Es ist normal in diesen Zeiten, Mails zu erhalten, in denen einem märchenhafte Gewinne versprochen werden. Zwar schreiben mir zwar keine Prinzen aus Nigeria mehr – die haben offensichtlich alle die Erben gefunden, die sie gesucht haben –, es kommt aber immer noch genügend seltsames Zeugs hier an.
Wobei das Schreiben, das dieser Tage hier eintraf, schon wieder besonders originell war. Meine Adresse sei für eine »Spende von 5.500.000,00 € ausgewählt« worden, und Spenden in dieser Höhe würden an zehn »glückliche Gewinner für wohltätige Zwecke und die Menschheit weltweit« gehen.
So weit so bekannt. Dann aber kam der Satz, der für mich alles veränderte. »Bitte ignorieren Sie diese Nachricht nicht, da es sich nicht um Betrug handelt.« Ein Spam-Versender also, der weiß, dass die meisten Leute solche Mails für Spam handeln und ersatzlos löschen. Man bat sogar um Rücksicht darauf, falls diese Nachricht in meinem Spam-Ordner lande; »dies könnte an einer langsamen Internetverbindung liegen«.
Man bat mich darum, für weitere Informationen einige Daten zu schicken. Aber: »Ich möchte Sie nicht nach Ihrem Ausweis fragen, da wir nicht den Eindruck erwecken wollen, Ihre Identität stehlen zu wollen.« Das klingt sehr edel und korrekt, da war ich extrem beeindruckt.
Den Rest der Mail muss ich nicht wiedergeben; da ging es um den lieben Gott und allerlei andere Themen, die mich nicht unbedingt davon überzeugt haben, dass das hier wirklich seriöser sei als ein nigerianischer Prinz mit zu viel Geld und einem offenen Herzen. Aber originell fand ich dieses Schreiben dann ja doch ...

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