28 Januar 2012

Rücktritt vom Amt

Normalerweise finde ich Politiker ziemlich blöde. (Härtere Ausdrücke lasse ich sicherheitshalber weg, man weiß ja nie, wer so einen Blog-Text liest ...)

Die meisten Politiker interessieren sich offensichtlich nur für ihre eigenen Interessen oder für die Interessen der Mächtigen, von denen sie gesteuert und geschmiert werden. Mich ekelt der Großteil der Bande an, wenn ich die entsprechenden Fressen im Fernsehen sehe oder ihre Aussagen in der Zeitung oder im Internet lese.

Doch jetzt hat mich mal eine Politikerin positiv überrascht. Eine, die ziemlich genau halb so alt ist wie ich. Ich meine Marina Weisband von der Piratenpartei.

Diese Partei ist mir wegen ihres Verhältnisses zum Urheberrecht herzlich unsympathisch, und über die politischen Ansichten der Dame weiß ich wenig. Ich sah sie einmal in einer Talkshow, wo sie wenig sagte, aber das wenige klang vernünftig.

Jetzt ist sie zurückgetreten. Sie bleibt Mitglied in der Partei, schreibt aber erst einmal ihre Diplomarbeit fertig. Damit reklamiert sie das Recht auf ein normales Leben.

Angesichts einer Parteienlandschaft, wo überall die aalglatten Karrieristen den Ton anzugeben scheinen, ist das mal eine richtig positive Aussage. Respekt!

9 Kommentare:

  1. Also mir ist nichts Vernünftiges von ihr bekannt, nur ständiges Lamentieren, wie schlecht doch alle Medien zu ihr sind (zum Beispiel hat sie einfach nicht verinnerlicht, dass jeder, der in die Politik geht, damit leben muss, dass irgendjemand sich von ihr und einem Großteil der Bande angeekelt fühlt, wenn ihre Fressen im Fernsehen auftauchen). Alles andere von ihr sind nur Platitüden, die gut klingen, aber völlig substanzlos sind.

    Und um bei deinem Bild zu bleiben: Enttäuschend, dass sie den aalglatten Karrieristen das Feld überlässt.

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  2. Schade dass sie den Job aufgibt. Allerdings ist es AFAIK nicht richtig, dass sie zurückgetreten ist. Sie hat nur angekündigt auf dem Parteitag im April nicht mehr für den Posten der Geschäftsführerin zu kandidieren.

    Guter Artikel dazu, wie ich finde:

    http://www.ftd.de/politik/international/:piraten-die-anti-guttenberg-partei/60160725.html

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  3. Genau genommen tritt sie nicht zurück, sie hat nur bekannt gegeben, dass sie nicht für ein weiteres Jahr kandidiert. Das finde ich bei einem rein ehrenamtlichen Fulltime-Job nicht so verwunderlich, wie es immer dargestellt wird.

    Die Piratenpartei ist nicht gegen das Urheberrecht, es geht um eine Modernisierung, bei der die Interessen aller Beteiligten (Künstler, Vertreiber und Konsumenten) berücksichtigt werden. Zugegeben, bei den Piraten tummeln sich natürlich auch die 100%tigen Urheberrechtsgegner.

    @Erik: Ich glaube nicht, dass alle Piraten außer Marina aalglatten Karrieristen sind. ;-)

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  4. Das wichtigste über die Frau hat Erik schon gesagt. Aber was haben den die Piraten deiner Meinung nach schlechtes über das Urheberrecht gesagt?

    Das heutige schützt nur die Verwerter nicht die Urheber. Bist du auf der Seite, der Contentmafia?

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  5. @ Alex: Ich denke, Klaus hat eher alle anderen außer die Piraten gemeint (wobei die auch schon ihre Karrieristen haben, wenn ich an die Schauspiele im Berliner Abgeordnetenhaus denke...)

    PS: Merkt man eigentlich sehr, dass ich die Truppe nicht mag? :-)

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  6. Ich finde die Piratenpartei auch ziemlich schrecklich. Natürlich soll man sie nicht auf das Thema Urheberrecht und Diebstahl von geistigem Eigentum reduzieren - aber bei dem Thema bin ich doch recht unduldsam ...

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  7. An Struppi: Ich finde die Formulierung Contentmafia sehr ... ähm ... seltam. Vielleicht liegt's daran, dass ich als Gelegenheitsautor selbst Urheber bin und als Redakteur jemand, der sich um die Urheberrechte der ihm »anvertrauten« Autoren bemüht.

    Das heutige Urheberrecht schützt sowohl Urheber als auch Verwerter. Irgendwelche Überlegungen zur »Freiheit der Information« oder zu einer »Kultur-Flatrate« halte ich für ziemlich absurd. Wer eine »Kultur-Flatrate« befürwortet, setzt sich für eine noch schlimmere Beamtenrepublik ein.

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  8. Jonas8:03 AM

    Das Problem ist, dass die Verwerte ihre Ware heute zwar verkaufen wollen, dabei aber selbst die gesamten Rechte an dem verkauften Produkt behalten wollen. Das fängt bei so kleinen Dingen wie dem Kindle an, welches nur bei Amazon funktioniert, Eigedöns was nur beim Apfel funktioniert usw. Des Weiteren ist der DRM-Kram einfach der falsche Weg, das sieht man seit den 80'er Jahren, die Benachteiligten sind immer die "legalen" Kunden die mit Kopierschutzgedöns abgestraft werden, wärend die Raubkopievariante tadelos läuft.

    Das sind die Problem. Und dieses Geheule der Filmindustire ist ein äquivalent zum geheule der Musikindustrie von vor 10 Jahren. Seltsam, dass die trotzdem bis heute nicht pleite sind...

    @Erik N.
    Ist ja kein Thema, man kann und muss ja nicht jeden mögen.....

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  9. Contentmafia sind die die Milliarden damit verdienen, dass sie die geistigen Erzeugnisse anderer verkaufen und versuchen die Konsumenten bei jeder Gelgegenheit zu kriminalisieren. Davon haben nur Disney, Warner und Sony was.

    Was das Urheberrecht und dem Nutzen angeht, gibt es dieses Interview mit einem Wissenschaftler, der untersucht hat, wem das Urheberrecht nutzt:
    http://www.heise.de/tp/artikel/33/33092/1.html

    Das die Piraten irgendwas klauen wollen ist wohl eher ein Legende.

    Aber abgesehen davon, du kannst auch ohne Urheberrecht schreiben und deine Werke verkaufen, nur viel leichter. Was deinen Bekanntheitsgrad verbessern würde.

    Zumindest als Musiker ist das kostenlose verbreiten im Internet das beste was einem passieren kann.

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