Ich lese in jüngster Zeit immer wieder Artikel und Interviews, in denen es um die Zukunft des Handels geht. Wie wird sich der verändern, wenn sich verschiedene KI-Lösungen stärker durchsetzen und von den Shops als »normal« eingesetzt werden? Da Nutzer und Kunden oft faul sind, liegt es nahe, dass sie bald zum Einkaufen einen KI-Lösung nutzen und sich beispielsweise von Gemini oder einem anderen Hilfsmittel unterstützen lassen.
Beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt wird das wohl nie sinnvoll sein; Obst und Gemüse will man sich schließlich vor dem Kauf noch genauer anschauen. Aber wer ohnehin bereits bei Zalando seine Klamotten oder bei Conrad irgendwelche Elektroniksachen kauft, für den gehört es sicher bald zur Normalität, die KI zu fragen.
Bekanntlich leiden Suchmaschinen wie das allgegenwärtige Google bereits unter den KI-Lösungen: Viele Nutzer gehen auf die »Informationen« der KI ein, diese reichen ihnen, und sie klicken dann nicht auf einen der Links, die Google anbietet. Damit wird es für viele Firmen nicht mehr sinnvoll, bei Google gut gelistet zu sein, und man wird sich sehr genau überlegen, ob sich Werbung auf Google oder die Suchmaschinen-Optimierung wirklich lohnen.
Aktuell gehen die Leute, die sich für den Online-Handel interessieren und in diesem tätig sind, davon aus, dass künftig KI-Agenten viele Einkäufe erledigen werden. Sprich: Der Kunde geht nicht mehr auf eine Website oder in einen OnlinsShop und sucht dort sein Produkt, sondern er sagt seiner bevorzugten KI, sie möge ihm das Produkt liefern lassen. Sie wählt dann das Produkt aus und bestellt es idealerweise gleich – sie »kennt« ihn ja gut genug und kann seinen Geschmack einschätzen.
Aber was heißt das? Weil eine KI relativ nüchtern entscheidet, wird das Werbe-Blabla auf einmal nicht mehr so wichtig sein. Von zentraler Bedeutung sind dann echte Fakten – die kann man auch zusammentricksen, schon klar –, nach denen die KI auswählt.
Ich gestehe, dass ich auf all diese Entwicklungen persönlich keine Lust habe, dass ich sie aber – wenn ich von außen drauf gucke – sehr spannend finde. Wir leben in einer Science-Fiction-Welt. Aber in einer Science-Fiction-Welt, in der ich nie leben wollte.
Ich wollte die Science-Fiction-Welt mit 20-Stunden-Arbeitswoche und Urlaub auf dem Mond, mit fröhlichen kleinen Robotern und schwebenden Autos. Was wir jetzt bekommen, ist leider eher die Science-Fiction-Welt, die mir immer als negativ präsentiert wurde … Schauen wir mal.
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