2007 war ein Jahr voller Herausforderungen für mich, und das hatte ich schon ziemlich verdrängt. Meine Mutter starb, was mich emotional doch stärker belastete, als ich mir zuvor hatte vorstellen können, und was dazu führte, dass ich mich zusammen mit meiner Schwester um viele Dinge kümmern musste, die mir bisher fern lagen. Mein Arbeitszimmer wurde zudem komplett ausgeräumt und mit neuen Möbeln bestückt.
Weil das alles praktisch gleichzeitig lief, gingen viele Dinge unter. Vor einigen Tagen hatte ich einen Stapel Papier in der Hand, den ich aus einer Kiste fischte. Von diesem Stapel hatte ich schon nichts mehr gewusst, und ich blätterte ihn mit Staunen und teilweise voller Scham durch.
Der Stapel enthielt Unterlagen, die mit dem Tod meiner Mutter zu tun hatten, alte Versicherungsunterlagen beispielsweise, die ich wahrscheinlich entsorgen kann – darüber muss ich aber mit meiner Schwester sprechen. Ebenso lagen Fotos in diesem Stapel, bei denen ich teilweise keine Ahnung hatte, wer auf ihnen zu sehen war; es waren Bilder aus den 30er-Jahren, aber auch aus heutiger Zeit. Beschriftet war so gut wie keines.
Und ich fand Schriftwechsel, wie man das so schön nennt. Postsendungen, die ich verschickt hatte und die zurückgekommen waren. Briefe von anderen Leuten, die auf eine Antwort von mir gehofft hatten.
Besonders peinlich: Es gab einige Briefe, in denen Geld lag oder auch Briefmarken. Da hatten Leute also Exemplare meines Egozines ENPUNKT bestellt, es aber nie erhalten; ich hatte die Kohle nicht einmal eingesackt und selbst verbraucht, sondern sie in einer Kiste vergammeln lassen.
Nach gut zwanzig Jahren wohnen diese Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr an der gleichen Stelle. In der einen oder anderen »Personalie« werde ich trotzdem mal vorsichtig nachhaken. Sehr unangenehm ...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen