28 Februar 2007

Blog-Studie fürs Jahr 2007

Es hat sich tatsächlich jemand die Mühe gemacht, Blogs zu analysieren und daraus eine Studie zu basteln. In diesem Fall war es die Universität Leipzig, die mit einer mir bislang unbekannten Suchmaschine namens Ask.com zusammenarbeitete.

In der Studie stehen einige interessante Sachen über Blog-Schreiber und Blog-Leser, die ich bislang nicht wußte. Lustigerweise steht ebenfalls darin, daß in der sogenannten Blogosphäre eine Orientierungslosigkeit herrsche. Das wäre dann ja auch kein großer Unterschied zur realen Welt, wie ich finde.

Ein großes Potential hätten Blog-Suchmaschinen – so heißt es. Dieses Ergebnis verwundert mich jetzt nicht so sehr, wenn die Befrager mit einer Suchmaschine schon mal zusammengearbeitet haben. Also, ich will da jetzt nichts andeuten, aber der Bezug fällt mir einfach auf ...

Hübsch finde ich die Idee, man könnte ein Blogmagazin herausbringen. Und dieses könne, parallel dem Fernsehprogrammheft, den Weg durch den Dschungel der mehr oder weniger interessanten Blogs bahnen.

Aha.

Für mich ist das ganze sehr einfach: Ich schreibe, was mich interessiert und von dem ich denke, was andere Leute interessieren könnte. Und ich lese, was ich finde und was mich interessiert; einige Blogs, darunter den Nullzeitgenerator, lese ich praktisch täglich. Brauche ich für diese Erkenntnis eine Studie?

27 Februar 2007

Langsames In-Gang-Kommen

Zwischen den Unmengen von Besprechungen, die ich in diesen Tagen im Büro zu absolvieren habe, bleiben nur kleine Reste an Privatleben. Und wenn ich es dann noch auf die Reihe kriege, schreibe ich. Das beruhigt die Nerven und richtet den Blick auf die eigene Fantasie – was ja nicht das Dümmste ist.

Immerhin habe ich am Wochenende wieder Zeit und Energie in eine Geschichte gesteckt, die es schon länger gibt. »Unterm Sonnenschirm« ist eine Aufbereitung meiner Kamerun-Reise, die ich ein bißchen »literarisch« gestaltet habe.

Bei der neuerlichen Bearbeitung fiel mir dann prompt auf, was ich alles ändern mußte. War ganz schön viel, viel vom Original blieb nicht übrig. Und das werde ich mir jetzt noch mal genau anschauen.

Dann habe ich zumindest mal wieder eine Kurzgeschichte für ein eventuelles Buch mit Afrika-Stories gebastelt. Puha!

26 Februar 2007

Schlemmern auf der Messe

Ich war noch nie in der bonzigen Messe Karlsruhe; am Freitag, 23. Februar, gelang mir endlich mal ein Besuch. Grund war, daß vier Messen gleichzeitig darin stattfanden.

Seien wir ehrlich: Die Inventa-Messe mit all ihrem Zeugs für Heim und Wohnen interessierte mich kaum. Obwohl der Bürostuhl für 990 Euro schon schweinegeil war und ich einige der ausgestellten Bilder ziemlich cool fand. Aber die Preise ...

Die Garten-Ausstellung Giardina fand ich eher befremdend, immerhin dudelte eine nette Jazz-Kapelle zwischen Orchideen und Kunstgärten herum. Dafür aber die Halle drei – ich war begeistert.

Die Wein-Messe RendezVino (wer denkt sich eigentlich solche Namen aus?) und die Schlemmer-Messe Salon Gourmet begeisterten mich geradezu. Leckere Weine, superschmeckende Käsesorten und lauter anderer Kram, den man am Stand probieren konnte. Boah, war das geil.

Und natürlich gab ich wieder viel zu viel Geld aus. Aber Leckereien kann man echt nicht zu viel haben, finde ich.

25 Februar 2007

Schweinegeiles Punkrock-Layout


Punkrock wird immer bunter. Das zeigt sich an der aktuellen Ausgabe des Fanzines PANKERKNACKER, die sich Nummer 666 nennt. Großartiges Cover, supertoll gestalteter Inhalt, alles in Farbe - und natürlich viele Anzeigen von irgendwelchen Labels und so, die den ganzen Kram letztlich finanzieren müssen.

Leider hat irgendjemand beim Layout gepennt: Manche Seiten sind mit einer Serifen-Schrift gestaltet worden, die es in der Farbe prompt zerhaut. Sprich, man kann manche Interviews einfach nicht lesen. Das finde ich schade, da hätte ein Proof mehr nicht geschadet.

Aber hin wie hier: Das Ding sieht schweinegeil aus. 40 Seiten A4, durchgehend farbig und eben einige richtig gute Text. Kurzgeschichten unter anderem von Falk Fatal, einige Kolumnen, die üblichen Besprechungen und Konzertberichte.

Aber: Wer interviewt bitteschön Gerd Dudenhöffer alias Heinz Becker? Das allein ist schon ein Kaufgrund. Darüber hinaus gibt es Bela B. oder Rocko Schamoni, die Goldenen Zitronen und die New York Dolls - diesen inhaltlichen Spagat muß man erstmal schaffen.

Kaufen! Gibt's beim guten Plattenhändler, bei diversen Versendern und sicher direkt beim Herausgeber selbst.

21 Februar 2007

Profil geändert

Soll ja Leute geben, die sich für die Profile der Blogger interessieren. Diese seien hiermit informiert: Ich habe ein bisschen was geändert.

Angefangen bei meinem Geburtsdatum: Da ich das bisher nach deutschem Schema in das Formular eingetragen hatte, tauchte als mein Sternzeichen die Jungfrau auf, nicht aber der Schütze. Ich wurde freundlich darauf hingewiesen und änderte das mittlerweile.

Der Text unter oder eben neben meinem Konterfei ist seit dieser Woche auch anders. Ich bin, nachdem der Moewig-Buchbereich verkauft wurde, logischerweise nur noch Angestellter eines Zeitschriftenverlages; bisher stand hier immer »Buch- und Zeitschriftenverlag«.

Und ich gebe jetzt öffentlich zu, daß ich gelegentlich Kurzgeschichten und anderes Zeugs schreibe. Aber das wissen die Leser dieses Blogs ja eh schon.

20 Februar 2007

Vieles verboten


In einem Eintrag während meines Urlaubs schrieb ich von den Unterführungen, in denen es verboten ist, mit dem Rad zu fahren. Hier einfach mal ein Bild dazu.


In Singapur ist nicht alles verboten, aber sehr vieles. Und es halten sich auch nicht unbedingt alle Leute immer dran.


Allerdings ist das Grundstück in Little India, auf dem anno 2002, als ich schon mal dort war, Dutzende oder gar Hunderte von Indern herumlungerten, bis die Polizei auftauchte und sie vertrieb, jetzt einfach eingezäunt.


Manchmal gibt es eben auch praktikable und einfache Lösungen. Der Rasen ist seitdem piekfein.

19 Februar 2007

Der »Stern« und ich

Darüber habe ich mich sehr gefreut: Carsten Scheibe, mir seit Jahrzehnten bekannt, hat in seiner Kolumne auf Stern.de über meinen Blog geschrieben:

»Klaus' Urlaubs-Tagebücher lesen sich immer wieder spannend wie nix anderes auf der Welt, da er stets abseits des Pauschaltourismus wandelt und eine ganz eigene Sicht der Dinge hat. «

Darüber hinaus schreibt er einige nette Wort mehr über meinen Blog sowie über den Blog des Kollegen Frank Böhmert sowie von zwei Herren, die ich nicht kenne. Ein Artikel, den ich auch den Leserinnen und Lesern dieses Blogs hier empfehlen möchte.

18 Februar 2007

Hintergrundbild


Das Bild hier habe ich mir auf mein Notebook gezogen, das ich im Urlaub dabei hatte. Ich finde, dass es recht gut wiedergibt, wie ich Bintan empfunden habe. Und wenn ich demnächst mein Notebook wieder mal aufmachen werde, sehe ich dieses Bild wieder.

17 Februar 2007

Erschöpft und gesund

Eigentlich war es eine tolle Idee: Da mein Flug morgens um kurz nach sechs Uhr von Singapur aus ging, beschloß ich, einfach am Flughafen rumzugammeln und mir das Geld für eine halbe Nacht im Hotel zu sparen. Unterm Strich führte das dazu, daß ich geschätzte 41 Stunden wach blieb - ich kann weder auf Flughäfen noch in Flugzeugen richtig pennen.

Kein Wunder, daß ich total zermatscht in Karlsruhe ankam. Wobei sich während der Zugfahrt einige Faschingskameradinnen und -kameraden recht viel Mühe gaben, mich wachzuhalten: Lauthals »Mendosino ... auf der Straße nach Mendoohoosinoo!« singende Weiber mit lustigen roten Mützen auf dem Kopf sind schon toll.

Gesund bin ich noch, kalt finde ich es, und ich kämpfe mich durch Berge von Papier. Wie immer nach einer Reise. Und am Montag geht's wieder an die Arbeit, seufz.

16 Februar 2007

Nochmal Doha

Rueckflug mit Zwischenlandung. Wieder Doha in Katar. Vier Stunden diesmal. Zu lang, um sich nicht zu langweilen. Zu kurz, um sich die Stadt anzuschauen.

Ein Englaender ist auf dem Rueckweg von Thailand, weil er keinen anderen Flug bekam, fuer zwei Tage hier gestrandet. Er ist einigermassen beeindruckt, weiss aber noch nicht, ob positiv oder negativ.

Laut seinen Angaben sind derzeit in der Innenstadt von Doha 56 Hochhaeuser im Bau. "All is brandnew", sagt er gleich mehrmals.

Irgendwann, so denke ich, muss ich mir diese Golfstaaten mit ihrem maerchenhaften Reichtum auch mal anschauen. Auch wenn das manch anderer als pervers empfinden duerfte ...

15 Februar 2007

Nur noch wenige Stunden ...

Auch der schoenste Urlaub hat ein Ende - bei mir isses heute. Noch einmal der Versuch, auf der Orchard Road einzukaufen. Das ist die Strasse, wegen der Leute nach Singapur kommen: geschaetzte zwei Dutzend Einkaufszentren von Schick bis Superschick und auch ein bisschen cool auf etwa eineinhalb Kilometer sechsspuriger Strasse.

In der Far East Plaza (schick hergerichtet, anno 1998 sah die noch recht vergammelt aus) kaufte ich mir ein T-Shirt. In der Food Republic ass ich superleckeres indisches Pfannenkuchen-Zeugs. Und in einem Cafe trank ich einen Kaffee.

Keine Souvenirs sonst. Kein Schmuck, keine Kleidung, keine Moebel und keine Uhren. Warum auch? Der meiste Kram interessiert mich nicht einmal zu Hause, und wenn ich solche Dinge will, kaufe ich sie mir zum selben Preis oder nur unwesentlich teurer in Deutschland.

Warum ich mir das trotzdem angetan habe? Weil es extrem unterhaltsam ist und besser als Kino. Leuten beim Einkaufen zuzuschauen, ohne selbst einkaufen zu muessen, kann zumindest in Singapur lustig sein.

Letzte Rettung in der Bali Lane

Gottseidank gibt es in dieser Stadt den kleinen Plattenladen Straits Records, der auch eigene Platten rausbringt. Das war gestern meine Rettung.

Die Burschen wirken durchaus engagiert, zwar sehr hardcore-lastig und weniger punkrockig, aber besser als nichts. Verkauft wird neben diversem Krempel aus den USA und Europa auch lokale Musik.

Ich kaufte mir diverse CDs von Bands aus Singapur, meist Hardcore, teilweise sehr metallisch. Aktueller Favorit: eine Band namens Secret Seven, die 35 Stuecke in weniger als 30 Minuten rausrotzt. Das knallt und scheppert, das ist eine wahre Pracht - auf der CD ist sogar noch ein MPG-Videoclip.

Wie es der Laden in der ansonsten sehr muslimisch gepraegten Nachbarschaft aushaelt, weiss ich nicht. Zuvor war er ja in der Hadji Lane beheimatet, aber dort mussten die Jungs ausziehen. Zum Ausgleich gruesst eine der einheimischen Hardcore-Bands gleich mehrfach den lieben Gott in ihrem CD-Booklet.

14 Februar 2007

Wie ich mich einmal in JB blamierte

Wie schon in einem anderen Text geschrieben, erschoepfte mich Johor Bahru, das die Einheimischen meist nur JB nennen (okay, und die Hauptstadt Kuala Lumpur heisst wirklich nur KL), ziemlich. Und irgendwann stolperte ich dann doch in ein Musikgeschaeft hinein.

Die drei Maedels hinter der Theke praesentierten mir sofort eine Mappe mit den aktuellen Raubkopien. Angesichts der Tatsache, dass die Zeitungen erst in den letzten Tagen davon schrieben, dass man einen Raubkopierer-Ring in Malaysia ausgehoben habe, ist das entweder mutig oder bloed.

Da mich Mel C. oder eine neue Christina-Aguilera-Platte nicht so sehr interessieren, frage ich vorsichtig: "Habt ihr Musik von oertlichen Bands?"

Die Maedels gucken mich irritiert an. Ich wiederhole meine Frage, versuche es auch in langsamem Englisch zu erklaeren: "Rock-Musik aus JB, ich weiss, dass es das gibt, ich habe da einige Cassetten gekauft, als ich 1998 hier war." Auf Fachbegriffe wie Punk oder Oi! verzichte ich sicherheitshalber.

Die Maedchen reden untereinander und uebersetzen sich offensichtlich, was ich gesagt habe. Dabei lachen sie sich halbtot. "Hahaha, Rockmusik, hahaha, local music, hahaha, music from JB."

Sie gucken mich mitleidig an. Armer alter Mann, der ernsthaft glaubt, in ihrer Stadt gaebe es so etwas. Einen von ihnen klopft mit der Hand auf den Stapel mit den Raubkopien. Was sie zu den anderen sagt, verstehe ich kaum, aber der Sinngehalt wird klar: "Sagt dem Deppen, das hier sei Rockmusik aus JB."

Unter schallendem Gelaechter verlasse ich den Musikladen. Die Maedchen hatten ihren Spass mit dem besserwisserischen Touristen, der allen Ernstes behauptet, in ihrer Stadt gaebe es Rockmusik von einheimischen Musikern ...

Johor Bahru, und die Hitze steigt

Der vorletzte Tag meines Urlaubs. Und ich ueberlege mir lange, ob ich auf eine vorgelagerte Insel fahre, um dort einen Tag lang mit dem Rad durch die Gegend zu strampeln, oder ob ich Johor Bahru besuche, die suedlichste Stadt Malaysias, praktisch nur durch ein bisschen Wasser von Singapur getrennt.

Es sieht nach Regen aus, und ich entscheide mich gegen einen Aufenthalt in der Natur. Schoen bloed.

Mit dem Bus dauert es fast eine Stunde nach JB, und als ich endlich auf der anderen Seite der Grenze bin, ueberfaellt mich das nervige Geschrei von Taxifahrern, Geldwechslern und Musikhaendlern, dass mir schwindlig wird.

Etwa zwei Stunden spaeter bin ich immer noch in Johor Bahru, und ich bin klatschnass geschwitzt. Einige Fotos geschossen (vor allem von der riesigen Baustelle, aus der die komplette untere Innenstadt besteht), leckere und schweisstreibende Laksa-Suppe gegessen und viel Fruchtsaft und Sojamilch getrunken. Und es wird immer schwueler und heisser.

Als ich irgendwann am spaeteren Nachmittag am Busbahnhof sitze und auf den 170er zurueck nach Singapur warte, beginnt es endlich zu regnen. Also war meine Entscheidung doch richtig, auf die Natur zu pfeifen und mir stattdessen Malaysias Grossstadtdschungel zu geben?

Na ja. Der Regen dauert vielleicht eine Viertelstunde. Und nass bin ich nur vom Schweiss nach diesem Tag.

13 Februar 2007

Schwer gelangweilt

Ich sitze ganz feldhoff-like in einem Cafe und tippe ein bisschen auf dem Laptop herum. Nichts besonderes in Singapur. In der Innenstadt ist man als einzelner Mann in einem Cafe ohne Laptop gewissermassen nackt. Ausser man hat so ein tolles Handy, mit dem man unglaubliche Spiele mit fuerchterlichen Geraeuschen spielen kann ...

Spricht mich einer der Kellner in einem sehr sauberen Englisch an. Wer ich denn sei, woher ich denn komme, was ich so tue - das uebliche eben. Ich antworte sehr anstaendig und hoeflich.

Und er fragt mich, was ich denn in Singapur wolle. Die Stadt sei doch komplett langweilig, da koenne man ja nix machen, da sei abends nix los. Und so weiter, eine echte Litanei.

Schon interessant, zu welchen anderen Eindruecken einen eine Innenansicht bringt ...

Modepunk fuer die Lioncity

Das IS Magazine ist so eine Art kostenloses Wochen- und Szeneblatt fuer Singapur, wie man es in Deutschland ja auch in den groesseren Staedten hat. Eigentlich sehr brauchbar, wenngleich sehr Mainstream-orientiert.

In der Ausgabe 342 vom Freitag, 9. Februar 2007, strahlen mich gleich auf der Seite 2 (wir Zeitungsleute sagen dazu auch U2) drei einigermassen schmierige Burschen an: einer mit einem Street Dogs-Shirt und Standard-Normalo-Frisur, einer mit einem Shirt, dessen Aufdruck ich nicht lesen kann, und einer Schmalzfrisur und einer mit einem T-Shirt von The Clash und dem schlechtesten Iro seit Menschengedenken, schlimmer noch als jeder, den ich jemals hatte (einfach in der Mitte die Haare ein bisschen hochgegelt). Und ich wundere mich noch: "'ne Boygroup, die sich ein bisschen punkig stylt."

Pustekuchen.

Das ganze ist eine ganzseitige Anzeige von Nokia, und die drei schmierigen Jungs sind die - laut Anzeige - "U.S. punk band" Greyskull. Und die drei Burschen suchen ganz punkig nach dem besten Menschen in Asien, der mit ihnen ein neues Musikvideo machen soll. Coole Scheisse, es winken sogar 10.000 US-Dollar als Hauptpreis, wenn man sich selbst mit entsprechendem Bildmaterial bewirbt.

Die Band will dann auch mal in Singapur spielen. (So aehnlich wie Fall Out Boy, fuer deren Konzert auf riesigen Bildschirmen in den Einkaufszentren geworben wird.)

Punkrock ist schon seltsam geworden, finde ich ...

Bus-Fernsehen

In Singapur gibt es die nette Einrichtung namens "Mobile TV". In jedem Bus haengen Fernseher, in denen Werbung und Nachrichten laufen, gelegentlich auch irgendwelche anderen Filmchen, etwa die kanadischen "just for laughs" (also eine Art versteckte Kamera), die man auch im deutschen Fernsehen bewundern kann.

Das schlimmste aber ist eine Sendung namens Cooking For Love. Da geht es darum, dass ein Maedel von drei Typen bekocht wird und sich dann den tollsten davon aussuchen darf. Das alles laeuft unter Anleitung einer Tussi in einem gut sitzenden aber pinkfarbenen Kleid und unter dem Gejohle eines offensichtlich hirntoten Publikums.

Am schlimmsten dabei ist aber, dass die seit einer Woche immer dieselbe Sendung zeigen, wann immer ich in einem Bus sitze. Immer sehe ich die selbe bescheuerte Trulla, die sich fuer ganz besonders toll haelt und ganz schlechte Witze macht, und die gleichen drei Typen, der eine mit Glatze, der andere mit Normalo-Kurzhaarfrisur und der dritte mit Pferdeschwanz, und die reissen sich allen Ernstes um diese Tussi, anstelle Reissauss zu nehmen.

Und ich muss mir diesen Scheiss auch noch angucken. Entkommen ist zwecklos. Selbst wenn kein Bild zu sehen waere, wuerde ich ja immer noch alles hoeren. Und ich kann die Schwachsinnsdialoge schon fast mitsprechen und vor allem die Melodie schon singen.

Hilfe, ich werde brainwashed. Lost in Singaporian Busses ... arrrrgl.

12 Februar 2007

Wieder in der Innenstadt

Mein heutiger Umzug verlief mit Hindernissen. Nach fuenf Naechten im zwar sehr preiswerten Gateway-Hotel, wo mein Zimmer aber leider nicht einmal ein Fenster besass, zog es mich zurueck in die Innenstadt. Und eigentlich wollte ich dort ins Hangout-Hotel einziehen, das in seiner Werbung unter anderem verspricht "ueber cool" zu sein.

Ueber cool war der Rezeptionist, der mir sagte, dass ich bei der Anmeldung einen Fehler begangen habe und er mich nicht aufnehmen koenne. Nein, ich koenne auch mein grosses Gepaeck nicht bei ihm stehen lassen, waehrend ich nach einem anderen Hotel suche. Das gehe nicht, das sei gegen die Regeln. Also latschte ich mit grossem Trolley und kleinem Rucksack hinaus in die knallige Hitze. Boah, war ich stinkig.

Jetzt wohne ich in einem Hotel der "Hotel 81"-Gruppe; die Bude war schon 1998 bei meinem ersten Besuch in der Stadt ein Hotel, hiess damals aber "Strand" oder so. Grosses Zimmer, grosses Fenster, mit 99 Dollar (also rund 50 Euro, seufz) vergleichsweise preiswert fuer die Lage.

Und ich bin wieder in der Innenstadt. Umgeben von vierspurigen Strassen und Hochhaeusern, Einkaufszentren und riesigen Malls. Hier sehe ich auch wieder Touristen aus Europa und Amerika, ein Anblick, den ich in Geylang nur sehr selten hatte - dorthin verirren sich bislang nicht einmal viele Rucksackreisende.

Hat ja auch was ...

Warum eigentlich Singapur?

Die Frage wurde mir im Vorfeld der Reise nicht nur einmal gestellt: Warum eigentlich faehrst du nach Singapur, warum gibt es keine grosse Reise wie in frueheren Jahren?

Dafuer gibt es verschiedene Antworten.

Die eine: Wer nur zwei Wochen und einige Tage Zeit hat, braucht erst gar nicht zu versuchen, ein Land "komplett" zu bereisen. Also konzentriere man sich auf eine Region oder eben eine Stadt. (Das hier ist mein Jahresurlaub 2006.)

Die andere: Ich habe vor, ein bisschen was zu schreiben, das in Singapur spielt. Aus diesem Grund moechte ich ein anderes Gefuehl fuer die Stadt bekommen als das, was man hat, wenn man sich einige Tage hier aufgehalten hat. (Ob ich das schaffe, ist ein anderes Thema.)

Und drittens: Singapur ist eine derart dynamische Metropole, mit allen Plus- und Minus-Seiten dabei, dass zwei Wochen gar nicht ausreichen. (Abstecher nach Indonesien gab's eh schon, und ob ich noch nach Malaysia rueberfahre, entscheide ich heute und morgen.)

11 Februar 2007

Ein Lob auf Deutschland

Ich futterte heute abend bei einer Reihe von Imbissen, die sich unter dem Motto "Halal Islam Food" zusammen gefunden hatten. Keine Ahnung, was ich bekam: irgendwas mit Reis und Sosse und irgendwelchem Fisch, glaube ich. Zu trinken gab es Tee mit Ingwer, unten heiss, oben Eiswuerfel, schmeckte durch die Mischung zwischen heiss und kalt aber super.

Ich setzte mich zu zwei Maennern an den Tisch, die sich als indische Moslems erwiesen (oder Pakistani-Herkunft, ist ja egal, hier in Singapur gelten sie als Indians), die mich in ein Gespraech verwickelten. War anstrengend, weil deren Englisch noch schlechter war als meines und vor allem sehr ... aehm ... anders akzentuiert, aber wir konnten kommunizieren.

Einer von denen betreibt ein Export-Import-Geschaeft und war auch schon in Europa unterwegs, darunter sogar in Deutschland. Alle Leute seien freundlich, alles sei super, alles sei sauber, die Zuege extrem puenktlich und alles von einer tollen Organisation. Er ueberschlug sich fast vor Begeisterung.

Sein Deutschlandbesuch war 1989 gewesen, wenn er sich noch richtig erinnerte. Es wuerde mich interessieren, ob er 2007 bei einem Besuch zu den selben Schluessen kaeme ...