An diesem Morgen hatte ich mich warm angezogen, als ich mit dem Rad in die Stadt gefahren war: Mantel, Mütze und Handschuhe, dazu dicke Socken in den Schuhen. Ich stellte mein Fahrrad vor der Apotheke ab, wo ich ein Medikament bestellt hatte, das ich einigermaßen dringend brauchte, und ging hinein.
Während ich die Mütze abnahm und zu den Handschuhen in die Jackentasche stopfte – die hatte ich vorher schon ausgezogen –, hörte ich das Gelächter. Ich brauchte einige Zeit, sicher eine Sekunde lang, bis ich kapierte, dass sich niemand über mich lustig machte, sondern dass hinter dem Schalter zwei Angestellte der Apotheke standen und schallend lachten. Ein weiterer Angestellter kam hinzu und lachte ebenfalls.
Ich trat näher, sicher mit einem Gesichtsausdruck völliger Ratlosigkeit. »Der Kunde, der eben rausging, hat mir eben ein schönes Wochenende gewünscht«, sagte die blonde Frau hinter dem Tresen, als ob ich sie gefragt hätte. »Ich habe vor zwei Minuten mit der Arbeit angefangen, und dann so was.«
»Nehmen Sie’s als ein gutes Zeichen«, riet ich trocken.
»Ja, das ist gut.« Sie wischte sich die Lachtränen aus den Augenwinkeln. »Am besten wäre es ja, ich ginge gleich wieder ins Wochenende. Bei der Kälte und dem grauen Tag, da will man doch nicht arbeiten.«
»Auch da kann ich Sie verstehen.« Ich grinste.
Sie schaltete um. »Sie wollen ein Rezept einlösen?«, fragte sie professionell und seriös.
Ich nickte. Innerlich lächelte ich. Was für ein netter Start in die neue Woche: Man beginnt mit einem fröhlichen und lauten Lachen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Leider ist es auch in diesem Blog nötig geworden, Kommentare vorher zu »filtern« und sie erst danach freizuschalten. Ich bedauere das sehr, möchte diese »Sicherungsfunktion« aber beibehalten. Dieser Blog soll keinen Menschen für Beleidigungen und anderes zur Verfügung stehen, die im Zweifelsfall tagelang online sein könnten.
Bitte habt dafür Verständnis - und nötigenfalls auch mal 24 Stunden oder länger Geduld.