05 Mai 2026

Erotik und Literatur aus dem alten Rom

Zu den literarischen Klassikern, die ich endlich einmal lesen sollte, gehört »Der Goldene Esel«, der daheim im Stapel der ungelesenen Bücher liegt. Verfasst wurde er von einem römischen Schriftsteller namens Apuleius, der in diesem Werk allerlei erotische und sonstwie auffallende Szenen unterbrachte. Mittlerweile gibt es diesen Roman auch in einer Comic-Version, für die Milo Manara zuständig ist, und diese wurde im Splitter-Verlag veröffentlicht.

Man muss klar sagen: Die Geschichte ist schon ziemlich haarsträubend und eigentlich nur vor dem Hintergrund des römischen Reiches so richtig verständlich. Es geht um Sex und Verführung, aber auch um Macht und Geld. Der Mann, der in einen Esel verwandelt und daraufhin ständig gequält wird, ist sicher eine Figur, die einen inhaltlichen Bezug zur römischen Geschichte und Gesellschaft hat und diese quasi spiegelt.

Davon bleibt bei Manaras Comic-Version wenig übrig. Wenig überraschend: Der Autor und Künstler konzentriert sich auf die Erotik, die im Originaltext steckt, und macht streckenweise einen Porno aus der Geschichte. All diese Elemente sind im Original enthalten, keine Frage, werden bei Manara aber deutlicher in den Vordergrund geschoben.

Gut gezeichnet und gestaltet ist das allemal, was auch nicht überrascht. Manara steht als Comic-Künstler außer Frage, und sein Talent, nackte Frauen zu zeichnen, hat er nicht verloren. Die Geschichte wird unterhaltsam präsentiert, und sie ist gut gemacht.

Aber faktisch handelt es sich halt eher um geballte Erotik und weniger um literarisches Nacherzählen – wer das mag, kommt bei dieser Version des »Goldenen Esels« sicher auf seine Kosten.

1 Kommentar:

Enpunkt hat gesagt…

Wer mehr über »Der Goldene Esel« wissen möchte, schaue sich die Internet-Seite des Splitter-Verlags an, wo es ja auch eine Leseprobe gibt.
Hier:
https://www.splitter-verlag.de/goldene-esel-manara.html