19 September 2018

Absurde Zeiten im September

Wir leben in absurden Zeiten. Okay, das galt schon vor Jahrzehnten – die Zeiten waren schon immer bescheuert. Aber derzeit glaube ich manchmal, wenn ich das Radio anmache, ins Internet gehe oder eine Zeitung aufschlage, dass die politische Kaste in diesem Land komplett am Rad dreht.

Die Mieten steigen explosionsartig, die realen Löhne der Menschen gehen zurück, die Umweltbedingungen verschlechtern sich – und viele Menschen halten »Ausländer« im weitesten Sinne für die Verantwortlichen daran. Politiker äußern sich nicht mäßigend, sondern hetzen die Situation weiter auf. Und alle wundern sich, dass in dieser Situation ausgerechnet eine rechtsradikale Partei entsteht und immer mehr Stimmen kassiert.

Den Gipfel bildet in diesen Tagen die Diskussion um den Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen. Viele Experten finden, dass er seinem Amt nicht gewachsen ist, und viele fordern seinen Rücktritt. Stattdessen steigt er innerhalb der Regierung auf und wird künftig noch mehr Geld als vorher verdienen.

Wie will die Regierung ernsthaft den Bürgern klarmachen, dass das sinnvoll ist? Eigentlich müsste ein Sturm der Entrüstung durchs Land gehen. Aber wahrscheinlich ärgert man sich dann doch lieber über herumlungernde Jugendliche, die eine leere Bierdose über einen Platz kicken. Und die entsprechenden Medien schreiben lieber über »Sozialschmarotzer« und dergleichen ...

Ich will mich nicht aufregen, ich tu's trotzdem. Das Spiel ist so durchschaubar. Aber leider wird ja nichts besser davon, wenn ich mich aufrege. Wir leben halt in absurden Zeiten.

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