David Spandau gehört zu jenen Leuten, die in Hollywood ihr Geld verdienen. Er hat einige Zeit als Stuntman gearbeitet, er kennt sich in der Branche gut aus, und er arbeitet gelegentlich als Detektiv. So soll er sich um einen jungen Schauspieler kümmern, dem eine Weltkarriere bevorsteht, der aber einige echte Probleme hat. Und während Spandau versucht, den jungen Schauspieler vor weiteren Problemen zu bewahren, fangen bei ihm die Schwierigkeiten erst an.
»Stadt der Verlierer« ist der Titel des ersten Romans, den Daniel Depp über den ehemaligen Stuntman David Spandau schrieb. Ob man die Romane ins Fach mit den Krimis stecken soll oder sie eher als »Sittengemälde« zu betrachten sind, überlasse ich Leuten, die sich professionell mit Literaturkritik beschäftigen. Ich fand den Roman großartig: Er ist zynisch, er ist spannend, er ist streckenweise brutal, und er hat gnadenlose Dialoge. Ob das dann alles so richtig realistisch ist und mir einen echten Einblick ins Filmgeschäft erlaubt, ist mir dabei egal – »Stadt der Verlierer« macht einfach großen Spaß.
Erzählt wird nicht nur von Spandau. Der Autor zeigt diverse Figuren und ihre Lebenswege, die sich an allen möglichen Stellen kreuzen: Männer, die von der großen Liebe träumen, Frauen, die ohne Illusionen sind, Regisseure, die nur an ihren Film glauben, und Mafiosi, die im Hintergrund ihre Fäden spinnen. Sie alle ringen in Los Angeles um Macht und Einfluss, und einige von ihnen scheuen kein Risiko.
Das ist alles rasant geschrieben und erzählt. An winzigen Stellen nervt mich, dass der Autor kurz mal die Perspektive wechselt – mitten im Absatz quasi –, was offenbar nicht redigiert wurde, aber die meisten Leute nicht zu stören scheint; sonst aber ist der Roman sehr gut gelungen. Sicher keine Pflichtlektüre, aber für ein rasantes Lese-Abenteuer bestens geeignet!
(Erschienen ist der Roman als Hardcover bei C. Bertelsmann; ein Taschenbuch wurde offenbar nie veröffentlicht, was dann auch Bände spricht ...)

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