15 November 2015

OX 122 gelesen

So ein Urlaub hat seine Vorteile: Als ich unlängst einige Tage frei hatte, nahm ich mir die aktuelle Ausgabe des OX-Fanzines vor und las sie von vorne bis hinten durch. Okay, auch bei der Nummer 122 las ich nicht jede Plattenbesprechung – aber ich schmökerte gut 90 Prozent des Magazins intensiv durch. Dabei stellte ich fest, dass das Heft auf seinen 132 A4-Seiten beeindruckend viele Perlen aufweist.

Natürlich kann nicht jedes Interview mitreißen und packen. Bei manchen Interviews – etwa zum Archiv der Jugendkulturen – ärgerte ich mich sogar ein wenig, bei manchen interessierte mich die Band nicht. Aber nach dem Interview mit der Band Staatspunkrott beispielsweise dachte ich mir trotz des blöden Bandnamens, dass ich mir die Musik von den Burschen doch mal anhören konnte.

Das ist auch das, was das OX tatsächlich auszeichnet: Immer wieder stolpere ich bei der Lektüre über Themen, die mich dann doch interessieren. Ich lese mich ein, ich informiere mich danach weiter – und dann höre ich mir die Musik der betreffenden Band im Netz an oder kaufe mir mal wieder eine neue Platte. Das ist alles in allem sehr musikjournalistisch, aber dennoch gut.

Wer über das OX heute lästert, bemängelt allerhöchstens, dass es ein wenig langweilig ist. Langweilig im Sinne von: Es gibt wenig Überraschungen. Aber das finde ich diesem Fall völlig in Ordnung. Als Leser bekomme ich eine irrsinnige Menge an Information, und es ist dann meine eigene Aufgabe, das für mich herauszuziehen, was mich interessiert.

Kommentare:

RoM hat gesagt…

Hoi, Klaus.
Sich die Scheibe einer Band zu kaufen ist eine solide Sache - zumindest aber in der Welt angestrebter Digitalmonopole auf die Ware "Musik". Im Sinne des Wortes handgemachter Punk bleibt da wohl ein passendes Antidot.
Nicht zu vergessen, daß einem das Net nach wie vor den Weg zu Indi-Perlen bietet.

bonté

Anonym hat gesagt…

Gibt noch so einige andere Sachen, die Du am Ox bemängeln könntest. Die komischen Plattenbewertungen, die grundsätzlich viel zu hoch ausfallen. Es scheint keinen Mist zu geben. In "Top of the Ox" landen eigentlich nur Platten von größeren, oft uralten Bands. Nichts neues. Glaub ich nicht, dass das die besten sein sollen. Auf dem Titel sind wegen Bahnhofskiosk grundsätzlich fast nur langweilige Bands drauf.
Für mich ist der Fanzinecharakter beim Ox irgendwie verloren gegangen. Das ist ein Musikmagazin, das es oft zu vielen Recht machen will.

Ich habs natürlich trotzdem abonniert. Ich lese es immer noch gerne. Aber nicht längst nicht alles. Sind immer noch Perlen drin wie "Aus dem Tagebuch eines Gewinners" oder die Sachen von khs.