Es passiert einiges um mich herum, und nicht alles gefällt mir. Vieles fasziniert mich, vieles interessiert mich – und das soll Thema dieses Blogs sein.
16 Juni 2026
Jubiläum für ein zentrales Magazin
Ich mag in dieser Ausgabe vor allem das Interview mit Oliver Scholl. Der Designer, der vor gut vierzig Jahren als Risszeichner bei PERRY RHODAN angefangen hat und seit vielen Jahren in Kalifornien lebt und arbeitet, hat immer viel zu erzählen. Er schildert, wie er an Filmen arbeitet und welche Projekte ihm wichtig sind. Ergänzt wird das Interview durch zahlreiche Bilder.
Auch das Interview mit dem Comic-Künstler Sylvain Runberg lohnt die Lektüre. Runberg ist vor allem für seine Arbeiten im Science-Fiction-Umfeld bekannt geworden; im Interview erzählt er von seinen Einflüssen sowie der Lage im Comic-Geschäft.
Wenn Rüdiger Schäfer über ein Thema schreibt, kann man davon ausgehen, dass er es spannend und informativ vermittelt. Dieses Mal schildert der PERRY RHODAN NEO-Autor, welche Möglichkeiten es für die Medizin der Zukunft gibt – das ist dann keine Science Fiction, sondern ein wissenschaftlicher Ausblick auf die kommenden Jahre und Jahrzehnte.
Und so reiht sich ein lesenswerter Beitrag an den anderen. Zahlreiche Rezensionen lockern den Text auf, während sich die Artikel mit den unterschiedlichsten Themen beschäftigen. Kurzgeschichten und ein Comic von Olaf Brill und Michael Vogt, den Machern des »Kleinen Perry«, runden die abwechslungsreiche Lektüre ab.
Die »phantastisch!« ist ein Heft, das ich immer komplett zu lesen versuche; das klappt nicht immer. In jeder Ausgabe finde ich Themen, die mich überraschen oder die mich neugierig machen: auf einen neuen Roman, einen neuen Comic oder einen Klassiker, den ich noch nicht kannte. Das Magazin ist somit immer eine Fundgrube – die aktuelle Ausgabe 100 bildet hier keine Ausnahme.
Klaus Bollhöfener und sein Team sind nicht genug zu loben für dieses Heft. Seit diesem Jahr hat es eine neue verlegerische Heimat und erscheint nun in der Calliope Media GmbH in Frankfurt. Dem Inhalt hat das nicht geschadet, wie sich feststellen lässt – ich kann nur hoffen, dass die neue Zusammenarbeit erfolgreich und für alle Seiten positiv verläuft.
Mittlerweile liegt die Nummer 101 vor; dass meine Vorstellung der hundertsten Ausgabe so spät kommt, bitte ich zu entschuldigen. Das Heft lohnt sich allemal, und man kann es nachbestellen. Ich empfehle ohnehin ein Abonnement des Magazins.
Informationen zum Inhalt sowie zu den Bestellmöglichkeiten gibt es auf der Internet-Seite der »phantastisch!«
(Diese Rezension wurde bereits im April 2026 auf der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier bringe ich sie nun aus dokumentarischen Gründen.)
15 Juni 2026
Der Abschluss für den Commissario
Im Alter von über neunzig Jahren starb der Autor erst vor einiger Zeit. Und 2025 wurde dann auch sein letzter »Montalbano«-Roman veröffentlicht. Er trägt den Titel »Riccardino«, fällt damit völlig aus dem Rahmen – die Serie zeichnete sich immer durch eher poetische Titel aus – und unterscheidet sich inhaltlich von den anderen Werken der Serie. Man kann ihn problemlos ohne Vorkenntnisse lesen, aber wer sich in der »Montalbano«-Welt auskennt, hat natürlich die größere Freude.
Spannend bei alledem ist: Den Roman verfasste Camilleri schon vor vielen Jahren; er verfügte, dass er nach seinem Tod und als letzter Band der Serie veröffentlicht werden sollte. Ohne auf die Details der Handlung eingehen zu wollen: Es gibt für diese Entscheidung einen inhaltlichen Grund – gleichzeitig sorgt dieser Grund dafür, dass »Riccardino« mehr ist als »nur« ein Kriminalroman, sondern streckenweise ein doppelbödiges Spiel mit der Literatur.
Die eigentliche Krimi-Handlung ist geradezu typisch. Commissario Montalbano hat es mit einem verworrenen Fall zu tun, während er wieder in einem Konflikt mit seinen Vorgesetzten steckt. Die üblichen Streitereien mit Kollegen und Vorgesetzten gehören zu dieser Serie dazu, und das gilt auch für den letzten Roman.
Sie werden allerdings durch einen Umstand gesteigert, der früher nicht dabei war: Mittlerweile gibt es eine Serienverfilmung, und der reale Montalbano wird ständig mit dem Schauspieler verglichen, der deutlich jünger und agiler als er selbst ist. Das sorgt für zusätzliche Spannung und auch amüsante Konflikte.
Der Autor setzt noch eine weitere Ebene auf die Handlung drauf: Er selbst spielt mit. Montalbano telefoniert mit seinem Schöpfer. Der Commissaro hadert mit seiner Rolle, die ihm der Autor vorgibt, und er hat Probleme mit der Darstellung des Schauspielers, er steckt also in einer mehrfachen Identitätskrise. Das wiederum macht den Roman ausgesprochen originell.
Ich mochte »Riccardino« deshalb sehr, weil es eben kein typischer »Montalbano«-Roman ist, sondern über den Horizont dieser Serie hinausreicht. Der Autor spielt mit seiner Figur, und er spielt mit den Erwartungen des Lesers – damit ist der Roman ein literarisches Verwirrspiel mit verschiedenen Erzählebenen, das auch Leute interessieren sollte, die sonst kein großes Interesse an Krimis haben.
Gut erzählt ist der Roman allemal, unterhaltsam ist er sowieso. Wen ein origineller Roman mit verschiedenen Identitäten einer Hauptperson ansprechen könnte, sollte »Riccardino« zumindest mal anschauen. Auf der Internet-Seite des Verlags steht unter anderem eine Leseprobe zur Verfügung.
Erschienen ist der Roman als Hardcover mit Schutzumschlag bei Bastei-Lübbe. Er umfasst 304 Seiten und kostet 25,00 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-7577-0099-7 kann man ihn überall im Buchhandel kaufen; die E-Book-Version kostet derzeit 9,99 Euro.
(Diese Rezension kam bereits im April 2026 auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN. Hier wiederhole ich sie aus dokumentarischen Gründen.)
12 Juni 2026
Tote Pioniere, alternde Punkrocker
Im Wesentlichen spielt diese Folge im Innern eines Kaufhauses, wo in den 90erJahren eine sogenannte Critical-Mass-Aktion stattfindet. Ich hoffe, ich habe es geschafft, den turbulenten Charakter einer solchen Veranstaltung glaubhaft und interessant zu vermitteln.
Beim Schreiben hatte ich durchaus meine Probleme, mir das Innere eines solchen Kaufhauses vorzustellen – so oft bin ich nun mal doch nicht im Karstadt, und Kaufhof oder Kaufhalle gibt es schon lange nicht mehr. Aber das ist ja kein historischer Roman, bei dem die Details einer Innenausstattung ebenfalls stimmen sollten …
11 Juni 2026
Krach, Schlamm und Feuer
Weil es ein Arbeitstag war und ich wieder viel zu spät aus dem Verlag kam, dauerte es seine Zeit, bis ich mit dem Auto in Karlsruhe war und dort einen Parkplatz fand. Damals gab es noch die Möglichkeit, in den Nebenstraßen zu parken, ohne ein Anwohner zu sein, und ich stellte mein Auto in direkter Nähe der »Steffi« ab.
Nachdem ich meinen Eintritt bezahlt hatte, eilte ich in den Keller, wo ich an der Haifischbr gleich mein erstes Bier bestellte. Punkrock bollerte aus den Boxen, die Bar war nur mäßig besetzt. Und weil ich zu viel mit den Leuten laberte, die ich an der Theke antraf, verpasste ich konsequenterweise die erste Band. Und weil der Umbau von der ersten zur zweiten Band so lang dauerte, trank ich an der Bar eben weiter Bier.
Als ich irgendwann in den eigentlichen Konzertraum ging, hatten wir bereits Mitternacht. Auf der Bühne standen Disaffect aus Schottland und knallten brachialen Punkrock in den Saal, in dem vielleicht 60 oder 70 Leute standen, die meisten mit Lederjacken und sehr »punkig« aussehend. Man merkte, dass die Schotten ihren Discharge-Einfluss nicht verleugneten: Zwei Gitarren sägten, ein Bass knatterte wuchtig, ein Schlagzeug hämmerte wild, dazu kamen ein Sänger und eine Sängerin, beide mit Glatze, denen man ansah, dass sie eine tüchtige Portion Wut in sich hatten.
Gepogt wurde nicht, das war bei dieser Art von Punk-Konzerten eher unüblich, aber es herrschte eine gute Stimmung, und es wurde laut gejohlt, applaudiert und nach einer Zugabe verlangt. Die Band gab uns noch, was wir wollten, und verschwand dann. Am Ende war mir klar, dass ich mit Disaffect eine Band gesehen hatte, von der man noch viel hören würde. »Was für ein Brett!«, sagten praktisch alle in dem Kellerraum.
Was dann kam, hatte ich so aber nicht erwartet: Die Musiker auf der Bühne waren teilweise geschminkt und sahen überhaupt nicht so aus, wie man sich eine Punk-Band vorstellte, und aus den Boxen drang ein Geboller, das sich wie eine Mixtur aus heftigem Techno und rasend schnellem Punk anhörte. Die Band nannte sich Tromatism, und ich hatte zuvor nie von ihr gehört.
Sie machte auch nicht lang herum, hielt sich nicht mit Vorreden und irgendwelchen Ansagen auf, sondern war sofort mittendrin. Der Sänger hatte eine Stakkato-Stil: In halsbrecherischem Tempo brüllte und belferte er in sein Mikrofon. Ich verstand kein Wort, und das lag nicht nur daran, dass er in französisch sang und schrie.
Neben ihm stand ein Geiger, der mit stoischer Miene fiedelte, leicht im Hintergrund hämmert ein Bassist auf sein Instrument ein. Am auffälligsten war aber ein Mann, der kein Instrument spielte, sondern vor allem für die Show zuständig war. Er trug nur eine Hose, sein muskulöser Oberkörper war nackt. Anfangs machte er auf der Bühne nur allerlei Verrenkungen und kletterte an der Wand hoch, dann aber veränderte sich sein Verhalten.
Aus einer Art Eimer, der auf einmal auf der Bühne stand, holte er sich eine schmierige Masse, die aussah wie ein schwarzer Schlamm. Den Schlamm verteilte er großflächig auf seinem Oberkörper, dann schleuderte er einige Handvoll ins Publikum. Ich war froh, dass ich eine Lederjacke anhatte; mich trafen einige Spritzer der schwarzen Masse, auch im Gesicht, aber der Beschuss hörte schnell auf.
Nachdem der Mann eine Weile auf der Bühne getanzt hatte, begann er damit, Feuer zu spucken. Ich hatte nicht mitbekommen, wo er auf einmal eine Flamme herhatte – aber auf einmal goss er sich eine Flüssigkeit in den Mund und spuckte sie über eine brennende Fackel hinweg ins Publikum. Eine Mikrosekunde lang überlegte ich mir, wie es denn eigentlich mit Fluchtwegen aussehen mochte, falls die Feuerspuckerei schiefgehen würde.
Dann aber war mir das auch egal. Die Musik wurde rasanter und lauter, das Spektakel zwischen Bühne und Zuschauern immer wilder. Irgendwann stand eine Schale im Zuschauerraum, in der ein Feuer brannte, der halbnackte Mann sprang zwischen uns herum, und der Sound wurde noch wütender und gnadenloser.
Das war keine Musik für Pogo; dazu war sie zu schnell und zu abgehackt. Hätte ich sie nur auf Schallplatte gehört, hätte sie mir vielleicht gar nicht gefallen. In dieser Nacht passte alles zusammen: ein rabiater Sound, wie man ihn selten hörte, ein recht kleines, aber verschworenes Publikum im Keller eines besetzten Hauses, und eine Show mit Schlamm und Feuer.
Als ich zu sehr weit vorgerückter Stunde durch die Nacht fuhr, vorbei an Ortschaften und durch den Wald, dröhnten meine Ohren, fühlte sich mein Körper erhitzt und verdreckt zugleich an. Mir war egal, was in dieser Nacht noch passieren würde, und über den kommenden Arbeitstag machte ich mir keine Sekunde lang Gedanken …
10 Juni 2026
Moderne Fantasy mit originellem Konzept
Und während er in eine ferne Festung verschleppt wird, wo er bald ein grausiges Geheimnis entdeckt, beschließt seine Schwester Enna, ihm zu folgen und ihn zu retten …
Der Anfang des Fantasy-Romans »Die Kathedrale der Vögel« macht einen sehr klassischen Eindruck. Die phantastische Welt, die Wieland Freund vor seinen Leserinnen und Lesern ausbreitet, erinnert an Mittel- oder Nordeuropa. Die Kultur wirkt mittelalterlich, und nur langsam wird klar, wie sehr sich seine Welt von der unseren unterscheidet.
Der Autor macht das an seiner Hauptfigur fest. Munk ist ein Mensch, der die Vögel gewissermaßen spüren kann. Er versteht sich mit den Raben, er spürt einen Habicht, und so ist es wohl sein Schicksal, ein Falkner zu werden. Die besondere Beziehung, die sich zwischen Munk und den Tieren entwickelt, schildert der Autor in faszinierenden Bildern.
Im Gegensatz dazu steht die Reise der Schwester. Enna ist ein gewöhnliches Mädchen, sie verfügt über keine außergewöhnlichen Gaben, ist aber sehr mutig und in der Lage, rasch Freundschaften zu schließen. Während Munk im Innern eines Berges auf das Geheimnis der Greifenkrieger stößt, das mit Leben und Tod zu tun hat, erfährt Enna von außen immer mehr über die Hintergründe.
Auch wenn die Hauptfiguren sehr jung sind, eben zwei Jugendliche, handelt es sich bei »Die Kathedrale der Vögel« nicht um ein Jugend- oder gar Kinderbuch. Die Handlung ist erwachsen, obwohl der Autor auf Sex-Szenen oder ausufernde Gewalt verzichtet. Sein Augenmerk richtet sich auf die Figuren und ihre Entwicklung sowie die phantastische Welt, die er durch Munks Augen präsentiert.
Das wiederum finde ich sehr originell. Was auf den ersten zehn, zwanzig Seiten fast ein wenig beschaulich wirkt – eine sehr überschaubare Insel, eine kleine Gruppe von Kriegern –, wird schnell phantastischer und eindrucksvoller. Wieland Freund hat eigenständige Ideen, die ich so in der Fantasy-Literatur nicht gelesen habe. Letztlich geht’s in seinem Roman um den Tod und wie ein mögliches Weiterleben aussehen könnte; damit wird er fast philosophisch.
Ich las den Roman sehr gern, wurde von der Sprache wie von der Geschichte gepackt und folgte mit großer Faszination den zwei Hauptfiguren bei ihrer Reise durch die Wälder und Dörfer. Wer Fantasy mag und etwas lesen möchte, das abseits des Mainstreams dieser Literaturgattung liegt, ist bei »Die Kathedrale der Vögel« gut beraten. (Ich empfehle den Blick in die Leseprobe.)
Der Roman erschien als gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag bei Klett-Cotta. Er ist 400 Seiten stark und kostet 25,00 Euro – das E-Book gibt’s für 19,99 Euro. Mithilfe der ISBN 978-3-608-96629-9 kann man das Buch in jeder Buchhandlung bestellen.
(Die Rezensiono wurde bereits im März 2026 auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier bringe ich sie auch, aber halt aus dokumentarischen Gründen.)
09 Juni 2026
Zehn Tage an der Düne
Deshalb war es sinnvoll, nach Gran Canaria zu fliegen. Zehn Tage lang und das in einer Pauschalreise. Früher hätte mich allein schon die Vorstellung sehr gegruselt; im Jahr 2026 bedeutet das für mich: wenig tun, viel pennen, essen und herumgammeln. Garantiert keine Abenteuer, sondern viel Erholung.
Wir hatten ein Zimmer in einem dieser großen Hotels gebucht, die den Süden von Gran Canaria dominieren. Im Viertel Maspalomas, das sich als eine einzige Retortenstadt für Touristen erwies, gab es nicht viel zu tun; das Hotel lag aber direkt an den Dünen, die es im Süden der Insel gibt. Das war faszinierend: eine kleine Sandwüste mit wenig Bewuchs und imposanten Dünen, die sich über einige Kilometer erstreckten.
Anders gesagt: Wer zum Strand wollte, hatte einen Spaziergang von gut zwei Kilometern durch eine Wüstenlandschaft vor sich, durchaus anstrengend, aber faszinierend.
Ich fuhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Gegend, ich spazierte viel, ich gammelte am Pool herum, und ich las. Weil das Essen so gut war, nahm ich geschätzte zwei Kilogramm zu – aber unterm Strich war es eine großartige Zeit, in der ich mich einfach sehr gut erholen konnte. Das Ziel wurde also erreich!
Ob ich jemals wieder nach Gran Canaria reisen werde? Das weiß ich nicht. Die Düne ist toll, es gibt auch einige andere schöne Ecken auf der Insel; unterm Strich war es mir zu viel des Tourismus. Zumindest Maspalomas muss ich nicht noch einmal sehen …
08 Juni 2026
Allerlei zu Weinen
Der Kellner sah mich verwirrt an. »Doch«, sagte er.
Ich zeigte auf die Getränkekarte. »Hier stehen aber keine Weine.« Wir saßen im Biergarten eines Lokals in Karlsruhe, das ich schon immer für seinen schönen Biergarten schätzte, in dem ich aber seit gut 15 Jahren nicht mehr war – obwohl ich durchschnittlich fünfmal in der Woche daran vorbeiradelte.
Der Kellner lächelte. »Die Weine, die wir als Schorle anbieten, die gibt es natürlich auch so.«
»Das leuchtet ein.« Die Sonne schien, ich war bester Laune. »Aber wenn Sie eine Weißweinschorle anbieten, weiß ich ja immer noch nicht, welchen Wein Sie haben.«
Der Kellner nickte. »Ach so. Sie wollen wissen, welche Sorte Weißwein wir haben.« Er zückte sein digitales Gerät, mit dem er die Bestellungen aufnahm, und las ab. »Wir haben Riesling, Chardonnay, Weißburgunder, Grauburgunder, Lugana und Pinot Grigio.« Den »Grigio« sprach er mit hartem »g« aus; ich hatte es also mit einem echten Fachmann zu tun.
Seine Aussage nutzte mir wenig; nicht jeder Riesling schmeckte gleich, nicht jeder Chardonnay. »Welchen Riesling haben Sie denn?«, fragte ich vorsichtig nach.
Er sah mich verwirrt an, dann strahlte er. »Ah, Sie meinen, welche Marke wir führen?« Er guckte wieder auf sein digitales Gerät, dann schüttelte er den Kopf. »Das kann ich hier nicht sehen. Ich werde innen an der Bar fragen, und wenn ich wieder bei Ihnen bin, kann ich es Ihnen sagen.«
Ich winkte ab. »Nein, das brauchen Sie nicht. Bringen Sie mir einfach ein alkoholfreies Weizenbier; das ist bei diesen Temperaturen immer gut.«
Und das war dann gut so …






