Englisch, und so steigerte sich die Stimmung rasch.
Ich hatte mich vorne am Bühnenrand platziert, weshalb ich die blöde Brille ablegen konnte. So bekam ich alles gut mit, konnte mich auch ein wenig bewegen und bemerkte irgendwann, dass ich ein Grinsen im Gesicht hatte, als hätte man es mir für Stunden festgetackert.
Es war ein großartiges Konzert - mit einer großartigen Band und einem euphorischen Publikum -, bei dem sich die Stimmung von der Band zum Publikum und zurück spiegelte, inklusive Pogo und Stagediving. Der Arschloch-Faktor war supergering, und dass es draußen Minusgrade bei Schnee hatte, bekam bei den Sauna-Temperaturen in der »Alten Hackerei« niemand mit. Saugut!
29 November 2010
Verdammt geiler Punkrock von Pascow
Die Band Pascow stammt aus dem Saarland, nicht gerade ein Mekka für Punkrock. Dabei haben die Burschen schon ihre vierte Platte raus; die aktuelle heißt »Alles muss kaputt sein« und kam im Oktober 2010 als CD und LP raus. Schon beim ersten Anhören gefiel sie mir: treibender Sound, gut rotzig und trotzdem saugut gespielt, die Gitarren klingen richtig feurig und haben einen Schuss von Emopunk, den ich als positiv empfinde.
Dazu kommen die Texte der insgesamt 15 Stücke: Wer sich Lieder wie »Äthopien die Bombe« ausdenkt, hat einen Sinn für den Wahn unseer Zeit – die Band verzichtet auf Pathos und Parolen, bringt keinen Unsinn und überzeugt mich durch schlaue Texte, die aber nie in Betroffenheit oder zu viel Intellektualität abrutschen.
Das macht Spaß, das macht Laune, und das bringt mich dazu, beim Anhören ständig mitzuwippen. Live dürfte das überzeugen. Die Band beweist auf jeden Fall, dass Punkrock aus deutschen Landen auch im Jahr 2010 richtig überzeugend klingen kann. Klasse!
Dazu kommen die Texte der insgesamt 15 Stücke: Wer sich Lieder wie »Äthopien die Bombe« ausdenkt, hat einen Sinn für den Wahn unseer Zeit – die Band verzichtet auf Pathos und Parolen, bringt keinen Unsinn und überzeugt mich durch schlaue Texte, die aber nie in Betroffenheit oder zu viel Intellektualität abrutschen.
Das macht Spaß, das macht Laune, und das bringt mich dazu, beim Anhören ständig mitzuwippen. Live dürfte das überzeugen. Die Band beweist auf jeden Fall, dass Punkrock aus deutschen Landen auch im Jahr 2010 richtig überzeugend klingen kann. Klasse!
Essay zu Crossvalley Smith

Die aktuelle Ausgabe des SF-Magazins »Exodus« ist dieser Tage erschienen. Ich habe das Heft noch nicht gelesen, sondern bislang nur staunend durchgeblättert: Es sieht stark aus, mit tollem Layout und viel Farbe. Respekt!
Ich bin einigermaßen stolz darauf, dass ich mit einem Beitrag vertreten bin. Titelthema ist der Künstler Crossvalley Smith, der mit farbigen Grafiken und einem Interview präsentiert wird.
Von mir stammt dazu ein zwei Seiten umfassender Artikel, der den Titel »Galaktische Weiten, exotische Visionen« trägt und die Arbeit des Künstlers beleuchtet. Wenn ich bedenke, dass der Text unter fiesem Zeitdruck entstand, bin ich froh, dass ich es überhaupt geschafft habe, ihn halbwegs termingerecht abzuliefern.
28 November 2010
Im Café in Ettlingen
Ettlingen ist eine kleine Stadt direkt neben Karlsruhe, an der vor allem die schöne Innenstadt gefällt: Das sieht alles schick und intakt aus, wie ein Freiluftmuseum mit Blick auf das 18. Jahrhundert. Wer nachts in der Stadt unterwegs ist, was mir nicht so oft passiert, trifft nach Mitternacht nicht mehr auf zu viele Menschen.
Wir stolperten, nachdem wir lecker im »Veritas« gegessen hatten, nach Mitternacht ins »Palladio«, zu einer Zeit also, wo wir nicht mehr die Hauptmahlzeiten genießen konnten. Aber es war dennoch nett: leckere Weine, dazu »süße Kleinigkeiten«. Wir saßen an einem Tisch, tranken viel und redeten noch mehr.
An der Theke saßen drei junge Männer, die sich laut unterhielten; über die Bundeswehr und ihre Parteiarbeit, über Geld und Jobs und Frauen. Ich kam mir vor wie vor über zwanzig Jahren in Freudenstadt, wo ich dieselbe Art von Leuten in den wenigen Kneipen antraf, die ich besuchte.
Warum man im »Palladio« für maximal ein Dutzend Gäste zwei Bedienungen benötigte, erschloss sich mir nicht ganz - aber wenn wir etwas bestellten, war es zackig da. Durch die Scheibe sahen wir hinaus auf den Beginn der Fußgängerzone und auf die Durchgangsstraße.
Und auf der fuhren irgendwann mehrere Krankenwagen und die Polizei vorbei. So einen Aufwand hätte ich in Ettlingen nicht erwartet. Zuckendes Blaulicht vor sanft treibenden Schneeflocken, wie eine Szene aus einem »Tatort«. So brachte der Abend glatt noch ein wenig Spannung mit sich.
Wir stolperten, nachdem wir lecker im »Veritas« gegessen hatten, nach Mitternacht ins »Palladio«, zu einer Zeit also, wo wir nicht mehr die Hauptmahlzeiten genießen konnten. Aber es war dennoch nett: leckere Weine, dazu »süße Kleinigkeiten«. Wir saßen an einem Tisch, tranken viel und redeten noch mehr.
An der Theke saßen drei junge Männer, die sich laut unterhielten; über die Bundeswehr und ihre Parteiarbeit, über Geld und Jobs und Frauen. Ich kam mir vor wie vor über zwanzig Jahren in Freudenstadt, wo ich dieselbe Art von Leuten in den wenigen Kneipen antraf, die ich besuchte.
Warum man im »Palladio« für maximal ein Dutzend Gäste zwei Bedienungen benötigte, erschloss sich mir nicht ganz - aber wenn wir etwas bestellten, war es zackig da. Durch die Scheibe sahen wir hinaus auf den Beginn der Fußgängerzone und auf die Durchgangsstraße.
Und auf der fuhren irgendwann mehrere Krankenwagen und die Polizei vorbei. So einen Aufwand hätte ich in Ettlingen nicht erwartet. Zuckendes Blaulicht vor sanft treibenden Schneeflocken, wie eine Szene aus einem »Tatort«. So brachte der Abend glatt noch ein wenig Spannung mit sich.
Lombego Surfers sind coole Rock-Helden
Im Jahr 2010 ist der Begriff »Rock« zu einer austauschbaren Floskel geworden, die unterschiedslos von schmierigen Metallern und pickeligen Boygroups benutzt wird oder gar als Motto eines Filmes dienen kann. Gottseidank gibt es Bands wie die Lombego Surfers, die zeigen, wo der Hammer hängt und was Rock-Musik wirklich bedeuten kann.
Ich habe die Band vor gut zwanzig Jahren zum ersten Mal gesehen, nicht zum letzten Mal, und habe viele ihrer Platten gekauft und gehört. Die aktuelle Scheibe heißt »still got the night« und reiht sich nahtlos in die bisherigen Veröffentlichungen ein.
Die Band, mal wieder zum Trio geschmolzen, rockt und surft und bollert und wummert. Ein Dutzend Stücke sind auf der Platte, mal gibt es einen Schuss Surf-Sound, dann eine Andeutung von Punk, ansonsten spielt man einfach harte, heftige Rock-Musik, die nichts mit Gitarrengewichse zu tun hat, sondern einfach nur richtig klasse kracht.
Tatsache: Die alten Säcke können es immer noch. Mit ihrer Musik werden sie nie in die großen Hallen zu kommen – dafür ist ihre Rock-Musik zu dreckig – und auch nicht bei der Punk-Szene so richtig landen können, denn dafür isses dann eben doch kein Punk. Ich mag sie trotzdem, und mit »still got the night« haben sie einfach wieder eine geile Platte hingerotzt. Spitze.
Ich habe die Band vor gut zwanzig Jahren zum ersten Mal gesehen, nicht zum letzten Mal, und habe viele ihrer Platten gekauft und gehört. Die aktuelle Scheibe heißt »still got the night« und reiht sich nahtlos in die bisherigen Veröffentlichungen ein.
Die Band, mal wieder zum Trio geschmolzen, rockt und surft und bollert und wummert. Ein Dutzend Stücke sind auf der Platte, mal gibt es einen Schuss Surf-Sound, dann eine Andeutung von Punk, ansonsten spielt man einfach harte, heftige Rock-Musik, die nichts mit Gitarrengewichse zu tun hat, sondern einfach nur richtig klasse kracht.
Tatsache: Die alten Säcke können es immer noch. Mit ihrer Musik werden sie nie in die großen Hallen zu kommen – dafür ist ihre Rock-Musik zu dreckig – und auch nicht bei der Punk-Szene so richtig landen können, denn dafür isses dann eben doch kein Punk. Ich mag sie trotzdem, und mit »still got the night« haben sie einfach wieder eine geile Platte hingerotzt. Spitze.
27 November 2010
Die Nächte in der Mission
Erinnerung an die Kamerun-Reise 1999
Ich kam abends in Douala an, der Hauptstadt von Kamerun; die Luft war schwül und brodelte geradezu. Noch bevor ich den Flughafen verlassen hatte, schwitzte ich. Und als ich endlich in der Innenstadt war und im Innenhof eines alten, wuchtig wirkenden Gebäudes stand, klebte mein T-Shirt am Oberkörper.
Aus dem Reiseführer hatte ich die Information, dass man in der Katholischen Mission preisgünstige Zimmer erhalten könnte, und so war ich auf gut Glück dahin gefahren. Von der Straße drang der Verkehrslärm herein, aber zwischen den Mauern des alten Missionsgebäudes herrschte relative Ruhe. Zwei Wachleute am Eingang unterhielten sich halblaut, aus dem Inneren des Gebäudes kam Gemurmel.
Ich ging zur Tür, öffnete sie vorsichtig und stellte rasch fest, dass ich auf einem Flur stand. Links ging es in einen großen Raum, wo gerade offensichtlich ein Gebet veranstaltet wurde. Männer, die so aussahen, wie ich mir Mönche vorstellte, standen zusammen und murmelten gemeinsam vor einem großen Kreuz irgendwelche Verse. Ich machte, dass ich wieder aus dem Raum hinauskam.
Irgendwann erbarmte sich einer der Mönche meiner Person; wir unterhielten uns, und er wies mir ein Zimmer an. Ich bezahlte 6000 Zentralafrikanische Francs (CFA) für die Nacht sowie 1000 Frank für das Frühstück am nächsten Morgen, was damals um die zwanzig Mark entsprach. Für ein sauberes Zimmer mit Klimaanlage und einem Gemeinschaftsbalkon betrachtete ich das als guten Preis.
Und so begann mein Kamerun-Abenteuer mit einer Übernachtung in der Katholischen Mission von Douala. Es folgten weitere Übernachtungen, bevor ich in rasantem Tempo in den Süden des Landes weiterfuhr. Das aber sind dann andere Geschichten ...
Ich kam abends in Douala an, der Hauptstadt von Kamerun; die Luft war schwül und brodelte geradezu. Noch bevor ich den Flughafen verlassen hatte, schwitzte ich. Und als ich endlich in der Innenstadt war und im Innenhof eines alten, wuchtig wirkenden Gebäudes stand, klebte mein T-Shirt am Oberkörper.
Aus dem Reiseführer hatte ich die Information, dass man in der Katholischen Mission preisgünstige Zimmer erhalten könnte, und so war ich auf gut Glück dahin gefahren. Von der Straße drang der Verkehrslärm herein, aber zwischen den Mauern des alten Missionsgebäudes herrschte relative Ruhe. Zwei Wachleute am Eingang unterhielten sich halblaut, aus dem Inneren des Gebäudes kam Gemurmel.
Ich ging zur Tür, öffnete sie vorsichtig und stellte rasch fest, dass ich auf einem Flur stand. Links ging es in einen großen Raum, wo gerade offensichtlich ein Gebet veranstaltet wurde. Männer, die so aussahen, wie ich mir Mönche vorstellte, standen zusammen und murmelten gemeinsam vor einem großen Kreuz irgendwelche Verse. Ich machte, dass ich wieder aus dem Raum hinauskam.
Irgendwann erbarmte sich einer der Mönche meiner Person; wir unterhielten uns, und er wies mir ein Zimmer an. Ich bezahlte 6000 Zentralafrikanische Francs (CFA) für die Nacht sowie 1000 Frank für das Frühstück am nächsten Morgen, was damals um die zwanzig Mark entsprach. Für ein sauberes Zimmer mit Klimaanlage und einem Gemeinschaftsbalkon betrachtete ich das als guten Preis.
Und so begann mein Kamerun-Abenteuer mit einer Übernachtung in der Katholischen Mission von Douala. Es folgten weitere Übernachtungen, bevor ich in rasantem Tempo in den Süden des Landes weiterfuhr. Das aber sind dann andere Geschichten ...
26 November 2010
Mit Maigret im Wald
Donnerstag im November, am späten Nachmittag: Ich fuhr in den Schwarzwald, zurück in die alte Heimat. Es war der Tag, an dem in diesem Jahr 2010 der Winter über das Land hereinbrach. Glaubte ich dem Verkehrsbericht, tobte ein mittleres Verkehrschaos im Land.
Ich kam gut durch, und das lag sicher daran, dass ich eine gute Beschallung hatte: Im Autoradio lag ein Hörbuch aus dem Diogenes-Verlag, die Erzählung »Maigret und Mademoiselle Berthe« von Georges Simenon. Ich mag die Maigret-Romane des französischen Klassikers, und ich habe darüber schon gelegentlich geschrieben; diese Erzählung als Hörbuch zu konsumieren war eine interessante Neuerung.
Sie spielt nach Maigrets Zeit als offizieller Kommissar; der alte Polizist hat sich einigermaßen an das Nichtstun gewöhnt, als ihn der Brief einer jungen Frau aus der beschaulichen Ruhe aufstöbert. Er fährt nach Paris, wird in einen seltsamem Fall verwickelt und muss zwischen kleinen Gaunern und einer jungen Schneiderin ermitteln.
Es ist eine wunderbare Geschichte, ruhig erzählt und ohne Action, dabei mit viel Emotion für die handelnden Personen. Beeindruckend fand ich aber die Stimme: Gert Heidenreich spricht den Maigret so, dass man den massigen Polizisten quasi neben sich stehen sieht, dunkel und schwerfällig.
So trug mich Heidenreichs Stimme über verschneite Schwarzwaldstraßen. Und während ich mit meinem Auto die Schönegründer Steige hinaufrollte, immer schön vorsichtig, weil es ein wenig rutschig war, erfuhr ich alles über eine verzweifelte junge Frau und ihre Liebe zu einem kleinen Gauner. Stark.
Ich kam gut durch, und das lag sicher daran, dass ich eine gute Beschallung hatte: Im Autoradio lag ein Hörbuch aus dem Diogenes-Verlag, die Erzählung »Maigret und Mademoiselle Berthe« von Georges Simenon. Ich mag die Maigret-Romane des französischen Klassikers, und ich habe darüber schon gelegentlich geschrieben; diese Erzählung als Hörbuch zu konsumieren war eine interessante Neuerung.
Sie spielt nach Maigrets Zeit als offizieller Kommissar; der alte Polizist hat sich einigermaßen an das Nichtstun gewöhnt, als ihn der Brief einer jungen Frau aus der beschaulichen Ruhe aufstöbert. Er fährt nach Paris, wird in einen seltsamem Fall verwickelt und muss zwischen kleinen Gaunern und einer jungen Schneiderin ermitteln.
Es ist eine wunderbare Geschichte, ruhig erzählt und ohne Action, dabei mit viel Emotion für die handelnden Personen. Beeindruckend fand ich aber die Stimme: Gert Heidenreich spricht den Maigret so, dass man den massigen Polizisten quasi neben sich stehen sieht, dunkel und schwerfällig.
So trug mich Heidenreichs Stimme über verschneite Schwarzwaldstraßen. Und während ich mit meinem Auto die Schönegründer Steige hinaufrollte, immer schön vorsichtig, weil es ein wenig rutschig war, erfuhr ich alles über eine verzweifelte junge Frau und ihre Liebe zu einem kleinen Gauner. Stark.
25 November 2010
Doppelverwertung

Es gibt Leute, die lesen keine Blogs - oder sie lesen zumindest nicht meine Blog-Texte. Das kann man verstehen; anders gesagt, kann ich es verstehen. Die Zeit ist endlich, also geht nicht alles. Deshalb nutze ich gelegentlich diese Blog-Texte als »Steinbruch« für weitere Texte.
Im Fanzine »Intravenös« ist jetzt auf viereinhalb Seiten mein Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2010 erschienen. Zusammengefasst sind Texte, die in diesem Blog sowie im PERRY RHODAN-Blog veröffentlicht wurden - inhaltlich beziehen sie sich auf dieselbe Veranstaltung, machen aber immer wieder andere Blickwinkel auf.
Wie das die Leser aufnehmen werden, weiß ich nicht. Ich selbst fand's interessant, dieselben Texte in einer neuen Zusammenstellung, mit leichter Bearbeitung und in einem Zweispalten-Layout zu sehen.
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