04 Februar 2016

Narren im Zug

Wer sich – wie ich – so richtig gar nicht für Fasching interessiert, könnte normalerweise gut verpassen, dass die »tollen Tage« derzeit so richtig toll sind. Am heutigen Donnerstag begann die Weiberfastnacht, in den südwestdeutschen Regionen ist es »der Schmotzige«. Das färbte an diesem Tag auch auf den Zug ab.

Sowohl morgens als auch abends waren Narren mit der Bahn unterwegs: morgens einige Damen mit bemalten Gesichtern, abends einige Jungmänner in super-achso-lustiger Verkleidung. Beide Gruppen verströmten so viel Frohsinn wie der regnerische Himmel an diesem Tag. Sie wirkten weder fröhlich noch euphorisiert, eher ruhig und ein wenig gehemmt; abends dann zwar angetrunken, aber harmlos.

Ich kann mit Fasching nichts anfangen. Aber wenn man schon auf so eine Veranstaltung geht und sich extra dafür anzieht, dann sollte man es doch krachen lassen. Aber wahrscheinlich habe ich bloß mal wieder eine Parallelgesellschaft nicht so richtig verstanden ...

Kommentare:

J. hat gesagt…

hehe, da bin ich ganz bei dir, ich verstehe auch nicht warum man sich verkleiden muss um Spass zu haben. Vielleicht sollten wir mal bei Achim im Köln einen Kurs belegen, der hat da sicher eine ganz andere Sicht der Dinge ;-)

Chris hat gesagt…

Als Inkölnlebender kann ich, als bekennender Anti-Karnevalist, der mit diesem Ausnahmezustand klarkommen muss, nur mitteilen, dass es hier tatsächlich anders ist: Vor allem auf der Hinfahrt sind die meisten Jecken bombig gelaunt, da wird gesungen, mitunter auch mal getrommelt, alles in allem wird ein Verhalten an den Tag gelegt, das man als Karnevalsmuffel oder Muzepuckel (wie man hier sagt) in der Bahn unangebracht finden mag, den Menschen aber gönnen sollte. Das ist Karneval, nicht Fasenacht.
Dennoch habe ich das weiberfastnachtliche KNOCHENFABRIK-Konzert lieber fußläufig besucht.

RoM hat gesagt…

Ahoj, Klaus.
Den Kächelesbronzern & Schniedelstemmern wird wohl tatsächlich nass-böiges Wetter in die Stimmungsbüchse gespuckt haben. Den echt (!) kostümierten Mädels & Jungs, denen ich Mittwochs im Foyer zum hiesigen Supermarkt begegnete, schmeckte bei dem Platzregen selbst das Bier nicht so richtig.

Die Ausgelaßenheit der Fünften Jahreszeit ist das eine - Komasuff-Gegröhle das andere.

Gut - ich meide eh beides! :-)

bonté

Christina hat gesagt…

Ich habe noch nie verstanden, wozu man dieses seltsame Fest heute überhaupt noch feiert. Der ursprüngliche Grundgedanke, den Beginn der Fastenzeit abzugrenzen, ist doch schon längst überholt. Die meisten verzichten (fasten) doch heute nicht mehr.

Dafür gibt es in Bayern noch weit merkwürdigere Faschingsrituale.
http://www.christina-hacker.de/2016/02/seltsame-karnevalsriten/