Ich habe im Verlauf der Jahre mehrere Veranstaltungen besucht, in denen Gardi Huttert auf der Bühne stand. Die aus der Schweiz stammende Clownin ist eigensinnig, was ihre Komik und ihren Humor angeht, das ist nicht jedermanns Geschmack, will es auch nicht sein.
Am Samstag sah ich mir das aktuelle Programm an: »Gardizero – clowneskes Theater« schien sogar die Uraufführung zu sein, und der Saal im Theaterhaus in Stuttgart war brechend voll.
Es ist immer schwer, auch nur ansatzweise wiederzugeben, was Gardi Hutter auf der Bühne eigentlich macht. Sie trägt keine typischen Clown-Klamotten – auch wenn ich sie schon mit einer roten Nase gesehen habe; diesmal allerdings nicht – und setzt nicht auf schenkelklopfenden Humor. Vieles von dem, was sie spielt, lädt durchaus zu Interpretationen ein; diesmal gab es Szenen, die ich nicht verstand. Aber so hatten wir einiges zu besprechen, während wir von Stuttgart nach Karlsruhe zurückfuhren …
Das Programm bestand aus einer Reihe von Szenen, die ineinander übergingen. Anfangs war Gardi Hutter eine Schauspielerin, die diverse Theaterstücke aufführen wollte, später spielte sie mit Nasenpopeln und Flöhen, noch später ging es um Fortpflanzung und das Menschsein als solches. Die Szenen wechselten rasch, manchmal war es ziemlich schräg.
Gardi Hutter spielt mit ganzem Einsatz. Sie verzieht ihr Gesicht, sie gibt seltsame Geräusche von sich, sie springt und rennt, sie sitzt und liegt, sie gestikuliert mit beiden Händen – manchmal kann man da nichts anderes tun, als gebannt zuzuschauen. Lachen kann man trotzdem häufig genug.
Wie bei jedem Auftritt von Gardi Huttert war ich hinterher sehr begeistert. Sagen wir so: Andere Stücke waren allerdings leichter zugänglich. Vielleicht sollte ich mir »Gardizero« in einigen Monaten oder Jahren mal wieder anschauen – dann ergeben sich bestimmt andere Perspektiven.

1 Kommentar:
Einige wenige Informationen zum Programm »Gardizero« vermittelt das Theaterhaus Stuttgart auf seiner Website.
Hier:
https://www.theaterhaus.com/de/programm-tickets/gardizero-clowneskes-theater/1018
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