Mit ist der Autor Boris Koch seit vielen Jahren bekannt: Er veröffentlicht seine Romane und Kurzgeschichten, die im weitesten Sinn zur phantastischen Literatur gehören, in verschiedenen Verlagen, und ich lese sie gern. Die Handlung ist meist augenzwinkernd: Amüsante Drachen gehen auf Reisen, oder Kinder veranstalten spannende Rennen mit Kaninchen, wenn sie nicht gerade losziehen und einen Schatz suchen.
Mit »Schule des Schreckens« hat Boris Koch nun eine Reihe von Kinderbüchern gestartet. Der erste Band erschien bereits im Sommer 2025, der zweite folgt im Frühjahr 2026. Ich las das erste Buch mittlerweile und mochte es sehr.
Wer einmal Schüler war und sein Herz für kindliche Streiche bewahrt hat, könnte ebenfalls so empfinden: »Schule des Schreckens« spielt in einem Internat, das phantastische Elemente aufweist. Kein Vergleich übrigens zu »Harry Potter«, auch wenn der sich wegen des Internats anbieten würde: Boris Kochs Roman-Universum ist wesentlich witziger, es geht nicht um Zauberlehrlinge, und bei ihm nehmen Untote eine wichtige Rolle ein. Seine Hauptfigur ist ein Junge namens Kilian, der sich mit nervigen Schülern und verwirrenden Lehrern herumschlagen muss.
Die Geschichte spielt im Internat Buchenschlag, das im Teufelsforst liegt – Kilians Eltern hätten bei diesen Namen misstrauisch werden können, als sie mit ihm dorthin ziehen. Während sie dort arbeiten, geht er mit den Kindern reicher Eltern auf die Schule. Schnell merkt Kilian, dass einiges nicht so ist wie sonstwo: Direkt neben dem Internat liegt ein Friedhof, auf dem sich sowohl tagsüber als auch nachts allerlei seltsame Personen herumtreiben.
Tatsächlich hat man in der Schule eine Möglichkeit gefunden, dem Lehrermangel entgegenzutreten: Zombies werden als Pädagogen eingesetzt. Dabei handelt es sich um Lehrerinnen und Lehrer, die teilweise vor Jahrhunderten unterrichtet haben und sich im Tod langweilen; sie sind froh darüber, aus dem Friedhof ins Klassenzimmer zu spazieren und dort eine neue Aufgabe zu erhalten. Das sorgt natürlich für skurrile Situationen. Diese Zombies stehen übrigens nicht auf Menschenfleisch, sondern haben andere Interessen …
Boris Koch weiß einfach, wie man eine gute Geschichte erzählt, sodass sie glaubhaft wirkt – trotz aller phantastischen Punkte. Warum die Toten aus ihren Gräbern kommen und bereitwillig die Schüler von heute unterrichten, verrät der Autor noch nicht – das können ja spätere Romane der Serie erzählen. Der Autor stellt seine Figuren vor, präsentiert die Hintergründe zur Schule und sorgt dafür, dass die unterschiedlichsten Charaktere aufeinanderprallen.
Natürlich gibt es die üblichen Internats-Querelen, die man aus zahlreichen Romanen, Filmen und Fernsehserien kennt. Dazu kommen aber die Konflikte mit der neugierigen Presse, aber eben auch mit Untoten, die teilweise ihre sehr eigenen Vorstellungen haben. Das schildert Koch mit viel Sinn für Humor und schräge Situationen. Da seine Zielgruppe vor allem Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren sein dürften, ist manche Szene für einen Erwachsenen vielleicht zu albern – aber es ist sicher ein Roman, den man Kindern im entsprechenden Alter vorlesen kann.
Bei der Gestaltung hat sich der Verlag einiges einfallen lassen. Der Roman ist reichhaltig und gut illustriert, die Schrift wird immer mal wieder durch größere Buchstaben unterbrochen. Wichtige Aussagen von Figuren sind gerne auch mal fett gedruckt, womit jede Seite deutlich abwechslungsreicher aussieht als eine »Nur-Text-Seite«, wie das sonst in Büchern üblich ist. Das finde ich gut – Zielgruppe sind schließlich Kinder, die heute bekanntlich ein anderes Medienumfeld haben als Kinder der 80er- oder 90er-Jahre.
Der Auftaktband der neuen Serie trägt den Titel »Die Gruftis sind los« und umfasst 288 Seiten. Das Buch wurde vom Verlag WooW Books in einer schönen Hardcover-Ausgabe veröffentlich. Es kostet 15,00 Euro und kann mithilfe der ISBN 978-3-03967-052-9 überall im Buchhandel bestellt werden. Versender wie der PERRY RHODAN-OnlineShop liefern es ebenfalls.
(Die Rezension stand bereits im Februar auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion. Ich komme leider heute erst dazu, sie auch an dieser Stelle abzubilden ...)

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