15 September 2016

Coca Cola ist wie Heimat

Wenn ich in diesen Tagen die Zeit finde, mit meinem Fahrrad durch die Gegend zu düsen, ist es – wir haben halt doch September – abends schon sehr früh dunkel. Nicht nur einmal lande ich da bei dämmerigem Licht oder gar bei Dunkelheit auf irgendwelchen Straßen oder Wegen.

So dieser Tage. Ich hatte mich zwischen den Dörfern und dem Wald nicht gerade verfahren, aber die Zeit aus den Augen verloren. Und als ich zwischen Eggenstein-Leopoldshafen und Karlsruhe-Neureut unterwegs war, wurde es immer düsterer und dunkler.

Ich fuhr über einen Weg, der nicht geteert war; kleine Steinchen spritzten in die Dämmerung. Rechts und links von mir standen die Maisfelder in voller Pracht – ich sah nicht weit und kam mir vor wie in einer Stephen-King-Verfilmung. Mein Licht reichte nicht viel weiter als einige Meter.

Um es klar zu sagen: Ich wusste in etwa, wo ich bin, aber an einer Abzweigung hatte ich weder eine Ahnung, wo der Rhein war noch wo ich Karlsruhe finden würde. Sollte ich links oder rechts fahren, geradeaus oder wieder zurück? In den Maisfeldern gab es schließlich keine Straßenschilder, das war auf der Landstraße dann natürlich viel besser.

Langsam fuhr ich in eine Richtung, dann sah ich ein rotes Schild. Es schimmerte über die Maisfelder hinweg. Ich wusste wieder, wo ich war – in der Nähe der »Coca Cola«-Abfüllanlage von Neureut.

Der Rest war ein Kinderspiel. Und seither weiß ich: Coca Cola ist – zumindest eingeschränkt – für mich wie Heimat.

2 Kommentare:

  1. Mit einem Smartphone und einer entsprechenden Kartenapp samt GPS wäre das nicht passiert. Hätte aber natürlich auch die tolle romantische Stimmung gekillt.

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