18 September 2018

Gegensätze, morgens um elf Uhr

Als ich das Gebäude der Post verließ, war es kurz nach elf Uhr. Die Sonne stand am Himmel, ein schöner Spätsommertag. Während ich zu meinem Fahrrad ging, rollte gerade ein recht protzig aussehendes Auto in den Hof. Der Lack in schwarz und in weiß glänzte im Licht, das Chrom hätte man als Spiegel benutzen können.

Ich schaute zu, wie das Auto einen Parkplatz ansteuerte und einparkte. Der Fahrer stieg aus, ein Mann mittleren Alters mit angegrauten Haaren, der eine Jacke im Militär-Stil und eine kunstvoll zerrissene Jeans anhatte. Irgendwie passte er nicht so recht zu dem Auto. Andererseits war eine »destroyed« Jeans ja teurer als eine normale Hose.

Als ich an der Karosse vorbeiradelte, schaute ich mir das Fahrzeug genaue ran. Es war ein Rolls-Royce. Ich überlegte kurz, ob ich so ein Auto eigentlich jemals bewusst und in »freier Wildbahn« gesehen hatte, dann fuhr ich weiter.

Außerhalb des Posthofes musste ich kurz anhalten. Ein junger Mann in T-Shirt und kurzer Hose, der ein wenig schmuddelig aussah, bückte sich gerade und hob etwas auf. In der Hand hielt er eine durchsichtige Plastiktüte. Ich sah, dass schon Dutzende von Zigarettenkippen darin lagen. Und das, was er eben dazu warf, war eine weitere Kippe.

Ich verkniff mir jeden Kommentar und steuerte die Straße in die Innenstadt an. In der Sonne von Karlsruhe war meine Laune an diesem Vormittag einfach zu gut.

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