02 Oktober 2015

Selbstpublizisten und Tolinisten

Interessante Entwicklung: Wie der Branchendienst »buchreport.express« berichtet, wird es ab November zehn Taschenbücher von sogenannten Selfpublishern als Exklusivausgaben bei ausgewählten Filialisten geben. Diese Romane werden bei Thalia, Hugendubel, Weltbild und Osiander auslegen – es handelt sich um ausgewählte Titel, die vorher bei Tolino veröffentlicht worden sind.

Ganz klar: Damit macht die sogenannte Tolino-Allianz dem Riesen Amazon eine ernsthafte Konkurrenz, was die Selbstpublizisten angeht. Die Allianz zeigt zudem, dass man Autoren benötigt, um sich positiver darzustellen; man benötigt den »Content«, um sich als Experten für Literatur und deren Vertrieb zu präsentieren.

Ob sich die Bücher verkaufen, weiß natürlich keiner. Darum geht es wahrscheinlich auch gar nicht – zumindest nicht erstrangig.

Vor allem scheint es darum zu gehen, eine andere Art von Marketing zu betreiben: »Schaut her!«, schreien diese Bücher. »Wer bei uns publiziert, hat auch eine Chance, mal mit einem gedruckten Buch in einem seriösen Laden landen.«

Kommentare:

BücherJack hat gesagt…

Ob die Tolino-Allianz dem Riesen Amazon tatsächlich Konkurrenz machen kann bezweifle ich - aber wir werden sehen...

My. hat gesagt…

Die Frage ist dann allerdings auch, ob ich mit meinem Werk in einem seriösen Laden landen will, wo mich nur das Laufpublikum beachten kann - und was im Gegenschluss an Amazon unseriös sein sollte.

My.

Enpunkt hat gesagt…

Ich finde eines amüsant: Letztich geht es offenbar allen nur darum, im »seriösen« Buchhandel zu sein. Alles andere scheint zweitrangig zu sein ...