06 Juli 2011

Comic-Erinnerung an die Doors

In den frühen 80er Jahren fand unsereins die Leute merkwürdig, die immer noch die Doors gut fanden. Wie konnte man so eine alte Band nach all den Jahren gern hören? Heute, da es nach wie vor Punkrock gibt und ich gern Musik höre, die wie vor dreißig Jahren klingt, bin ich sehr kleinlaut in solchen Stilfragen geworden ... und muss feststellen, dass die Doors zu ihrer Zeit eine außergewöhnlich gute Band waren.

Vor vierzig Jahren – fast auf den Tag genau – starb Jim Morrison, der Sänger der Band, in Paris. Die Fans betrauern das, und es gibt haufenweise Veranstaltungen zum Thema. Der Splitter-Verlag hat zum Thema einen außergewöhnlichen Comic-Band herausgebracht.

Das Buch ist super gestaltet: nicht im Album-Format, sondern in einem kleineren Format, das Splitter als »Comic Book« vermarktet. Es ist ein Hardcover mit Schutzumschlag, und die schwarzweißen Zeichnungen kommen auf dem piekfeinen Druck richtig gut zur Geltung. So ein Buch stellt man sich nach erfolgter Lektüre gern ins Regal.

Und schön zu lesen ist es auch noch. Der Journalist Frédéric Bertocchini schrieb einen Text, der sich mit den letzten Tagen Morrisons in Paris beschäftigt; der Text ist fragmentarisch und fast schon lyrisch, er springt in den Zeiten vor und zurück, und er ist streng genommen nur dann verständlich, wenn man sich mit den Doors irgendwie auseinander gesetzt hat. Aber er ist auf diese Weise ein Stückweit cooler als ein Standard-Text zu einem Standard-Comic.

Das gilt übrigen auch für die Bilder. Für die ist der mir unbekannte Zeichner Jef verantwortlich; sie wirken manchmal ebenfalls fragmentarisch und künstlerisch, wirken in ihrer schwarzweißen Kargheit manchmal wie Schattenrisse und stellen das Paris des Jahres 1971 wie eine alte Fotokopie dar. Toll gemacht!

Alles in allem ein richtig guter Comic-Band, dessen Lektüre ich genossen habe!

1 Kommentar:

  1. Puh, bei der Erwähnung von Jim Morrisons "letzten Tagen in Paris" habe ich ja schon einen Schreck gekriegt. Aber die Leseprobe überzeugte mich dann, dass der französische Autor etwas ganz anderes fabriziert hat, als ich gerade mit meiner entstehenden Story "Letzte Nächte" vorhabe ...

    Uff.

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