02 Januar 2026

Sehnsucht nach Ruhe

Ich habe es wieder einmal geschafft: Seit ich am 19. Dezember meinen Computer ausschaltete, brachte ich es fertig, ihn auch die ganze Zeit auszulassen. Ich verzichtete in dieser Zeit zudem auf Nachrichten im Radio oder im Fernsehen und reduzierte die Zeitungslektüre auf homöopathische Dosen. Und so bekam ich nur wenig von dem mit, was die Welt umwälzte – wieder einmal.

Es tat gut, zum wiederholten Mal. Ob man das nun Digital Detox oder Internet-Faulheit nennt, weiß ich nicht und ist mir auch egal. Allein die Tatsache, dass ich es hinbekam, fast zwei Wochen auf soziale Netzwerke und dergleichen zu verzichten, war schon sehr angenehm. Ich musste den Zwang, auf irgendwelche Dinge zu reagieren, die ich im Netz las, nicht einmal unterdrücken – weil ich von allen möglichen Sozialen Netzwerken nichts las, sah und hörte.

Eigentlich mag ich das Internet, und ich mag vor allem das Chaotische daran. Unzählige Dinge, die mich interessieren, zahlreiche Menschen, deren Gedanken ich spannend finde, so viele Themen, um die ich mich gern kümmern würde. Aber es stresst halt gelegentlich ... Und so genieße ich es eben, zwei Wochen lang lieber das eine oder andere dicke Buch zu lesen oder in aller Ruhe irgendwelche Filme anzuschauen.

Die fast zwei Wochen sind vorüber, das neue Jahr hat angefangen. Heute morgen hörte ich zum ersten Mal seit 13 Tagen wieder die Nachrichten. Wie immer: Krieg in der Ukraine, Hetze gegen Flüchtlinge im eigenen Land – es war so, als ob die zwei Wochen auf fünf Minuten zusammenschrumpften.

Vielleicht sollte ich mich gleich wieder für die nächsten zwei Wochen vom Internet und von den Nachrichten verabschieden …

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