09 Juli 2016

Drei Räder und ein Weg

Im Norden von Karlsruhe: Ich fege mit einiger Geschwindigkeit über den Radweg in Richtung Innenstadt, rechts und links ist die Wiese ordentlich gemäht. Ich sehe, dass mir zwei sportlich gekleidete Radfahrer entgegen kommen, beide eher auf meiner Seite. Aber ich mache mir keine Sorgen.

Wir nähern uns einander. Eigentlich ist der Radweg breit genug, dass drei Räder aneinander vorbeipassen müssten. Doch die beiden, die mir entgegen kommen, bleiben stur: der eine in der Mitte, der andere auf der linken Seite – was dann dummerweise die rechte Seite von mir ist, auf der ich fahre. Sie machen keine Anstalten, fünfzig oder sechzig Zentimeter zur Seite zu gehen.

Ich habe, wie mir auffällt, drei Möglichkeiten: Wenn ich so weiterfahre wie bisher, stoßen wir zusammen und liegen alle miteinander auf dem Boden. Ich kann nach links rüberziehen, die beiden anderen damit schneiden und mich an ihnen vorbeiquetschen; das könnte reichen, aber dabei könnten wir zusammenstoßen. Oder ich weiche nach rechts in die gemähte Wiese aus.

Ich entscheide mich für die Wiese, bremse ab, holpere einige Meter durch das Gras – die beiden Typen fahren an mir vorüber, die Augen hinter wuchtigen Sonnenbrillen verborgen, die Körper in edle Radlerklamotten gehüllt, und scheinen mich nicht zu beobachten. Immerhin stürze ich nicht, komme nach der Rasenfläche wieder auf den Radweg und fahre weiter.

Das Interessante dabei: Ich rege mich nicht einmal auf. Offenbar bin ich, was Radfahrer in Karlsruhe angeht, doch schon einiges gewöhnt.

Kommentare:

RoM hat gesagt…

Hoi, Klaus.
Bei "Alpha"-Mackern sind Zuvorkommenheit, Freundlichkeit oder auch nur Höflichkeit klar definierte no goes. Anzeichen für persönliche Schwächen!
Die Tour-Wannabees hielten sich eben für "ernsthaft toughe Sportcracks", die jetzt wirklich keinen Wald & Wiesen-Radler wahrnehmen brauchen.

Oder wie der Typ zum ersten Terminator meint:
"Der Flur gehört Dir, Mann..."

bonté

My. hat gesagt…

Tja. Hier ist das anders. Ich bin Fußgänger und mit zwei Hunden unterwegs. Und ich habe mir gestern abend auf Amazon einen Aluminium(baseball)schläger (eigentlich eine Keule, glaube ich) bestellt, weil es mir endgültig reicht, wie die Sch***radler (sorry ...) vor allem mit meinen Hunden umgehen. Zukünftig knacken hier Speichen.

My.

Christina hat gesagt…

Ich denke ja, dass die beiden, wenn sie nicht mit dem Rad unterwegs sind, einen SUV fahren. So hat sich die rücksichtslose Fahrweise eben seit einer Weile manifestiert.