05 August 2015

Unterwegs mit der Wedding Crew

Es war am späten Abend, an einem warmen Samstag. Wer konnte, trug kurze Hosen oder sonstwie leichte Kleidung. Karlsruhes Innenstadt war eine einzige Partymeile; ich kam mir vor wie im Urlaub. Zwischen den Häusern war es hitzig und schwitzig, und es wimmelte von Leuten.

Weil wir Hunger hatten, strandeten wir im »Bratar«. Wir aßen leckere Burger – sogar die Veggie Burger sind bei denen gut – und Pommes frites und Salat, dazu tranken wir Bier und sonstiges Zeugs. Falls Musik lief, war sie dezent genug, umd um halb zwölf in der Nacht wäre mir auch mieser Sound egal gewesen.

In der Nähe war ein Tisch mit jungen Männern, alle um die 25 Jahre alt, die Hälfte von ihnen mit Hipsterbärten, teilweise mit superwitzigen Hütchen auf den verschwitzten Köpfen. Sie trugen grüne T-Shirts mit der Aufschrift »Wedding Crew«, tranken Bier und unterhielten sich kaum, stierten mehr in ihre Gläser und auf ihre Smartphones.

Sie sahen aus, als würden sie auf etwas warten, das womöglich nie eintreffen würde. Einer aus der Gruppe entfernte sich von den anderen; er setzte sich an einen anderen Tisch, trank sein Bier allein.

»Spaß beim Junggesellenabschied sieht anders aus«, spottete ich. Ich sagte es aber leise genug, um keinen unnötigen Streit zu provozieren.

Auf der Straße ging eine Gruppe junger Frauen vorbei, gackernd, kichern und laut redend. Sie trugen hochhackige Schuhe und bunte Kleidchen, auf den Köpfen hatten sie bunte Ringe. Eine der Frauen trug ein Krönchen; allesamt hatten sie blonde lange Haare.

»Zumindest die Mädels haben Spaß bei ihrem Junggesellinnenabschied«, urteilte ich über die Gruppe. »Die wissen zu feiern.«

»Und wahrscheinlich gehören beide Gruppen zusammen«, kam der trockene Kommentar von der anderen Seite des Tisches. Und irgendwie passte das in diesem Moment sogar sehr gut ...

Kommentare:

RoM hat gesagt…

Hyvää iltaa, Klaus.
So rein antmosphärisch erinnern mich die "feiernden" Jungs an Cons, Sonntag morgens so um halb vier. Da war dann die Luft auch raus... :-)

bonté

Anonym hat gesagt…

Dieser JunggesellInnen-Abschied ist eine der grössten Seuchen der letzten Jahre.