12 Dezember 2025

Gendersternchen und Soziopathen

Unser Land steckt in einer Wirtschaftskrise, die verschiedene Ursachen hat, die ich hier nicht weiter ausbreiten will. In unserer europäischen Nachbarschaft tobt ein fürchterlicher Krieg. Die USA verabschieden sich aus dem demokratischen Kontext und entwickeln sich zu einem Führerstaat. Die Klimakatastrophe kommt weiterhin auf uns zu, wenngleich das derzeit kein großes Thema zu sein scheint.

Das aber sind alles Themen, die nicht so wichtig erscheinen. Worüber sich »die Leute« aufregen – zumindest in meiner Wahrnehmung –, sind »Ausländer« und Gendersternchen. Bei den Sternchen bin ich immer wieder verwundert über den Sturm der Entrüstung, der über einen hereinbricht, wenn man sie mal verwendet.

Manche Leser – männliche Form ist hier beabsichtigt; es sind ja nur Männer, die sich aufregen – scheinen zu glauben, das Abendland ginge unter, wenn man von »Leser*innen« schreibt. Andere belehren ausgiebig über die Rechtschreibung und verweisen auf angebliche Umfragen. Und einer schrieb gestern sogar, dass Leute, die Gendersternchen benutzen, allesamt »Soziopathen« seien.

Was stimmt nicht mit diesen Leuten? Haben die keine anderen Probleme? Haben die keine Dinge im Leben, über die sie sich freuen können? Woher kommt dieser Hass, woher diese Wut, andere Leute unbedingt belehren und bekehren zu müssen?

Ich benutze Gendersternchen normalerweise auch nicht; die Gründe sind vielfältig und füllen die Programme schlechter deutscher Komödianten. Ich will das übrigens nicht diskutieren; das kann jeder Mensch ja machen, wie er es möchte.

Aber diese Ausraster, wenn irgendwo ein Gendersternchen zu sehen ist, finde ich mittlerweile nur noch peinlich. Suche sich jeder einen Baum, an dem er sich ausheulen kann (männliche Form beabsichtigt!) …

3 Kommentare:

Rainer hat gesagt…

Danke für Deinen Kommentar. Du sprichst mir aus der Seele. Ich glaube manchen Menschen ist die Welt zu kompliziert und dann regen sie sich lieber über vermeintliche einfache Dinge auf. Damit kann Mann (auch manche Frauen) sich dann wohl fühlen ohne weiter über die wirklich wichtigen Dinge den Kopf zerbrechen zu müssen.

Horst Lazak hat gesagt…

Sehe ich mittlerweile genauso, unabhängig von meiner eigenen Meinung im einzelnen.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm) hat gesagt…

Dinge, die mir keine Mühe bereiten, und anderen ein Anliegen sind, sowie für diese höflich und ansprechend erscheinen, werden gemacht. Fertig. Das ist alles. Ich verwende zwar keine Sternchen, aber eher die weibliche Form. Von daher, für wen das Problem genug ist, um sich darüber aufzuregen, muss ansonsten ein sorgenfreies, tolles Leben führen, kann aber genau deswegen auch kein Maßstab für mich sein.